Was ich nicht weiss…

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Das Unwissbare

Erst im Februar hat Sony die Produktion der DSA-Hörspiele eingestellt, und zur Zeit produziert der Horchposten wieder Hörbücher, zur Zeit wird gerade Die Gabe der Amazonen produziert. Parallel dazu ist aber ein Fanprojekt, das Hörspiele produziert, mit dem ersten Teil einer Hörspielreihe.Das Unwissbare (Teil 1) soll schon nächsten Monat durch den zweiten Teil ergänzt werden, und die Reihe soll später mit einem weiteren Hörspiel namens Agam Bragab fortgesetzt werden – wer noch die Uralten DSA-Abenteuer kennt, wird sich vielleicht noch an diesen Begriff aus Unter dem Nordlicht erinnern.

Als Fanprojekt kann man die Hörspiele von der Webseite des Projekt gratis downloaden, und zwar gibt es eine Version in (verlustfreiem) FLAC (245 MB), eine Version in MP3 mit Kapitelunterteilung und 320 kb/s (106 MB) und eine als einzelne MP3 mit 128 kb/s (43 MB). Hierbei muss man sagen, dass die Webseite da einen kleinen technischen Fehler aufweist: die Größenangaben sind jeweils als Megabyte (MB) zu lesen, obwohl auf der Webseite selbst Megabit (Mb) angegeben werden.

Die Qualität der Hörspiele ist auf rein technischem Gebiet (ich habe mir vor allem die 320-kb/s-Version angehört) hervorragend. Die Hintergrundmusik – auch wenn sie etwas sparsamer dosiert wahrscheinlich noch besser gewirkt hätte – ist sehr passend und stört nicht, ein Problem, das nicht nur bei Amateurproduktionen oftmals den Genuss schmälert. Auch die Effekte und Stimmen sind weder zu laut noch zu leise, die gesamte Abmischung macht einen sehr professionellen Eindruck.

Das gleiche kann man ohne weiteres von den Sprechern sagen. Frank Hädicke gelingt es, den grummeligen Zwerg Brogosch glaubhaft rüberzubringen, Thomas Kramers Alrik ist zwar ein wenig farblos und spricht recht schnell, ist aber glaubhaft, Mirlinda Racis Daira klingt frech und unbekümmert, wodurch sie im Rahmen der Geschichte zumindest gegen Ende ein wenig naiv wirkt, und Heike Mahlers Ariane klingt überzeugend verängstigt. Rico Gerlachs Ifnir war von den Hauptfiguren noch am wenigsten markant, aber das passt ganz gut zu dem manchmal doch etwas dubiosen Charakter, als der er mir erschien. Auch die kleineren Rollen klingen zu jedem Zeitpunkt glaubwürdig. Ein gelungener Kontrast hierzu ist die Erzählerin: Stephanie Vesper klingt vergleichsweise warm und entspannt, was zu dieser Rolle ebenfalls hervorragend passt.

Die Geschichte ist zunächst einmal für DSA-Kenner nichts besonderes: ein Dorf im hohen Norden wird von Schergen Gloranas überfallen und die Leute entführt um für sie zu arbeiten. Diese Idee ist spätestens seit Winternacht ja nichts so besonders neues mehr, aber es gelingt den Autoren und Sprechern hervorragend, die Lage der Entführten und ihre Verzweiflung herauszuarbeiten. Immerhin werden diese Arbeiter nicht dazu angestellt, Theriak zu fördern, sondern sie sind auf der Suche nach einem 'schwarzen Stein‘, der in einer Mine gefunden werden soll. Worum es sich hierbei handeln soll (an Kohle kann ich hierbei nicht so recht glauben, da diese den Zwergen bekannt ist), bleibt zumindest in diesem ersten Teil noch offen. Man erfährt allerdings nur wenig über die Hintergründe, sondern bleibt beschränkt auf das wenige Wissen, dass die Hauptfiguren selber haben. Man erhält aber einen glaubwürdigen Einblick in die Gedankenwelt, die diese 'Versklavten' haben dürften – und einen guten Grund, weshalb derart zusammengehörige Gruppen aus dem Standpunkt der 'Herren' eigentlich besser auseinander gerissen werden sollten.

Das Ende ist offen – der 2. Teil des Hörspiels soll bereits nächsten Monat erscheinen, so dass die Wartezeit wohl nicht allzu lang werden dürfte.

Alles in allem muss ich sagen, dass mir das Hörspiel gut gefallen hat (was doppelt viel besagt, da ich eigentlich kein Fan von Hörspielen oder -Büchern bin…)

Hersteller Fantasy-Hörspiele

Autor

Dennis Vesper, Michael Thiel, Markus Müller

Musik

Markus Müller

Laufzeit

47:04 Minuten

Preis

Gratis-Download

Ein Kommentar

  1. Markus sagt:

    Vielen Dank für deine Rezi! Wir bemühen uns, das Feedback für "Agam Bragab“ umzusetzen.

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