Scharfe Schafe

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Mömmen

Der Spieleverlag Die Wuselmäuse blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. 2001 brachte er das Kartenspiel Mömmen heraus, hatte aber anschließend Probleme, so dass er einige Zeit abgestorben war. Im Januar soll er aber wieder neu eröffnet werden, und im Februar soll (voraussichtlich unter dem namen Schubsen) ein neues Spiel erscheinen. Zeit, sich die Mömmen einmal näher anzusehen.

Als Schäfer hat man es meist leicht – man sitzt in der Natur, läßt sich vom Hund die Schafe bewachen, und den lieben Gott einen guten Mann sein. Auch, wenn man die ganzen Schafe eines Dorfes bewacht – zu Beispiel auf einer Allmende – erkennt man schnell die Schafe und weiß, wem sie gehören. Aber wehe, es ist zeit für die Schur.

Dann verwandeln sich die liebenswürdigsten Schafe in bösartige Mömmen, die alles lieber tun als sich in Stallgenossenschaften zusammen zu finden. Während man noch beschäftigt ist, die Schafe in Gruppen zusammen zu treiben, schreit der Scherer schon nach Nachschub. Und der Dorfhund, ansonsten ein Ausbund an Liebenswürdigkeit, springt wild durch die Herde und bringt sie wieder in Unordnung.

Im Spiel äußert sich das so, dass in der Schachtel 64 Spielkarten zu finden sind: 48 ungeschorene Mömmen in vier Farben, 8 geschorene Mömmen in den gleichen vier Farben, sowie vier ″Tim der Scherer″-Karten und vier ″Benny der Dorfhund″-Karten.

Jeder Spieler erhält sechs Karten, fünf weitere Karten werden offen in die Tischmitte (als ″Dorfwiese″ gelegt. Ziel des PSiels ist es, als erster sechs ungechorene Mömmen einer Farbe auf die Hand zu erhalten, wobei Karten nur mit den Karten der Dorfwiese ausgetauscht werden dürfen. Minuskarten (geschorene Mömmen) dürfen hierbei nur gegen Schafe derselben Kartenfarbe getauscht werden, die anderen Karten dürfen beliebig eins zu eins getauscht werden, in jeder Runde immer nur eine Karte.

Man kann nicht immer mit den Karten in der Tischmitte etwas anfangen, deshalb darf man natürlich auch ″schieben″, also sein Tauschrecht aussetzen. Auch gibt es drei Möglichkeiten, alle Karten auf der Dorfwiese abzulegen und fünf neue aufzudecken: mit einer Karte ″Benny der Dorfhund″, wenn mindestens 3 Minuskarten auf der Dorfwiese liegen, oder wenn alle Spieler geschoben haben ohne einen Spielzug zu machen.

Schließlich kann man auch die Karte ″Tim der Scherer″ ausspielen, datt sie gegen ein Schaf zu tauschen. Wer dies tut, und dabei laut ″Mömmen″ ruft, verpflichtet die folgenden Spieler, in ihrem Spielzug ein geschorenes Schaf auf die Hand zu nehmen und dafür eine andere karte (aber eben kein anderes geschorenes Schaf) auf die Dorfwiese zu legen. Allerdings darf er erst selber noch eine Karte normal tauschen – sollte weder ein geschorenes Schaf auf der Dorfwiese liegen, noch der Spieler ein solches auf der Hand haben, darf er die Karte ″Tim der Scherer″ allerdings nicht ausspielen.

Sobald jemand sechs ungeschorene Schafe einer Farbe auf der Hand hat, wird abgerechnet. Hierbei erhält jeder Spieler für die Schafe einer Farbe (die der Spieler sich natürlich aussuchen darf) die angegebenen Pluspunkte, für geschorene Schafe die auf diesen Karten angegebenen Minuspunkte, Tim und Benny jeweils drei Minuspunkte, und alle anderen (Plus-)Karten anderer Farben je einen Minuspunkt.

Der Spielmechanismus erinnert an das mir noch aus der Schulzeit bekannte ″Schwimmen″ (auch lokal bekannt als ″Schnauz″, ″Einunddreißig″, ″s′Maul″, ″Knack″, ″Grüne Wiese″, oder ″Hos′n obi″). Allerdings entstehen durch die Minuskarten, sowie durch Tim und Benny, zusätzliche Möglichkeiten, mit denen man die Mitspieler ärgern kann. Dennoch ist das Spiel deutlich zufallsbetont. Die Karten sind (durch Uschi Heusel) hübsch gezeichnet, haben die wichtigen Symbole in allen vier Ecken (ein Feature, dessen Wert man erst erkennt, wenn man mit Karten spielen muss, die diese Zeichen eben nicht in allen vier Ecken haben) und sind sehr stabil. Alles in allem war das Spiel die rund acht Euro, die es kostete, mehr als wert.

Die Spielregeln gibt es in drei Formen: zum einen liegen dem Spiel ′Kurzübersichten′ auf Karten bei, die nur als schnelle Spickzettel dienen können, aber nicht ausführlich genug sind um das Spiel allein hiermit zu verstehen. Eine ′Kurzregel′, die alles erklärt, wird auf einem mehrfach gefalteten Zettel mitgeliefert; diese genügt zum Verständnis der Spielregeln. Außerdem gibt es eine geheftetes Spielregel, die launig geschrieben und mit Stimmungstexten versehen ist – zwar leicht zu lesen, aber die Stimmungstexte lenken doch ein wenig ab. Dennoch ist das Spiel auch hiermit gut zu verstehen.

Wie bereits gesagt, hatte der Spieleverlag Die Wuselmäuse einige Probleme, die auf der Webseite (im Rahmen des ″Leitfadens für Kleinstverlage″) angedeutet werden. Für nächstes Jahr ist aber ein neues familien-Brettspiel geplant, zu dem später zusätzliche Spielbretter und andere zusätzliche Materialien erscheinen sollen. Man darf gespannt sein: wenn das neue Spiel ähnlich gut wird wie Mömmen, sollte es erfolgreich sein können.

Das Spiel kann auch on-line bei Gravon gespielt werden.

Hersteller

Die Wuselmäuse

Autor

Volker Schwägerl

Spieler

2-5

Denken

4

Glück

7

Geschicklichkeit

0

Preis ca.

8 € (out of print)

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