Spieltage – Tag 4

Es ist vollbracht, auch diese Spiel liegt hinter uns. Wie üblich war es am letzten Tag wieder sehr voll, und man musste sich manchmal den Weg durch die Menschenmassen regelrecht hindurchkämpfen. Dennoch konnte man so ziemlich alle Stände gut erreichen, so dass ich, wie ich hoffe, alle Verlage zumindest ansprechen konnte.

Leider fielen zwei Verlage/Verlagsgruppen aus. Bei dem einen waren die Pressevertreter bereits am Freitagabend wieder heimwärts gezogen, was sie, wenn ich mich recht erinnere, nahezu jedes Jahr tun. Beim anderen war der Effekt sogar noch frappierender.

Ich hatte bei diesem Verlag am Freitag einen Termin vereinbart für heute nachmittag. Als ich zum vereinbarten Zeitpunkt auftauchte, musste der Verlagsvertreter zu einem Fernsehinterview, das anscheinend kurzfristig dazwischen geschoben worden war. Dafür wurde mir dann ein neuer Termin angeboten, der zwei Stunden später stattfinden sollte. Just zu diesem Zeitpunkt fand dann allerdings eine Preisverleihung statt, bei der dieser Vertreter ebenfalls erscheinen musste – und so kam es dazu, dass ich doch kein Gespräch mehr mit dieser Person führen konnte. Naja…

Einige andere Verlage hatten aber mehr Zeit für mich, und einige Spiele, die ich sah, waren dann noch hochinteressant:

M+A Spiele hatte eine numerierte limitierte Auflage der snipbox im Angebot, die das bekannte snip dieses Verlages mit fünf anderen Spielen mit demselben oder ähnlichem Material kombiniert.

Der Schwedische Herausgeber 3CG war zwar soweit ich weiss nicht selber da, aber Anders Fager von Gotick präsentierte ihr Kartenspiel With Sword and Shield, ein Kartenspiel um ritterliche Turniere und Duelle.

Wieso Twisted Winds in der Halle 6 (Rollenspiele, Tabletops und LARP) standen, konnte niemand sagen. Auf jeden Fall hätte das Spiel Accused! besser in die Hallen 4, 5 oder 9 gepasst. Man versucht in diesem Spiel, sich von einer Mordanschuldigung reinzuwaschen.

Ein Memory-Spiel besonderer Art ist Gemischtes Doppel von Metermorphosen: hier werden nicht direkte Begriffspaare, sondern Rüttelscheime, äh, Schüttelreime beieinander gesucht. Der Herausgeber hat, in Zusammenarbeit mit dem SZ-Magazin, besondere 'Spoonerisms‘, wie diese Dinge in Englisch heißen, gesammelt: Rasenheizung – Hasenreizung…

Der Nürnberger Spielkarten-Verlag hatte eine ganze Reihe Spiele in Metalldosen am Stand, von denen mir besonders Ochsen Soxen und Klau-Mau! gefielen. Letzteres ist eine Art Mau-Mau mit interessantren zusätzlichen Regeln, während ersteres ein SPiel um 'kuhle' Flirts ist.

Kühe scheinen sowieso ein wenig 'in' zu sein. The Game Master hat in diesem Jahr Koe zoekt boer herausgegeben, das inzwischen auch in mehreren anderen Ländern erhältlich ist, unter anderem auch als Kuh sucht Bauer. Und dann sind da noch Fiese Kühe, die vom Spielspass-Verlag ins Rennen geschickt werden…

Dr. Wood präsentierte das neue Kingdom Quest, das eine ungewöhnliche Spielstein-Zugmechanismus-Kombination verwendet: die Spielfiguren sind Würfel, durch die Bewegungen kommen immer wieder andere Rollen nach oben, die die Spielsteine annehmen können. Dennoch ist das Spiel ständig berechenbar, nichts bleibt dem Glück überlassen.

Seit letztem Jahr hat Wattsalpoag Games übrigens zwei neue Spiele herausgebracht: Fruit Fair ist ein Spiel um die Obsternte, und bei Jet Set werden Flugrouten durch Europa gelegt.

Zuguterletzt möchte ich noch berichten, dass ich eine Proberunde des "neuen“ Shadowrun gespielt habe. Ich habe vor vielen jahren auf ein paar Cons die Version 2.01D gespielt, und mir wurde damals das Spiel durch einige Spieler verleidet, die echte 'Munchkins' waren. Bei der Proberunde waren derartige Auswüchse nicht zu bemerken – was wohl auch daran lag, dass von vier Spielern keiner eine Shadowrunerfahrung hatte, die jünger als zehn Jahre alt gewesen wäre. Es lief jedenfalls einigermaßen flüssig, und man kann sich sicherlich an das System gewöhnen.

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