Räuberpistolen

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Im Wald da sind die Räuber

Bislang war Krimsus Krimskramskiste ja bekannt für seine Kartenspiele und Rollenspiele. Zur letzten Spiel brachte der Verlag allerdings das erste "echte Brettspiel“ heraus, unter dem Titel Im Wald da sind die Räuber. Naja, In 80 Karten um die Welt konnte man ja auch schon als ein verkapptes Brettspiel bezeichnen, aber es hatte die eindeutige Aufmachung eines Kartenspiels, was hier doch ganz anders aussieht.

Somit ist zur Feier des zehnten Geburtstages des Verlages ein neues Kapitel begonnen worden, wenn man es so nennen will. Man merkt dem Spiel allerdings nicht an, dass es sozusagen ein Erstlingswerk ist.

Die Spieleschachtel scheint auf den ersten Blick recht luftig zu sein, allerdings liegt das zu einem Gutteil daran, dass ein Großteil des Spielmaterials in Kartonkarten mitgeliefert wird und vor dem ersten Spiel ausgepöppelt werden muss. Wenn das erst einmal erledigt ist, sieht die Spieleschaftel auch gleich wesentlich voller aus.

Zum Spiel gehören:

  • ein Spielbrett mit einer Kurzübersicht über die erreichbaren Siegpunkte und einem Zählparcours, auf dem diese Siegpunkte nachgehalten werden Außerdem werden hier die Feldsteine gelagert und es gibt hier eine Übersicht über die Zugoptionen.
  • 12 Räuberfiguren (platte runde Holzscheiben) – je 3 in rot, gelb, blau und grün
  • vier Wertungsräuber in der klassischen Mensch-ärgere-Dich-nicht-Form
  • 24 Räubermarker – je dre Krafttrünke und Spitzbuben in rot, gelb, grün und blau
  • 40 Beutechips – je 8 Juwelen, Geld, Gold, Schmuck und Silberbesteck
  • einen Mädchenchip
  • eine Gardistenfigur und -chip
  • einen vierseitigen Würfen in Pyramidenform – laut Spielanleitung ist einer nötig, in meiner Schachtel lagen allerdings zwei
  • ein "Leinensäckchen“ – naja, eigentlich besteht es aus Kunstfaser
  • zwei Spielanleitungen – eine in Deutsch und eine in Englisch
  • 55 Hexplättchen, aus denen im Spielverlauf das Spielfeld zusammengesetzt wird

Die Hex- und anderen Plättchen lassen sich recht gut aus den sechs Kartonblättern lösen, bei manchen anderen Spielen gab es ja hier bereits die ersten Probleme. Das Material ist angenehm stabil und gut zu handhaben, weder zu dick noch zu dünn. Nur der sogenannte Leinenbeutel dürfte stabiler sein, und mit anderem Material wäre er wachrscheinlich auch angenehmer zu fassen.

Jeder der zwei bis vier Spieler erhält eine Räuberbande (zwei Räuberfiguren – bei zwei Spielern drei, die Wertungsfigur, und das dazugehörige Räuberlager) und die Krafttrünke und Spitzbuben – bei vier Spielern je ein Trunk und Spitzbube weniger. In der Mitte wird der Brombeerstrauch ausgelegt, die übrigen Wegeplättchen werden gemischt und in drei Zwölferstapeln auf das Spielbrett gelegt, die übrigen Plättchen werden gleichmäßig auf die Spieler verteilt.

Anschließend wird der erste Teil des Waldes aus den verteilten Plätchen am Brombeerbusch angelegt. Hierbei müssen, wie üblich, Wege immer an Wegen anschließen, außerdem dürfen Wegeplättchen mit einem Jagdschloss nicht direkt nebeneinander liegen. Auf Wegeplättchen mit einem Gasthaus muss, auf Plättchen mit einem Bauernhof darf ein Beutechip gelegt werden, ein Jagdschloss erhält zwei verschiedene Beutechips. Nachdem alle zugeteilten Wegeplättchen (einschließlich der Räuberlager) ausliegen, ziehen die Räuberfiguren in den Wald ein. Von nun an läuft eine Runde in mehreren Teilschritten ab.

Zuerst wird ein Wegeplättchen genommen, das nach denselben regeln wie im ersten Teil angelegt werden muss. Auch Beutechips werden nach denselben Regeln gelegt. Außerdem kommen der Gardist und das Mädchen jetzt in den n“chsten paar Runden ins Spiel.
Dann bewegen sich die Räuber und rauben Beutechips, wobei jede Bewegung und jedes Aufnehmen eines Chips einen Aktionspunkt kostetn. Mann kann hier auch die Krafttrünke verwenden um fopptelte Aktionspunkte zu erhalten, oder Spitzbuben, um andeern Räubern die Beute wieder abzujagen. Außerdem kann man das Mädchen als "Beute“ aufnehmen und zum Brombeerbusch bringen, wo es dann sofort Punkte gibt. Das Mädchen erscheint immer dann, wenn ein Wegeplättchen ohne Gebäude ausgelegt wird und es noch nicht auf dem Spielbrett steht, kann also mehrfach zur Wertung führen.

Zum Rundenabschluss darf der Gardist dann auf Streife gehen – hierfür bewegt sich der Gardist auf den Gardistenchip zu, der auf dem Brett ausliegt, und zwar wird die Anzahl der Schritte mit dem vierseitigen Würfel bestimmt. Der Gardist schlägt Räuber in die Flucht (sie lassen ihre Beute fallen und rennen ins Lager), und versperrt den Räubern den Weg.

Sobald jeweils zwölf Plättchen gelegt wurden und der Zug beendet wurde, werden Punkte gewertet. Es gibt Punkte für alle Beute, die ins eigene Lager gebracht wurde, wobei man umso mehr Punkte erhält, je mehr gleichartige Beutechips man hat. Bei der Schlussabrechnung gibt es außerdem Punkte für Funfersets, sowie für besetzte Gasthäuser.

Gewonnen hat natürlich, wer die meisten Punkte erzielt hat.

Das Spiel ist interessant, und man muss schon gut planen, wenn man bei Spielende die beste Beute gemacht haben will. Interessanterweise läuft das Spiel zu zweit, zu dritt und zu viert ähnlich gut, wenn auch die Athmosphäre jeweils eine ganz andere ist: als Zweierspiel ist es eher taktisch, als Dreierspiel ein Ärgerspiel, bei dem sich meist zwei gegen einen verbünden. Im Viererspiel agieren die Spieler dann eher unabhängig voneinander, obwohl der Ärgerspieleffekt auch hier noch wiederzufinden ist.

Die Angabe auf der Spieleschachtel, das Spiel dauere gut eine Stunde, ist recht gut geschätzt, wenn man einmal die Möglichkeiten erarbeitet hat. In den ersten Runden kann es auch schon einmal an die zwei Stunden gehen.

Das Spiel ist nicht sonderlich schwierig zu erlernen, und als Familienspiel hervorragend geeignet, hat aber auch als taktisches Spiel für Vielspieler einiges zu bieten.

Man merkt gut, dass Krimsus Krimskramskiste kein "neuer“ Verlag ist, Im Wald da sind die Räuber hat eigentlich keine der üblichen macken, die ein Erstlingsspiel kennzeichnen. Im Gegenteil, das Spiel würde ohne weiteres auch einem "Großverlag“ gut zu Gesicht stehen.

Wer übrigens das Volkslied kennt, wird manche Sachen wiederfinden, zum Beispiel das Mädchen, das zum Brombeerbusch will. Nur eine Schwiegermutter ist nicht zu sehen – aber davon dürfte manch einer sowieso schon eine zuviel haben…

Hersteller Krimsus Krimskramskiste
Autor Mark "Krimsu“ Sienholz
Illustrationen Thorsten Kettermann

Spieler

2-4

Denken

7

Glück

3

Geschicklichkeit

0

Preis ca.

23 €

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Im Wald da sind die Räuber ist zum Beispiel erhältlich über den Pegasus-Webshop

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