Andergaster Geisterspiel

Begeisterter Neuanfang

Auf der RatCon verteilte Ulisses an die Besucher ein paar Goodies, unter anderem eine CD mit Hörproben der neuen DSA-Hörspiele, sowie ein kleines DSA-Abenteuer mit dem Titel ″Begeisterter Neuanfang″. Dies soll allerdings keine Einzelaktion sein, Ulisses plant, ein ganzes Jahr lang dieses Abenteuer auf Cons verteilen zu lassen, bevor es für "Con-Muffel“ verfügbar werden soll. Nächses Jahr zur RatCon soll dann ein neues ABenteuer in ähnlicher Aufmachung
erscheinen.

Cons, auf denen das Abenteuer auf jeden Fall verteilt werden soll, sind laut Aussage von Patric Götz von Ulisses:

  • Ratcon 2008
  • Dreieich-Con 2008
  • RPC 2009
  • Nordcon 2009
  • Lindencon 2009
  • Feencon 2009
  • die Pogos, die bis August 2009 noch stattfinden.

Außerdem wurde bereits angekündigt, dass es auch auf dem Schweinfurter Fantasy-Festival erhältlich sein soll.

Das Abenteuer hat A4-Format, mit Titel- und Rückseite 16 Seiten, und ist eine reine Papierausgabe – kein stabilerer Pappeinband, aber das wäre wohl auch wirklich zu teuer in der Produktion. Im Layout entspricht es allerdings völlig den einschlägigen DSA-Abenteuern, und ist als solches auch unmittelbar zu erkennen.

In einem kleinen Dörfchen im hintersten Andergast haben die Bewohner Ärger mit Geistern. Dies ist auf jeden Fall, was der Freiherr, der das Dorf auf den Ruinen eines vor mehr als 100 Jahren verlassenen Dorfes hat neugründen lassen, den Helden erzählen kann, die in klassischem Abenteuereinstieg entweder von seinem jüngeren Bruder angesprochen wurden oder auf einen Aushang in Andergast-Stadt reagiert haben. Da er aus Gesundheitsgründen nicht selber nachsehen kann und die örtliche PERainegeweihte mit einem Nervenzusammenbruch zurückgekommen ist, schickt er also die Helden, einmal nach dem rechten zu sehen.

Schön zu sehen, dass es (ausnahmsweise einmal) einen guten Grund gibt, weshalb die örtlichen Autoritäten nicht selber darum kümmern, bzw., dass ihre Versuche nichts gebracht haben. Gleichzeitig wird aber auch schon hier klar, dass das Abenteuer sich in erster Linie
an Spieler und Spielleiter richtet, die bereits ein wenig Rollenspielerfahrung haben. Es werden zwar ein paar Vorschläge gemacht, wieso sich die die Helden gerade hier aufhalten, aber hier muss der Spielleiter dann doch die eine oder andere eigene Idee einbringen.

Das gleiche gilt auch für die beiden Dörfer, in denen die Helden sich im Rahmen des Abenteuers aufhalten: sowohl der Heimatort des Freiherrn als auch die Neugründung, die die Geisterprobleme hat, werden nur kurz umrissen und müssen vom Spielleiter mit Leben gefüllt werden. Hierbei hilft zwar eine kurze Einwohnerliste mit stichpunktartigen Kurzcharakteristiken, aber gerade der Untersuchungsort (das "minder geplagte Dorf“, wie es im Abenteuertext genannt wird) erfordert dann doch, dass der Spielleiter selbständig arbeiten kann.

Als Spielleiter sollte man sich schon einigermaßen in Aventurien auskennen, was Grundlagen der Magietheorie, anderer Völker etc. angeht. Auch den Spielern sollte obendrein klar sein, dass Aventurische Trolle eine ganz andere Art sind, als die von beispielsweise von AD&D her bekannten Namensvettern. Dass einer im Abenteuer auftaucht, dürfte nach einem Blick auf das Titelbild schon klar sein, so dass ich das auch nicht als Spoiler bezeichnen würde.

Das Abenteuer leitet dann recht direkt auf das Ziel zu, bei dem man die Ursache der Erscheinungen entdeckt und auch eine Lösung finden kann. Trotz des geradlinigen Aufbaus dürfte kaum das Gefühl aufkommen, gerailroadet zu werden, da die einzelnen Schritte ganz einfach logisch aufeinander folgen.

Schön auch, dass es in Andergast angesiedelt ist. Das dürfte aber auch kaum noch verwundern, schließlich sind die Streitbaren Königreiche so ziemlich das letzte Gebiet in Aventurien, in dem man noch klassische Fantasy-Abenteuer erleben kann, ohne ständig mit den Nachwehen der G7, des Jahrs des Feuers, der Wirren im Lieblichen Feld etc. zu tun zu bekommen.

Mir hat das Abenteuer recht gut gefallen, auch da es nicht so sehr den klassischen DSA-Klischees folgt. OK, auch hier ist die böse Hexe eben keine böse Hexe, aber sie bietet, wie auch einige andere Punkte, genug überraschende Wendungen um jeden Spieler zu überraschen. Mit nur vier Bildern, einer Karte für den Spielleiter und einer ähnlichen für die Spieler (die sie im Laufe des Abenteuers finden können) liegt der Schwerpunkt auf Text, was dem Umfang des Abenteuers zugute kommt. Für ein Gratisabenteuer, das auf Cons verteilt wird, ist es ein sehr großes
Abenteuer und angesichts des modernen kleinen Fomts schätze ich, dass es vom Textumfang her ohne weiteres an die uralten Abenteuer wie den Wald ohne Wiederkehr heranreicht.

Würde ich raten, nur für das Abenteuer auf einen Con zu fahren? Nein, nur für das Abenteuer wären die Anfahrtskosten und der Eintritt wohl zu aufwändig. Aber wer sowieso auf einen Con geht (oder immer schon mal auf einen Con gehen wollte, aber nie den entscheidenden Schritt geschafft hat) ist es doch empfehlenswert.

Hersteller / Autor Ulisses Spiele

Sprache

Deutsch

Spieler

RPG

Denken

n/a

Glück

n/a

Geschicklichkeit

n/a

Preis ca.

gratis auf bestimmten Cons erhältlich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.