WEG zu verkaufen

Der Spieleverlag West End Games ist zu verkaufen. Laut Postings von Eric Gibson, dem derzeitigen Eigentümer des Verlages, ist er "es müde, ständig ohne Belohnung zu arbeiten“. Nachdem er zunächst mit ein paar anderen Herausgebern gesprochen hatte, hat er seinen Entschluss jetzt öffentlich gemacht.

Der Entscheidung war eine lange Periode von Problemen vorausgegangen.

West End Games (WEG) wurde ursprünglich 1974 gegründet, Gründer war Daniel Scott Palter. 2001 wurde WEG von Humanoids Inc. aufgekauft, und 2003 an Eric Gibson verkauft. Die ganze Zeit blieb WEG in Pennsylvania: nach der Gründung in Philadephia zog der Verlag 1988 noch unter Palter um nach Honesdale. 2004 folgte dann der Umzug nach Downington.

Lange Zeit machte WEG sowohl mit eigenen Spielen (Paranoia, Torg, MasterBook…), waber auch mit Lizenzen zu anderen Produkten gute Umsätze. Das erste Star Wars Rollenspiel, Ghostbusters und Men in Black waren wohl die bekanntesten erfolgreicheren Produkte, aber es gab unter anderem zu MasterBook auch weniger erfolgreiche Produkte in Lizenz: Tank Girl, Indiana Jones, Hercules, Xena, Tales from the Crypt… Ein weiteres erfolgreiches Produkt war Junta, das auch in Deutschland (bei Pegasus) läuft. Nach finanziellen Schwierigkeiten kam es zum Verkauf an Humanoids, die wohl mit dem Verlag nicht zufrieden waren und ihn weiter verkauften. Inzwischen hatte WEG allerdings die meisten IP-Lizenzen verloren – Star Wars wird bekanntlich zur Zeit bei Wizards of the Coast gemacht – und Gibson hatte Probleme, die alte Glorie wiederherzustellen.

Nach einigen Anfeindungen aus der Rollenspielszene versuchte Gibson im Frühjahr, ein neues Produkt herauszubringen. Dieses Produkt, Septimus, wurde jedoch nie realisiert, und einige Leute, die bereits vorbestellt (und bezahlt) hatte, äußeten ihren Unmut auf einigen großen Amerikanischen Rollenpielforen, zum Beispiel bei rpg.net.

Jetzt hat Gibson beschlossen, nicht mehr weiter machen zu wollen.

Ob und inwieweit West End Games als Firma noch zu retten ist, wird die Zukunft zeigen müssen. Das D6-System hat immerhin noch einige Fans, aber die Geschichte des Verlages dürfte neue Investoren sehr vorsichtig machen.

Schade.

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