Das Sonnenfest

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Con-Bericht FeenCon 2008

Es scheint ein paar Gesetze zu geben, die immer gelten. Steine fallen nach unten, wenn sie losgelassen werden, wenn man zu viel Alkohol trinkt, wird man betrunken, und auf der FeenCon ist schönes Wetter. Ja, auch das letzte "Gesetz“ scheint eine Art universale Gültigkeit zu haben. Dies ist anders als bei vielen anderen Cons – man denke hierbei an den NordCon dieses Jahr, oder ganz extrem an den RatCon 2004, bei dem in der ersten Nacht beinahe der Zeltplatz weggespült worden wäre, und wo der Wolkenbruch einigen Leuten die soeben neu erworbene ZooBotanica Aventurica (die erst an dem Wochenende erschienen war) völlig durchweichte.

Wie gesagt, auf dem FeenCon scheint die einzige Feuchtigkeit, auf die man sich einstellen muss, die von innen zu sein. Diese Regel galt (nahezu) auch in diesem Jahr, am leicht zu merkenden Wochenende 05./06.07.08, als in Bonn Bad Godesberg die diesjährige FeenCon stattfand.

Die FeenCon ist eine der vier Großcons, die jedes Jahr in Deutschland stattfinden. Es kamen dieses Jahr ziemlich genau 2200 Besucher (also ohne Helfer und Aussteller), damit lag der FeenCon nur unwesentlich unter dem Vorjahresniveau. Was manch einem Besucher vielleicht seltsam erscheinen mag, denn vor allem im großen Saal war es wesentlich leerer und ruhiger als noch in den letzten Jahren. Dies lag aber daran, dass die Orga (Veranstalter ist übrigens die GFR) eine Meisterleistung auf die Füße gestellt hatte: die zur FeenCon unweigerlich gehörenden Turniere, die sonst teilweise parallel abliefen und sich gegenseitig und den anderen Spielen Platz wegnahmen, konnten dieses Jahr alle zeitlich hintereinander gelegt werden, so dass schon im Foyer wesentlich mehr Spieltische zur Verfügung standen.

Hierdurch fiel dann auch gar nicht auf, dass ein (kleiner) Raum durch eine komplette Star-Trek-Brücke belegt war, wo einige Simulationen liefen. Diese Brücke, die im vorigen Jahr nicht vorhanden war, weil zeitgleich ein Star-Trek-Con stattfand, ist ansonsten eines der speziellen Highlights des FeenCon.

Auch ist der FeenCon bekannt für den Mittelaltermarkt, der im Stadtpark nebenan stattfindet, und wo LARPer und Reenactors, kostümierte Tänzer etc. den Gästen – auch Spaziergängern, denn dieser Teil des FeenCon ist ohne Eintritt für 'Normalbürger' erreichbar – ihre Künste präsentierten. Auch wegen der Showeinlagen ist dieser Mittelaltermarkt ein Fest für Fotografen.

Für die Zukunft ist übrigens geplant, den Mittelaltermarkt stärker zu unterstützen, was zunächst durch eine Ausweitung des Werbeaufwandes hierfür erfolgen soll. Die ersten zögerlichen Ansätze hierzu, die dieses Jahr erfolgt sind, zeitigten jedenfalls schon gute Resultate, man darf gespannt sein, was die Zukunft bringt.

Für diesen Mittelaltermarkt ist das gute Wetter sicher auch eine wesentliche Errungenschaft, die dieses Jahr zum ersten Male überhaupt kurzzeitig unterbrochen wurde. Es war allerdings nur ein sehr kurzer Nieselschauer, der man einem Gast überhaupt nicht aufgefallen war. Das war laut FeenCon-Chroniken das erste "Wasser von oben“ auf den mittlerweile 19 Veranstaltungen.

Es ist zu hoffen, dass der Mittelaltermarkt in Zukunft noch mehr Schaulustige anzieht, die dann mit etwas Glück auch neugierig werden, was denn die ganzen Leute 'drinnen in der Halle' anstellen.

Wobei das 'drinnen in der Halle' auch nur teilweise stimmt. Es hatten sich, wie üblich, nämlich auch einige Rollenspielrunden in den Stadtpark verzogen, wo sie bis zu 80 Meter weit (lt. Orga) zogen um einen schönen Platz zu finden.

Ein anderer Effekt, der dieses Jahr wieder einmal dazu führte, dass die Hallen und Spieltische nachts ruhiger waren, war, dass die RheinKultur in Bonn wieder einmal am FeenCon-Wochenende stattfand und Besucher anlockte. Dies wird sich ausnahmsweise im nächsten Jahr nicht wiederholen.

Der Hauptpunkt für die meisten Congänger sind aber sicher die Aussteller und Spielrunden. Es gab dieses Jahr mit 228 stattgefundenen Rollenspielrunden ein buntes Programm, wobei Höhepunkte sicher die Supportrunden von Ulisses und Pegasus sowie die Alveraniarsrunden waren. Aber auch abseits der 'großen' Systeme gab es viele Angebote, und auch einige 'kleine' Hersteller, die ihre Systeme anboten. So gab es u.a. auch die Möglichkeit, 'Das Monster aus der Spätvorstellung‚, Kobolde oder auch Nova zu spielen.

Auch Aussteller gab es in großer Zahl, wobei natürlich Pegasus und Ulisses mit ihren Ständen bereits große Bereiche abdeckten. Aber auch kleine Stände und FeenCon-Neulinge waren zu finden, sowie neue Künstler und Autoren, die ihr Œuvre dem geneigten Publikum vorstellten.

Man darf auch nicht vergessen, dass die 'typischen' Programmpunkte wie das 'Bring&Buy‘, die Tombola und die Auktion am Veranstaltungsende wie gewohnt hervorragend ausgestattet waren.

Neben den eigentlichen Aktivitäten sind es ja auch noch einige andere Punkte, die das Vergnügen an einer Con ausmachen. Hier muss gesagt werden, dass mir die Toiletten (ein wunder Punkt bei manchen Cons, vor allem Großcons) dieses Jahr ein Stück sauberer schienen als noch 2007. Vielleicht hatte ich nur Glück und erwischte immer die genau richtigen Zeitpunkte, aber ein Vorausgang war sehr gut spürbar.

Dies gilt leider nicht für das Catering: so wie der FeenCon für gutes Wetter bekannt ist, ist das FeenCon-Catering für seine Preise berüchtigt. Man sah immer wieder wie Besucher erschrocken zusammenzuckten, wenn sie die Preise am Catering-Stand im Foyer sahen. Mit niedrigeren Preisen hätte das Catering sicher deutlich mehr Umsatz gemacht, und mE wahrscheinlich sogar mehr Gewinn erzielt. Wie erfolgreich man mit vernünftigen Preisen sein kann, zeigten die entsprechenden Stände auf dem Mittelaltermarkt, wo u.a. echtes belgisches Kriek der Brauerei Lindemans, aber auch einige andere Frucht“biere“ verkauft wurden. Angesichts der wesentlich akzeptableren Preise dort hatten diese Stände sich auch nicht über Leerlauf zu beklagen.

Man sollte auf jeden Fall schon jetzt das Wochenende vom 11. und 12. Juli 2009 im Kalender vormerken, denn dann findet der nächste FeenCon statt, der dann auch gleich ein Jubiläumscon sein wird: der FeenCon wird dann zum zwanzigsten Male stattfinden. Die Rheinkultur soll 2009 eine Woche eher stattfinden.

Veranstaltung

FeenCon, 5./6. Juli 2008

Ort

Bonn-Bad Godesberg, Stadthalle

Eintritt Samstag / Sonntag / beide Tage

7 € / 5 € / 10 €

Teilnehmer

2.200 (lt. Veranstalter)

Dauer

Samstag 10 bis Sonntag 18 Uhr

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