Stalinismus

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Comrade Koba

In diesen Tagen gedenkt man des ′großen Terrors′, wie die Zeit der Stalinherrschaft in Rußland allgemein genannt wird. Es war eine Zeit, in der die Führung der Sovietunion sehr häufig wechselte, weil immer neue ′Vertraute′ Stalins unter Verdacht gerieten, gegen ihn zu sein und exekutiert wurden. Diese ″große Säuberung″ hielt mehrere Jahre an, fand aber wohl Ende Oktober 1937 einen Höhepunkt.

Und auch heute wird dieser Zeit in den verschiedensten Formen gedacht. Eine dieser Formen ist das satirische Kartenspiel Comraede Koba des Schwedischen Verlages Gottick Games.

Der Name klingt manchen vielleicht unbekannt in den Ohren, war zu jener Zeit aber gefürchtet: ′Koba′ war einer der Spitznamen von Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili (georgisch იოსებ ბესარიონის ძე ჯუღაშვილი; russisch Иосиф Виссарионович Джугашвили /Iossif Wissarionowitsch Dschugaschwili, oder auch Stalin – ein weiterer seiner Spitznamen. Das Spiel kommt in einer einfachen Schachtel, mit einem gezeichneten Portrait Stalins nach bekannter Vorlage, und besteht aus 36 Karten und einer Spielregel. Zusätzlich benötigt man noch zwei normale Würfel, sowie einen Stift und für jeden Spieler ein Blatt Papier.

Jeder Spieler sucht sich aus 18 Genossen, die in dem Spiel auf Portraitkarten wiedergegeben werden, seine drei Favoriten aus und schreibt sich diese auf. Wer am Ende des Spieles die bestplazierte Auswahl aufweisen kann, hat gewonnen. Aber so einfach ist es nicht.

Die Genossen werden gemischt und in einer Reihe neben die Karte Stalins gelegt, wobei näher bedeutet, dass sie mehr Einfluss haben, aber auch dem Verdacht Stalins stärker ausgesetzt sind.

Zusätzlich gibt es noch 17 Ereigniskarten, die aber erst im Laufe des Spiels hinzu kommen.

Wer an der Reihe ist, bewegt zunächst einen der Genossen bis zu vier Positionen näher an Stalin oder weiter von Stalin weg. Anschließend befolgt er die Anweisungen auf den ersten drei Genossenkarten neben Stalin, die beispielsweise andere Genossen unter Verdacht stellen können (deren karte wird quer gelegt), den verdacht aufheben können (die Karte wird wieder aufgerichtet), einen Genossen, der unter Verdacht steht, exekutieren, zusätzliche Bewegungen von Genossen auslösen, und so weiter. Anschließend erfolgt der ′Koba-Wurf′: ein Wurf mit dem Würfel auf eine Tabelle auf der Stalin-Karte, und anschließendes Würfeln, welche Genossen unter Verdacht gestellt, exekutiert, ent-verdächtigt werden können. Wenn bei diesem Koba-Wurf eine sechs fällt, erhält der Spieler zusätzlich eine Ererigniskarte aus den restlichen 17 Karten, mit denen er das Spiel weiter beeinflussen kann. Das Spiel endet, wenn bei einem Koba-Wurf eine Position erwürfelt wird, an der sich kein Genosse mehr befindet – z.B.wenn nur noch vier Genossen übrig sind, bei einem Wurf von fünf oder sechs.

Die Portraits wurden von Patrik Hultén anhand historischer Fotos gezeichnet und erinnern mich an historische russische Portraits. Die Spielregeln sind nüchtern gehalten, von einzelnen kleinen Witzen abgesehen (″Wer das beeindruckendste Zitat aus den Werken von Marx oder Lenin vortragen kann, beginnt″).

Der Spielmechanismus erlaubt begrenzt Einfluss auf da Schicksal der favorisierten Genossen, da ist es ganz günstig, dass man während des Spiels seine Auswahl noch erweitern kann. Eine Runde ist schnell ausgespielt, so dass man auch gerne mehrere Runden spielt. Mehr als vier Spieler sind tatsächlich nicht anzuraten, da dann die Möglichkeit für den Spieler, den Ausgang zu beeinflussen, zu sehr abnimmt.

Alles in allem ist das Spiel ein nettes Zwischendurchspiel, das auch und gerade historisch interessierten Spielern gefallen dürfte.

Hersteller

Gottick Games

Autor

Anders Fager

Deutscher Vertrieb

Udo Grebe Gamedesign

Spieler

2-4

Denken

4

Glück

8

Geschicklichkeit

0

Preis ca.

12 €

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