Da steht ein Pferd auf’m Flur…

Haflinger & Co

…oder vielleicht steht es auch eher im Stall oder auf der Weide, und wieso denn auch nur eins? Bei "Haflinger & Co“ geht es schließlich darum, möglichst viele der begehrten Zuchtpferde zu erhalten, und vor allem mehr als die Konkurrenz.

Die Spieler stellen in diesem hübschen Kartenspiel von Adlung Pferdezücter auf einer Pferdeauktion dar – und die bieten um die Wette, um mehr oder weniger attraktive Angebote. Fünf Pferderassen (Andalusier, Shire Horses, Trakehner, Islandpferde und die schon im Titel erwähnten Haflinger) können gezüchtet werden, und sind auch in allen Angeboten in unterschiedlicher Zahl vorhanden – insofern können die einzelnen Angebotskarten für jeden Bieter auch unterschiedlich viel "wert“ sein, je nachdem, was er oder sie plant zu züchten.

Punktetechnisch ist das egal – die Rassen sind im Spiel "gleich viel wert“, aber an irgendeinem Punkt sollte man sich schon festlegen, was man denn nun züchtet, denn das tun die Mitspieler auch, und jede Rasse darf genau zwei mal gezüchtet werden, jeder Spieler darf zwei Rassen züchten und das geht erst, nachdem man mindestens einen Zuschlag erhalten hat – waren da die Mitspieler schneller, hat man eben Pech gehabt. Also muß man passend bieten und agieren, und so einfach ist das Bieten auch wieder nicht – man hat einen Satz "Equus“-Scheine, von 2-8 jeweils einmal, sind die weg, kann man nichts mehr kaufen, und Gebote werden nur um ganze Scheine erhöht – also ist hier mehr Taktieren erforderlich, als man auf den ersten Blick denkt. Außerdem weiß man ja auch nie was "noch kommt“ – die nächste Angebotskarte wird erst aufgedeckt, wenn die letzte versteigert wurde. Insofern kann die Taktik "mal abwarten, ich nehme das was keiner will“ auch nach hinten losgehen…

Sind alle Equus ausgegeben und hat sich jeder festgelegt, was er züchtet, wird ausgezählt – hier kommen noch die Weidekarten ins Spiel; von jeder Rasse gibt es eine Weide, auf der auf der Karte zwar noch keine Pferde stehen, aber die es dem Spieler ermöglichen – vorausgesetzt, er züchtet diese Rasse – bei einem anderen Spieler eine Karte zu ziehen und die "erbeuteten“ Pferde selbst einzuheimsen. Wohl dem, der aufgepaßt hat, wer was ersteigert hat – denn sobald sich jemand auf ein Zuchtziel festlegt, darf er die ersteigerten Karten verdecken (vorher nicht), was er auch schleunigst tun sollte.

Insgesamt ein Spiel, das in der Praxis weit anspruchsvoller ist als es auf den ersten Blick wirkt. Die Mechanik ist gut durchdacht, das Material ist gewohnt gut, und – es paßt in die Jackentasche. Was allerdings auffällt, ist, daß der Wettbewerbsgedanke erst im Fünfspielerspiel richtig zum Tragen kommt – bei 3 Spielern passiert es oft, daß man den anderen eben "gewähren“ läßt, und es passiert fast nie, daß einer nicht das züchten "darf“, was er möchte. Trotzdem ein schnelles Spiel für zwischendurch – wenn man die Mechanik einmal kennt, dauert eine Partie vielleicht ca 20 Minuten.

Hersteller Adlung
Autor Keith Meyers
Spieler 3-5
Denken 6
Glück 3
Geschicklichkeit 0
Preis € 7,00

Ein Kommentar

  1. […] und jedes einzelne basierend auf einem für dieses Spiel speziellen Kartendeck. Wo es bei Haflinger & Co. um Pferde geht, stehen hier, wie der Name bereits vermuten lässt, Eisenbahnen im Brennpunkt […]

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