Spiel – Tag 2

Flattr this!


Die 'Großen‘

Heute war also der zweite Tag der Internationalen Spieltage. Wie auch voriges Jahr haben wir diesen Tag genutzt, um uns um die Hallen 10-12 zu kümmern. Anders als letztes Jahr haben wie dieses Jahr – so glauben wir – so ziemlich mit allen gesprochen, die dort einen Stand hatten. Bei ein paar davon haben wir zwar erst kurz nachdenken müssen, ob bzw. wo sie waren.

Was uns allerdings sicherlich auch dabei geholfen hat, war, dass zumindest gefühlt die Stände der Großverlagen und Komglomerate noch größer waren, und ein paar 'Kleine‘, die man sonst hier fand, dieses Jahr nicht gesichtet wurden – bzw. ihren Hauptstand in einer anderen Halle hatten.

Schmidt Spiele (zu denen auch Drei Magier und Hans im Glück gehören) hatte ja dieses Jahr mit Quirkle eines der Spiele des Jahres im Sortiment. Neben diesem gab es ein weiteres Spiel, das ähnlich aussieht, sich aber ganz anders spielt. Crosswise ist ein sehr taktisches Partnerspiel auf einem Sudoku-artig eingeteilten Spielbrett. Anders ist es bei Space Mission, das auch anders als Crosswise kein abstraktes Spiel ist:mWeltraumreisende erforschen fremde PLaneten, suchen Bodenschätze und erwerben so Rum und mit etwas kartenglück den Sieg. Ligretto Twist kombiniert das Prinzip von Ligretto mit dem von Twister: die Hand, die eine Karte abgelegt hat, bleibt auf der Karte und blockiert diesen so, bis die andere Hand eine Karte auf einen anderen Stapel legt, dort verbleibt und diesen blockiert… Hawaii,d as unter dem Label Hans im Glück erscheint, ist ein Aufbauspiel um die Insualaner.

Out Of The Box war leider dieses Jahr nicht mit einem eigenen Stand auf der Messe vertreten, wodurch pegasus einen etwas größeren Stand hatte. Schade, denn die Spiele von Out of the Box Games gehören zu meinen persönlichen Lieblingen – und das nicht nur, weil John Kovalic einer der Eigentümer des Verlages ist.

Hiku-Spiele – ein anderer meiner Favoriten, wegen des schönen Spielmaterials – war auch nicht zu finden.

Indie Boards and Cards war ein Opfer einer Entwicklung, die voriges Jahr massiv einsetzte, und dieses Jahr fortgesetzt wurde: vorzeitig audsverkauft. Hier war es Flash Point: Fire Rescue, das von diesem Schicksal ereilt wurde. Immerhin hatte man noch die schönen Spiele Haggis und vor allem The Resistance – ein Werwolf-artiges Spiel im Geheimdienstmilieu, das bereits ab 5 Spielern spielbar ist -, die man sich dort noch holen kann.

Diesmal verbrachten wir weniger Zeit beim Stand von Adlung Spiele, konnten aber dennoch einige interessante Spiele sehen. Fliegende Teppiche ist beispielsweise ein strategisches Geschicklichkeitsspiel, bei dem man versucht, seinen fliegenden Teppich auf möglichst wertvollem Gelände landen zu lassen. Kikerikimäh ist ein Spiel um Tiere, Beschreibungen der Behausungen, Tierlaute nachmachen, Bewegungen nachstelen etc. – alles wird nötig, damit man seine Handkarten so schnell möglich ablegen kann. Tuareg ist ein eher taltisches Kartenspiel in der Wüste, und Marienkäfer und so ist ein Suchspiel, bei dem es um eben diese siebengepunkteten Tiere geht.

Über Siebenpunkte gesprochen: Siebenpunkt ist der Name eines Spiels von Urs Hostetters Verlag Fata Morgana, bei dem man versucht, seinen Acker so anzulegen, dass er möglichst viele verschiedene Tiere anzieht.Außerdem gibt es wieder ein neues Anno Domini: diesmal ist das Thema der Süden.

Der aktuell-spiele-verlag hatte diesmal ein Spiel für die Familie (mit mindestens einem 7-14jährigen).

Steffen Spiele hat mit Schokoly – süß & fies das kürzlich besprochene Scho K.O. mit Vollmilchschokolade und frei plazierbaren Smarties aufgewertet. Außerdem bietet der Verlag Kulami an – allerdings muss ich zugeben, dass ich bei dem Schachtelaufdruck 'Das Glasperlenspiel' an den Roman von hermann hesse denken muss – und weniger an die Band oder das Album von James Blackshaw.

Über musik gesprochen: während ich dies schreibe, horche ich gerade in die ersten Stücke von Into the Light von Erdenstern hinein – was ich bis jetzt gehört habe, gefällt, das Album ist allerdings eher in Halle 6 zu erwerben.

Ich hatte ja gerade die 'Ausverkauft‘-Epidemie angesprochen: das größte Opfer dürfte dieses Jahr wohl dV Giochi sein, deren neue Ausgabe von Bang bereits ausverkauft war, als wir dort auftauchten. Fast noch wichtiger für mich ist der Preiträger von Lucca, dieses Jahr heisst das 'miglior gioco inedito' The Gang, und sieht wieder sehr vielversprechend aus. Und es ist noch(!) erhältlich.

Wirklich schöne Spiele macht die Clemens Gerhards KG, wunderschöne Hinrverzwirner aus Holz und evtl. Glas. Neu dieses Jahr unter anderem Paletto und Schwarze Löcher, die mir sehr gut gefielen. (Kutze Bitte: sollte jemand aufgrund dieses Berichts oder einer Rezension dort einkaufen, wäre es nett, uns als Informationsquelle zu nennen – Gerhards Spiel und Design hat viele Stammkunden, die sowieso kaufen und keine Online-Rezensionen lesen, und manist sich dort nicht sicher, ob sich Online-Rezensionen für den Verlag überhaupt lohnen.)

Isensee hat dieses Jahr ein sehr klein verpacktes Spiel, das fast nicht in dei Schachtel passt: das Spielmaterial von Aktienrausch beult die Schachtel deutlich nach außen aus.

Friedemann Friese, den heute jemand wegen seiner Haarfarbe 'den wandernden Wackelpudding' nannte (wer, weiss ich nicht, ich stand zufälligerweise ganz in der Nähe), hat mit Freitag sein erstes echtes 'Solo-Spiel' herausgebracht. Man versucht, Robinson bei seinem Abenteuer auf der einsamen Insel zu helfen, ihn überleben zu lassen und zu verstärken, dass er am Spielende die gefgährlichen Piraten besiegen kann. Die Mechanismen einnern dabei teilweise an ein Deckbuilder-Spiel, weisen aber auch genug Unterschiede auf, dass ich es nicht als reines DB-Spiel bezeichnen möchte. Außerdem gibt es vom 'Verlag mit dem F' noch Funkenschlag: Die ersten Funken, ein Funkenschlag-Ableger in der Steinzeit, bei dem auf veränderlichen Spielplänen auf der Funkenschlag-Basis gespielt wird.

Abschließen möchte ich mit einem weiteren schönen SPiel aus derselben Ecke (demselben Stand, um genau zu sein) wie die letztgenannten beiden Spiele: Andrea Meyer von BeWitched hat mit Frigiti ein herrlich schräges Spiel um erfundene Wörter. Für mich eines der Highlights der SPIEL.

Dies waren, wie üblich, nur die Sachen, die am meisten ins Auge gefallen sind. Wie in allen Hallen gibt es aber noch viel mehr Interessantes zu entdecken. Wer also noch zweifelt: auch an den traditionell 'volleren' Tagen Samstag und Sonntag lohnt der Besuch sich noch, und die meisten der genannten Spiele sind noch erhältlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.