Jetzt ist der Drache schon blau…

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Zum Blauen Drachen

…war er doch in der ersten Runde "nur“ rot geworden (einer gewissen Kriegerin sei dank), scheint er nun langsam mehr zu schlucken bekommen zu haben. Mal sehen wie viel er noch schluckt, bis er irgendwann grün wird – oder sich vielleicht schwarz ärgert? Mindestens ein weiterer Drache ist auf jeden Fall noch zu erwarten, denn auch im zweiten "Drachen“ finden sich weder Troll noch Ork, aber dafür wenigstens schon mal ein Halboger (und ansonsten noch ein Zwerg, ein Barde und eine Illusionistin).

Worum geht’s also? Nun, Abenteurer nach vollbrachtem Abenteuer gehen in die Kneipe, hauen auf den Putz und ihr Geld auf den Kopf, sich dafür die Hacke zu und – ja, das ist grob der Tenor, allerdings hat jeder Spieler das Ziel, als letzter noch "nüchtern“ (oder zumindest so ähnlich) am Tisch zu sitzen und das gesammelte Gold einzustreichen. Da das alle gleichermaßen wollen, spielt halt jeder für sich gegen alle anderen, mit seinem eigenen Kartendeck – wodurch dann auch jeder Charakter eine andere Spielweise hat. So teilt der Zwerg schon mal gerne den ein oder anderen Schlag aus, weil ihn "jemand beleidigt hat“ – senkt also die Trinkfestigkeit der anderen – wohingegen die Illusionistin sich gerne woanders bedient oder per Trick vielen negativen Effekten gerne ausweicht, der Barde gut beim Zocken schummeln kann, usw…


Ach ja, "Zocken“ – ein Spiel im Spiel, sowas gibt’s hier auch; Da wird dann um Geld gezockt, man kann sogar "erhöhen“ (mit passender Karte, und eben auch "Schummeln“ – wie gut (sprich oft) das welcher Charakter kann, merkt man am Deck. So kann man seine Spielpartner um ihr Gold bringen – der eine Weg, um sie vom Tisch zu bekommen (wer pleite ist fliegt raus) – die andere heisst, Gegner besoffen machen – wer so "dicht“ ist, daß sein Alkoholpegel die noch verbliebene Trinkfestigkeit erreicht, fällt eben vom Tisch (vermutlich darunter), aber wenn der Halboger untern Tisch fällt, hebt sicher der Tisch ab…

Die Box ist jedenfalls so oder so rappelvoll – es ist schwer genug, alle Karten usw vernünftig "einzuschachteln“ – über zu wenig Material kann der Spieler genausowenig klagen wie über die Qualität des Materials – sehr hübsch illustrierte Karten, kleinen Counter zum anzeigen von Alkoholpegel und Trinkfestigkeit – allein die Pappmünzen gehen zwar recht gut aus dem Stanzbogen, sind aber aus eher dünnem Karton, hiermit sollte man also ggf etwas vorsichtiger umgehen.

Wie man sich sicher denken kann, ist der "blaue Drache“ problemlos mit dem "roten Drachen“, den ihr ja vielleicht schon kennt, kombinierbar – sei es, daß man die Spielrunde auf bis zu 8 Spieler erweitern will, oder einfach mal andere Charaktere gegeneinander ausprobieren mag. Praktischerweise ist der "blaue Drache“ aber dennoch ein Stand-Alone Spiel, es ist also egal ob man das Prequel besitzt oder nicht.

Insgesamt ein sehr niedlicher Zeitvertreib, vor allem vielleicht zur "Wartezeitüberbrückung“, vielleicht zwischen zwei Rollenspielrunden auf einer Con, wunderbar geeignet, und auch wegen der Kombinationsmöglichkeit und den doch sehr unterschiedlich zu spielenden Charakteren mit hohem Wiederspielwert. Bleibt abzuwarten, wieviele "Drachen“ noch kommen…

Hersteller Pegasus Spiele
Autoren Geoff Bottone, Colleen Skadl, Cliff Bohm
Spieler 2-4 (kombiniert mit Rotem Drachen: bis 8)
Denken 7
Glück 4
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 14,95 €

Ein Kommentar

  1. Jan H. sagt:

    Der nächste Drache? Nachdem er erst rot vor Wut und dann blau (besoffen) war? Da belibt doch nur grün – wenn ihm dann am nächsten Morgen so übel ist, dass er k***en könnte ;)

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