Glaubhaft

Die drei Gebote

Aufregung im Tempel des einzig wahren Glaubens an den Erretter der MenschheitenTM: nach dem Verscheiden des letzten Hohepriesters muss ein neuer gewählt werden. Aber es sollte natürlich nicht irgendjemand sein, sondern jemand, der ein neues Ritual erstellt, das von den Gläubigen ohne große Probleme durchgeführt werden kann. Leider geben die Ordensregeln vor, dass der Hohepriester diese Regeln niemandem bekannt geben darf, so dass die Priester durch Versuch und Irrtum diese ermitteln müssen: es ist also wichtig, dass diese Regeln nicht zu schwierig sein dürfen.

Das ist die Grundvoraussetzung des Spiels "Die 3 Gebote“ aus dem Hause BeWitched, bei dem die Spieler reihum in die Rolle des Hohepriesers schlüpfen und Regeln aufstellen, die die anderen Spieler anschließend zu erfüllen trachten.

Das Spiel kommt in einer großen Schachtel, die allerdings recht viel Luft enthält. Ansonsten findet man noch in der Schachtel

  • eine Spielregel auf einem Faltblatt aus drei DIN-A6-Blättern
  • ein Spielbrett, das den Tempel darstellt,
  • 15 Spielsteine (sog. "Artefakte“), jeweils fünf in den farben schwarz, weiss und braun
  • 3 Markiersteine
  • 4 Standfüße
  • 120 Karten, davon 71 "Artefaktkarten“, 44 "Aktionskarten“, 4 Schicksalskarten, 1 "Heilige Grenze“
  • ein Block zur Protokollierung der erzielten Punkte

Reihum ist jeder Spieler einmal Hohepriester, der die Regeln festlegt, die die Spieler anschließend zu entschlüsseln trachten. Hierfür erhält er zwei Artefakt- und zwei Aktionskarten, aus denen er zwei Gebote und ein Verbot auswählt, also zwei Regeln, denen die anderen Spieler folgen sollen, und eine Regel, der sie ausdrücklich nicht folgen dürfen. Der Hohepriester sollte hierbei versuchen, Regeln zu wählen, denen die anderen Spieler zumindest zum Teil schon von selbst folgen werden, denn hierfür gibt es Punkte.

Die Karten mit den Regeln stellt der Hohepriester in den Standfüßen vor sich auf, so dass er sie immer im Blick hat. Zwischen die Gebote und das Verbot kommt noch die Heilige Grenze, um anzuzeigen, welche Karten die Gebote darstellen. Dann werden die Schicksalskarten mit dem Rücken nach oben ausgelegt, Zuguterletzt verteilt der Hohepriester die Artefakte auf dem Spielbrett.

Nun dürfen die Spieler reihum versuchen, durch Bewegen eines Artefakts von seinem Platz auf dem plan auf einen anderen Platz zu bewegen – oder auch, es am selben Platz wieder abzustellen. Man darf im seinem Zug nur ein Artefakt bewegen, und dieses muss am Ende des Zuges auch wieder in einer Kammer des Tempels stehen (nicht auf einer Linie).

Nach dem Zug gibt der Hohepriester beakannt, wie viele Pluspunkte („Karma“) es dafür gibt. Dies wird durch die Gebote und Verbote bestimmt. Hierbei können die Karten entweder eine feste Punktzahl bedeuten (wenn man mit dem Artefakt redet, bringt das bzw. kostet das 3 Punkte), oder auch eine variabele Punktzahl bringen (ein Punkt für jedes Artefakt, das alleine in einem Raum steht). Gebote bringen hierbei Pluspunkte, Verbote Minuspunkte. Die Summe (wenn sie denn positiv ist) wird laut angesagt und dem Spieler gutgeschrieben. Bei null Punkten wird nur bekannt gegeben "Kein karma“, und bei Minuspunkte wird nur angegeben "Schlechtes Karma“. In diesen Fällen erhält der Spieler keine Punkte; stattdessen wird eine der Schicksalskarten umgedreht. Außerdem werden mit Markiersteinen diejenigen Karten angezeigt, die zu Punkten (Plus- oder Minuspunkten) in dieser Runde geführt haben.

Sollte es in vier hintereinanderfolgenden Versuchen den Spielern nicht gelingen, Karma zu erwerben, ist der Hohepriester offensichtlich unfähig und wird in einer kleinen Palastrevolte abgesetzt: alle Spieler außer dem Hohepriester erhalten 20 Punkte gutgeschrieben. Dies wird mit den Schicksalskarten angezeigt, von denen wie gesagt eine umgedreht wird, wenn ein pieler keine Punkte macht – und alle wieder verdeckt gedreht werden, wenn ein Spieler Karma verdient.

Nach einer bestimmten Anzahl Runden, abhängig von der Spieleranzahl, wird dann abgerechnet: jeder Spieler erhät so viele Punkte, wie er Karma gesammelt hat, der Hohepriester erhält genauso viele Punkte wie der Spieler, der die meisten Punkte erhält.

Das Spielmaterial ist sehr schön und stabil, abgesehen von der Größe der Schachtel gibt es hier nichts zu bemängeln. Das Design der Karten und des übrigen Spielmaterials ist sehr schön und gelungen.

Das Spiel selber spielt sich gut und flüssig, und macht viel Spaß. Von der Art her erinnert es stark an Robert Abbott’s Eleusis. Den Fehler von Alex Randolph’s Version Geheimcode vermeidet Die 3 Gebote dadurch, dass die Punkte aus den 3 Regeln gegenseitig als Nebelwand dienen, so dass man nicht so einfach feststellen kann, welche Regel jetzt gültig ist.

Als Spieler sollte man nicht nur die Resultate der Mitspieler dahingehen überprüfen, für welche Aktionen es Punkte gegeben haben könnte. Wenn zwei oder gar drei Versuche mit schlechtem karma geendet haben,, kann es für den Spieler nützlicher sein, selber auch schlechtes Karma zu verdienen und so den Hohepriester abzusägen. Ein Hohepriester, der abgesägt wurde, hat es extrem schwer, noch genug Punkte zu sammeln, dass er noch gewinnen kann. Es ist also sehr wichtig, die Regeln so aufzubauen, dass die Spieler in der Regel positive Ergebnisse haben werden. Glück spielt bei diesem Spiel nur eine untergeordnete Rolle, das logische induktive (!) Denken ist eindeutig wichtiger.

Alles in allem ist Die 3 Gebote ein Spiel, das man gerne und immer wieder spielen kann.

Hersteller

BeWitched

Autor

Friedemann Friese, Gordon und Lamont Frasier

Spieler

3-7

Denken

9

Glück

4

Geschicklichkeit

n/a

Preis ca.

22,95 € (im Pegasus-Webshop)

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