Waffenknechte

Wahl der Waffen – Erstverkaufstag

Die Anthologie Wahl der Waffen wurde zwar bereits auf der RPC verkauft, aber der offizielle Erstverkaufstag ist heute. Das heißt, die Bücher haben tatsächlch zweieinhalb Wochen bei Ulisses gelegen, bevor sie versandt wurden. Während das ein netter Bonus ist für alle DSA-Spieler, die in Köln sein konnten, mussten alle die, die es aus dem einen oder anderen Grund nicht geschafft haben, noch ziemlich lange warten.

Hat sich das Warten gelohnt? Nun, von außen wirkt Wahl der Waffen im Prinzip wie jedes andere Abenteuer-Hardcover zu DSA. Das Titelbild – in hellgrüner Grundfarbe – zeigt, wie vom Titel her zu erwarten, eine Kampfszene, und zwar eine, in der eine ganze Menge los ist. Mehr noch als bei Sphärenkräfte ist hier richtig etwas los. as ist schon ein wenig ungewöhnlich für ein DSA-Abenteuer; die haben ja meist eher statisch wirkende Titelbilder. Aber das Bild von Alan Lathwell – ein Name, dem ich bei DSA noch nicht bewusst begegnet bin – weiß zu gefallen, auch wenn die Handhaltungen mir ein wenig seltsam erscheinen, vor allem an der Axt. Aber das Titelbild ist bei einem Abenteuerband ja eher zweitrangig.

Wichtiger ist die Frage, was denn im Abenteuer steht. Oder besser geagt, in den Abenteuern, denn es handelt sich auch hier um eine Anthologie. Insgesamt gibt es vier Abenteuer, und zwar

  • Süße Träume von Alex Spohr
  • Der Preis des Korns, von Tilo 'Branibor' Hörter
  • Auf Messers Schneide, von Christian 'Mythrael' Hötting
  • Der Pfad des Visar, von Tilmann Hakenberg.

Also eine bunte Mischung aus regelmäßigen Autoren, neune Autoren, Alveraniaren und so weiter.

Alex Spohr entführt die Helden nach Al’Anfa, wo ziemlich gefährliche Rauschgifte aufgetaucht sind – so gefährlich, dass sich sogar die BORonkirche dafür zu interessieren beginnt. In einem einfach gestrickten, aber dennoch spnnenden Abenteuer kann man den Drahtziehern auf die Spur kommen. Schön ist vor allem auch, dass hierbei ausdrücklich auf die Möglichkeit eingegangen wird, Bewohner Al’Anfas zu spielen. Hier sind vor allem detekticische Talente gefragt, auch wenn eine Gruppe aus lauter Roalsjüngern mit Unfähigkeit: Kampf wohl eher fehl am Platz wäre.

Tilo Hörter nimmt sich des Themas der Versorgung Gareths mit Nahrungsmitteln an. Auf einer Einkaufsreise für Getreide geraten die Helden zwischen die Fronten der berüchtigten Natterndorfer Fehde. Vor dem Hintergrund der Wilderlande ist die Situation zwar ernster als sie es noch vor ein paar Jahren gewesen wäre, aber grundsätzlich ließe das Abenteuer sich auch in der Zeit vor dem Jahrs des Feuers spielen, ohne dass man viel anpassen müsste. Gesellschaftliche Talente spielen hier naturgemäß eine große Rolle, aber im Endeffekt lässt Tilo Horter es offen, auf welche Seite man sich schlägt. Das Abenteuer ist nciht leicht zu leiten, immerhin gibt es hier eine Menge Akteure, die oftmals auch gleichzeitig auf der Bühne sind, und die enander oftmals nicht gerade wohlgesonnen sind. Schon das Darstellen der vielen Personen dürfte für manch einen Spielleiter ziemlich fordernd werden. Aber immerhin kann man hier – und das ist eine halbe Neuerung im Mittelreich – als SC tatsächlich einmal ein Erfolgserlebnis haben, das nicht umgehend von NSCs wieder zunichte gemacht wird.

Ich muss zugeben, dass ich Auf Messers Schneide mit besonderen Interesse gelesen habe – Christian 'Hötti' Hötting hat vor langen Jahren mit mir in einer Runde zusammen DSA gespielt. Auch sein Abenteuer beginnt in der Nähe der Schwarzen lande, führt die Helden aber im Laufe des Abenteuers hinein. Fälschlich des Mordes angeklagt, haben sie nämlcih keine andere Chance, ihe Unschuld zu beweisen als in einem 'Kommandounternehmen' die Hintergründe des Mordes aufzuklären. Dass man dabei auch noch auf eine Verschwörung stößt, die in bester Terroristenmanier einen kaiserlichen Marschall mit einer Bombe in die Luft sprengen wollen. Hier kommt es weniger auf detektivische Fähigkeiten an als vielmehr auf Heimlichkeit und das Bewegen in der Natur. Die Entscheidungsmöglichkeiten der Helden sind wesentlich enger als bei den ersten beiden Abenteuern, aber dafür logisch aufeinander aufbauend. Wenn man die Klippe umschifft, dass die Helden versuchen könnten, ihre Unschuld (zumBeispiel mit Hilfe eines Geweihten vor Ort, oder auch ganz einfach, weil einer der Helden ebenfalls von höherem Rang ist) direkt zu beweisen, ergibt sich eines aus dem anderen.

Der Pfad des Visar spielt, wie der Name bereits andeutet, wiederum im Süden Aventuriens, und zwar in Brabak und Umgebung. Die SCs werden in Gladiatorenkämpfe verstrickt und machen sich auf die Suche nach einem uralten Geheimnis der eingeborenen Wudu – wie das zusammenhängt, und was das für ein geheimnis ist, will ich hier nicht verrraten, denn das würde schon zu viel verraten. Kampf, Heimlichkeit und Naturfertigkeiten sind hier sehr wichtig.

Man merkt es schon: diese vier Abenteuer sind darauf ausgelegt, vo Gruppen gespielt werden zu können, in denen keine magische noch karmale Unterstützung verfügbar ist. Wenn diese Konstellation auch sehr selten sein dürfte, ist durch den Schwerpunkt auf profanen Talenten gewährleistet, dass diese auch einmal wichtig sind – oftmals sind in normalen Abenteuern ja magische Fähigkeiten unabdingbar notwendig, während die Nichtmagier der Gruppe nur folgen. Hier kann es einmal anders herum sein, und das macht diese Anthologie zu etwas besonderem. Besonders das zweite Abenteuer sei jedem ans Herz gelegt, weil hier der Ausgang völlig frei ist, aber dennoch nciht von den folgenden Ereignissen entwrtet werden dürfte. Gleichzeitig zeigt Der Preis des Korns aber auch den Nachteil der Anthologiebände auf: dieses Abeneuer hätte schon wegen der vielen NSCs mehr Platz verdient gehabt.

Hersteller Ulisses Spiele

Autor

Axel Spohr, Tilo Hörter, Christian Hötting, Tilman Hakenberg

Spieler

2-6, RPG

Denken

n/a

Glück

n/a

Geschicklichkeit

n/a

Preis ca.

18 € (Buchpreisbindung)

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Wahl der Waffen ist zum Beispiel erhältlich über den Pegasus-Webshop

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