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Zombie Survival – the Board Game

Wir sehen ein kleines, ganz normales amerikanisches Dorf. Tagsüber erscheint es friedlich, wenn man davon absieht, dass die Bürger ihre Zeit damit verbringen, teilweise ungewöhnliche Vorräte einzulagern – und das in Mengen, die alles andere als 'normal' sind. Auch nachts sieht es ganz normal aus… wenn man klassischen Horrorfilms glauben darf: die wenigen Häuser des Dorfes werden von Zombies belagert, die versuchen, in die Häuser einzudringen. Schließlich wollen sie von den Bewohnern nur das Beste: das Hirn.

Das ist die Situation in Zombie Survival – the Board Game von Twilight Creations Inc. Der Herausgeber, der in Deutschland vor allem bekannt ist durch seine Horror-Brettspiele Zombies!!!, Humans!!! und Martians!!! (und zahlreichen Erweiterungen zu ersterem, einer zu zweiterem und bos jetzt noch keiner zu drittem), hat eine ganze Reihe solcher Spiele mit den verschiedensten Tropen des Horror-Genres veröffentlicht. (Interessante Randnotiz: obwohl der Verlag im Großraum Cincinnatti beheimatet ist, ist der Designer seiner Webseite, Alexander Meid von der Quellcodeschmie.de, Essener, also Deutscher.)


Das Spielmaterial ist ziemlich umfangreich, und die Schachtel entsprechend schwer:

  • Bodenplatten für 4 Grundstücke, jedes besteht aus einem Haus, einem Vor-, einem Hinter- und zwei Seitengelände
  • 4 'Cheat Sheets' (Spickzettel)
  • 4 Karten, auf denen Vorräte nachgehalten werden,
  • 52 Glasperlen als Marker
  • 54 Karten mit Gegenständen, die es in der nahegelegenen Stadt zu kaufen gibt,
  • 20 Ereigniskarten für die Stadt
  • 6 Würfel,
  • 140 Zombies
  • 3 Bögen mit Gegenständen in dicker Pappe
  • die Spielregel

Die Gegenstandscounter sind leicht aus den Bögen zu kösen, es ergaben sich weder Verluste, weil die Stanzungen zu gut waren noch Probleme, dass Teile nicht vernünftig aus den Bögen zu drücken gewesen wären. Die Würfel sind normale, schwarze Sechsseiter mit Punkten – man sollte sie aber nicht durch 'passendere' zu ersetzen versuchen, weil im Spielverlauf nicht nur wichtig ist, auf welche Seite sie fallen. Die Karten und Glasperlen haben gute Qualität, wie auch die übrigen Bestandteile. Die Zombies schließlich sind dieselben Spielfioguren, wie man sie auch aus 'Zombies!!!' kennt: also kleine, wie ausgehungerte Elfen wirkende Plastikfiguren. So seltsam es klingt: obwohl die offensichtlich aus Plastik sind, wirken sie dennoch sehr stimmig und stimmungsvoll.

Zu Spielbeginn erhält jeder Spieler euion Haus und die dazugehörigen vier Grundstücksteile. Wie in den USA üblich, scheint es sich hier um Fertighäuser zu handeln – sie haben alle denselben Grundriss und dieselbe Größe. Die Counter mit den Gegenständen werden in der Tischmitte sortiert ausgelegt, wobei bei 2 oder 3 Spielern nur ein Teil der Counter gelegt wird. Die Karten werden nach Orten und Ereignissen getrennt und gemischt, wobei die Ereigniskarte 'Nacht' nach dem Mischen irgenwo ungefähr in die Mitte des Ereignisdecks gesteckt wird.

Das Spiel verläuft in zwei Phasen: in der ersten versucht jeder Spieler, sein Haus so gut wie möglich auszurüsten und gegen den Angriff der Zombies zu sichern, die dann in der zweiten Phase angreifen.

In der ersten Phase nimmt man reihum einen Counter von der Tischmitte und legt ihn in seinem Haus ab, wobei die Richtung des 'reihum' dreht: bei vier spielern nimmt Spieler 1,2,3,4,4,3,2,1,1,2,3,4,4,3… bis alle Felder in allen Häusern mit Countern belegt sind, oder keine passenden Counter mehr zur Verfügung stehen. Beim Ablegen dürfen auch Mauern abgedeckt werden, allerdings befinden sich in jedem Haus sechs Felder, die nicht abgedeckt werden können. Die Größe der Gegenstände ist davon abhängig, wie nützlich sie im Spielverlauf sein werden. Wer sein Haus bereits voll hat oder keinen passenden gegenstand mehr findet, muss passen, bis alle Spieler ihre Häuser vorbereitet haben. Hier gibt es nicht nur Gegenstände, die einem das Überleben erleichtern, sondern u.a. auch weitere Bewohner, die man im haus haben kann – aber die dann auch den zur Verfügung stehenden Platz verkleinern.

Wenn alle Häuser vorbereitet sind, beginnt die zweite Phase: der Angriff der Zombies. Jetzt besteht jede Runde allerdings aus mehreren Einzelschritten.

Zunächst einmal erhalten die Zombies Verstärkung. Bei jedem Haus erscheinen vier neue Zombies, die den Belagerungsring verstärken. Wo sie erscheinen, wird ausgewürfelt.

Dann wird die oberste Ereigniskarte umgerdreht, die sofort effektiv wird. Irgendwann so um die zehnte Runde (vielleicht auch etwas früher oder später) erscheint hier die Karte 'Nacht‘: ab dann bis zum Ende des Spieles ist es Nacht. Ja, die Zombies beginnen bereits tagsüber mit den Angriffen. Jede Karte zeigt u.a. mit Symbolen an, wie viel Vorräte benötigt werden um die Runde zu überstehen – wem die Vorräte ausgehen, hat ein Problem.

Anschließend wird geprüft, wie viele Bewohner des Hauses in der laufenden Runde etwas tun können: jede Person, die nicht durch die Ereigniskarte ermüdet (‚fatigued‘) ist, erhält in der Runde eine Aktion, die in den gfolgenden Schritten verwendet werden kann.

Als nächstes kann man sein Haus verbarrikadieren – durch verrammelte Fenster kommt ein Zombie schlechter als durch eine offenstehende Eingangstüre. Barrikaden kosten Bauholz, man kann mit einer Aktiopn ein Fenster oder eine Türe verrammeln, wenn nicht zu viele Zombies gerade davor stehen um anzuklopfen.

Dann kann man Zombies bekämpfen, Hierzu weiter unten noch einige Kommentare.

Verletzte Leute können geheilt werden, damit sie in folgenden Runden wieder etwas tun können und nicht so leicht zu Zombiefutter verarbeitet werden.

Nun müssen ins Haus eingedrungene Zombies bekämpft werden – wenn man sie nicht sofort eliminiert, verwunden sie eine Person im Haus und machen sich selbst ziemlich unbeliebt.

Anschließend kann man Aktionen verwenden um Hausbewohner in die Stadt zu schicken, dort einzukaufen oder um die eingekauften Waren ins Haus zurückzuholen.

Wenn jemand jetzt noch Aktionen übrig hat, kann er diese auch verwenden um seine Mitspieler noch beliebter (bei den Zombies) zu machen: für jede Aktion kommt ein Zombie bei einem Mitspieler hinzu.

Zombies können außerdem hinzukommen, wenn man etwas tut, was für Lärm sorgt. Was Licht für Motten ist, ist Lärm anscheinend für Zombies.

Der Sieger ist ganz einfach festzustellen: bei wem als letztem noch Leute in seinem Haus leben, hat gewonnen.

Zum Kampdsystem / zu den Würfeln: man kämnpft gegen Zombies, indem man mit einer bestimmten Anzahl Würfel (abhängig von der verwendeten Waffe) würfelt. Diese Würfel wirft man in den offenen Deckel der Spieleschachtel: auf der Innenseite ist ein Zombie abgebildet, mit einem Kreis um den Kopf. Wenn mindestens ein Würfel in dem Kreis landet, ist es ein automatischer Kill, ansonsten zählt die Summe der Würfel, die auf dem Zombie gelandet sind: bei einer Summe von sechs oder mehr ist der Zombie ausgerschaltet. Die Würfel kann man nicht einfach auf das Bild legen: die Hand mit den Würfeln darf nicht durch die Öffnung des Deckels tauchen. Von über dem Eckel fallen lassen, einzelne Würfel, Wurf der gesamten Würfel in einem… das alles ist zulässog, und man wird sich schnell eine Methode überlegt haben, wie man mit den Zombies schnell aufräumen kann.

Das Spiel bietet eine interessante Mischung aus Geschicklichkeit und Taktik: Zu Spielbeginn muss man sehen, wie man sich aus dem knappen Angebot die beste Verteidigung des eigenen hauses zusammenstellt. Auch die Frage, wie viele Leute man im Haus hat, ist hier wichtig: mehr Leute bedeuten zwar später auch mehr Aktionen pro Runde und mehr Ziele, die die Zombies töten müssen, bevor man ausgeschaltet wurde, aber sie nehmen eben wichtigen Raum für Vorräte und Verteidigung weg. Im der 2. Phase (der Kampf gegen die Zombies) ist es dann sowohl Taktik (Einsatz der Aktionen) und Geschick (Kampfwürfel), die das Spiel entscheiden können. Man kann sich hierbei allerdings nicht auf das eine oder andere ausschließlich verlassen, man muss beide Seiten bedienen.

Durch diese Kombination und den Würfelmechanismus, den ich in dieser Form meines Wissens noch nirgendwo anders gesehen habe, ist Zombie Survival ein sehr interessantes Spiel, das bei uns idR 90-120 Minuten dauerte. Wer sich mit dem Thema anfreunden kann und kein Grobmotoriker ist, sollte es sich nicht entgehen lassen.

Hersteller Twilight Creations Inc.
Autoren Todd & Kerry Breitenstein
Spieler 2-4
Denken 7
Glück 4
Geschicklichkeit 6
Preis 39,95 €

Ein Kommentar

  1. […] Von diesem Verlag – und damit von Todd und seiner Frau Kerry – sind auch Spiele wie Zombie Survival und Deadlands: Battle for Slaughter […]

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