Sturm und Donner


Wetterleuchten

Seit heute ist ein neuer Abenteuerband zum Schwarzen Auge offiziell erhältlich: Wetterleuchten enthält vier Alveraniarsabenteuer zur Vorbereitung des Donnersturmrennens. Dieses Rennen, das alle 25 Jahre stattfindet, und das demnächst wieder ansteht, will natürlich gut vorbereitet sein, und so haben sich ein Dutzend Städte beworben, die Startstadt des Rennens zu sein.

Zu diesem Thema, wer denn die Ehre haben wird, Startstadt des Rennens zu sein, haben die Alveraniare in den letzten Monaten auf einer Reihe großer Cons (z.B. Dem FeenCon und dem NordCon) eine Reihe Abenteuer geleitet, von denen vier in diesem Abenteuerband zusammengefaßt werden. Verglichen mit dem erst kürzlich erschienenen Alveraniarsband Die Gesichtslose sind diese Abenteuer also sehr schnell in den Druck gegangen.

Es handelt sich bei den Abenteuern im einzelnen um

  • Strom der Feinde von Michael Masberg und Daniel Simon Richter, bei dem die beiden Weidener Kandidaten Donnerbach und Baliho eine Rolle spielen,
  • Der Schwarze Löwe von Chababien von Chris Gosse, das in Neetha und Umgebung spielt
  • Blutspfad von Patrick Fritz, mit Brig-Lo als Schauplatz sowie
  • Ein Traum von Ehre von Tilo Hörter, das in Winhall und Umgebung spielt.

Interessant ist ein Größenvergleich dieser vier Abenteuer: Strom der Feinde ist 39 Seiten stark, die nächsten beiden jeweils 5, und das letzte sieben. Irgendwie macht diese Größenverteilung den Eindruck, dass Strom der Feinde eigentlich als eigenständiges Abenteuer verkauft hätte werden sollen.

Wer im Geschäft steht und das Abenteuer noch nicht kennt, sieht natürlich als erstes das Cover van Kathrin Wulfers (siehe auch oben). Zu diesem Coverbild hat es bereits heiße Diskussionen gegeben, zum Beispiel auf dem Ulisses-Forum und bei Alveran, so dass ich mich hier lieber enthalte. Es erreicht jedoch sicher nicht die zweifelhaften Qualitäten des Wege-der-Götter– oder Zoobotanica-Covers.

Wenn man dann das erste Abenteuer durchliest, in dem ein Weidener Adliger dringend der Hilfe durch die Helden bedarf, staunt man, was man alles aus dem – von manchen als 'ausgelutscht' und 'langweilig' bezeichneten Weidener Landen und Sagen machen kann. Ohne hier gleich zu viel spoilern zu wollen, muss ich doch sagen, dass dies Abenteuer hervorragend für alle geeignet ist, die die Weidener Lande und das Gebiet direkt nördlich davon lieben.

Verglichen damit wirken die anderen drei Abenteuer eher klein und unscheinbar. Aber auch sie haben es in sich. Das will heißen, das sie bei weitem nicht so weit ausgearbeitet sind wie der Strom, so dass man als Spielleiter eine gewisse Arbeit auf sich nehmen muss.

Der Schwarze Löwe von Chababien ist ein Räuberhauptmann, dem vorgeworfen wird, eine Statue aus einem Rondratempel gestohlen zu haben. Dummerweise ist seither auch eine Geweihte dieses Tempels verschwunden. Hat er eventuell auch mit ihrem Verschwinden zu tun? Ob der Löwe es wirklich war, und was hinter dem Verschwinden der Statue steckt, müssen die Helden erst einmal herausfinden. Wenn man das erst einmal herausgefunden hat, macht es einem auch nicht mehr so viel aus, dass die endgültige Lösung des Problems aus einem bekannten Fantasy-Werk übernommen wurde: hier klingt es tastsächlich wie die beste Lösung.

In der Nähe von Brig-Lo begegnen die Helden einem hohen Rondrageweihten, dessen Ankunft eigentlich in Brig-Lo angekündigt sein sollte. Dass der Bote nicht eingetroffen ist, verwundert, und auch die Tatsache, dass die Bürger sich teilweise sehr seltsam verhalten, nur um kurze Zeit später wieder ganz normal zu wirken, will ergründet sein.

In Winhall schließlich werden die Helden gebeten, dem dort schwer erkrankten Legaten der Rondrakirche zu helfen. Hierfür entsteht eine sehr ungewöhnliche Allianz. Die Jagd auf den Übeltäter folgt jedoch eher dem normalen Schema.

Am Ende des Abenteuerbandes findet man nur zwei Karten: eine Karte Donnerbachs, sowie eine Karte des Ortes Rathila, eine 400-Einwohner-Stadt am Rathil. Weitere Handouts oder andere Materialien sind nicht zu finden.

Der Gegenspieler sind viele: Hexen, Bras’ragh-Paktierer, Feenwesen, auch der Namenlose macht in einem der vier Abenteuer seine Aufwartung (selbstverständlich nicht in dieser Reihenfolge). Aber auch auf der Seite der Helden findet man, wie bereits angedeutet, nicht nur einfache Bauern und Rondrageweihte, sondern viele verschiedene Personen.

Schon das erste Abenteuer wäre für sich die elf Euro sicherlich wert, die anderen drei kann man ohne weiteres als 'nette Dreingabe' betrachten. Gewisse Railroading-Effekte sind – gerade bei den drei kleineren Abenteuern – im Text nicht zu vermeiden: man geht deutlich davon aus, dass die Helden nicht nur Helden im Sinne eines Protagonisten sind (nach dieser Definition wäre auch MacBeth der Held des gleichnamigen Tehaterstücks), sondern Helden im klassischen Sinne. Unter dieser Voraussetzung sind die Abenteuer aber sehr spielbar und dürften für eine Reihe erfreulicher Spieleabende sorgen.

Hersteller Ulisses Spiele

Autoren

Patrick Fritz, Chris Gosse, Tilo Hörter, Michael Masberg, Katja Reinwald und Daniel Simon Richter

Spieler

RPG

Denken

n/a

Glück

n/a

Geschicklichkeit

n/a

Preis ca.

11 € (Buchpreisbindung)

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