Wolfsstadt

Lupus Burg

Das kleine Dorf Tabula hat ein Problem. Dieses Problem ist grau, bösartig, beißt und macht sich in erster Linie in Vollmondnächten umtriebig: ein Werwolf. Kein Wunder, dass die Bürger sich mit Mistgabeln und Fackeln zusammentun um den Wolf zu erledigen. Allerdings – bevor sie ihn erwischen, wird so mancher Unschuldige ebenfalls dran glauben müssen.

Werwolf ist ein Spiel für große Gruppen. Nicht umsonst hat die Ultimate-Version Material für Spiele mit bis zu 68 Spieler in der Schachtel. Als Mindestanzahl der Spieler für ein Spiel wird im allgemeinen 8 – 10 Spieler gerechnet. Das ist allerdings schon eine Menge, und manchmal will man ja auch in kleineren Runden die Werwölfe heulen lassen. Dann ist Lupus Burg von der dV Giochi die erste Wahl.

In der Schachtel findet man das folgende Material:

  • eine Bürgermeisterfigur zum Aufstellen
  • zwei große 'Werwolf-Beweisplättchen
  • 16 doppelseitige Abstimmungsplättchen
  • eine Werwolfklaue
  • 8 Wettsiegel
  • 8 Münzen
  • 16 Hauskarten
  • ein Leinensäckchen
  • 16 Charakterkarten, darunter ein Werwolf und ein Dieb,
  • 15 Karten mit 'geheimen Zielen‘
  • eine Übersichtskarte für den Bürgermeister
  • ein Marker für einen Schronsteinfeger-Besen
  • ein Marker für eine Falle


Das Material muss teilweise aus Stanzbögen ausgepöppelt werden, was aber leicht von der Hand geht. Ansonsten ist es gut – die Karten dürften ein wenig stabiler sein, aber sie sind funktional und nicht zu schlapp.

Es gibt im Spiel auf jeden Fall einen Werwolf und einen Dieb, ansonsten kommen so viele Dörfler hinzu, dass jeder Spieler zwei Charaktere hat. Außerdem erhält jeder Spieler zwei Häuser einer Farbe – es gibt insgesamt acht Paare -, von denen jeweils eines eine Schatzkiuste auf der Rückseite zeigt. Die Spieler weisen ihre Dörfler den Häusern zu, wobei der Dieb und der Werwolf nicht in die Häuser mit den Schatzkisten dürfen. (Ja, das heist auch, dass Werwolf und Dieb nciht dieselbe Person sein dürfen). Dann beginnt das Spiel, indem ein Spieler zum Bürgermeister bestimmt wird – wobei dieser selber mitspielt und nur teilweise die Rolle des Spielleiters übernimmt.

Das Süpiel läuft im bekannten Tag-Nacht-Rhythmus ab: nachts ermordet der Werwolf einen Dörfler, und der Dieb sieht sich eines der Häuser an. Dabei müssen alle anderen Spieler (auch die bereits ausgeschiedenen) ihre Augen geschlossen halten. Das Opfer des Wolfes wird dadurch bestimmt, dass dieser die Werwolfklaue auf das Haus des Opfers zeigen lässt.

Auch die Identität der Opfer wird nicht enthüllt. Es ist sogar möglich, dsass der Werwolf sein eigenes Haus angreift: solange der Werwolf- und der Dieb-Spieler mindestens ein Haus besitzen, dürfen sie nachts aktiv werden. Es wird sogar empfohlen, dass der Dieb-Spieler auch nach seinem Ausscheiden noch nachts Häuser bewegt, um sein Ausscheiden nicht zu auffällig zu machen, auch wenn er natürlich nicht mehr Häuser andehen darf.

Tags wird dann diskutiert, wer gelyncht werden soll. Anschließend stimmt jeder Spieler reihum für die Anklage: man legt jeweils ein Stimmplättchen vor ein bestimmtes Haus. Die beiden Häuser, die die Mehrheit der Anklagestimmen erhalten, werden angeklagt. Geheim wird abgestimmt, und einer der beiden gelyncht. Auch dessen Identität wird nicht enthüllt.

Nach dem Lynchen darf der Bürgermeister sich einen Charakter ansehen, und zuguterletztt darf jeder Spieler noch eine Wette abgeben, wer denn der Werwolf sei.

Das Spiel endet, wie es sich gehört, wenn entweder der Wolf tot ist, oder nur noch genauso viele Nicht-Werwolf-Dörfler übrig sind wie der Werwolf-Spieler als Dörfler noch lebend hat – also noch zwei weitere Dörfler, wenn er zwei Dörfler hat, oder nur einer wenn er selber auch nur einen hat.

Wenn der Werwolf auf letztere Weise gewinnt, ist es einfach: da es nur einer ist, hat er eben gewonnen. Aber die Dörfler gewinnen – anders als beim klassischen 'Werwolf' – nicht gemeinsam. Es gibt Punkte für jeden überlebenden Charakter, für den Schatz, wenn der Charakter mit dem Schatz überlebt hat, sowie für die Wette, wenn man denn den richtigen verdächtigt hat, der Werwolf zu sein. Wer die meisten PÜunkte hat, hat gewonnen – oder man spielt gleich die 'erweiterte Version‘, in der reihum jeder einmal der Bürgermeister ist, und dann hat der gewonnen, der in den ganzen Spielen die meisten Punkte sammelte (der Werwolf erhält in diesem Fall so viele Punkte wie Mitspieler dabei waren, wenn er eine Runde gewinnt).

Das ganze ist eine gute Umsetzung des Werwolf-Prinzips für kleine Gruppen, auch wenn auch hier gilt: größere Runden sind einfach besser.

Vielleicht wundert sich der eine oder andere, wozu der Schornsteinfegerbesen, die geheimen Ziele und die Falle gedacht sind. Die Regeln sind nach der Veröffentlichung noch einmal überarbeitet worden, und ich lege meiner Rezension diese veränderte Regel zugrunde: ursprünglich gab es noch unterschiedlich viel Punkte, je nachdem, was man für ein geheimes Ziel hatte und was man davon erreicht hatte, und der Schornsteinfeger durfte sich ebenfalls Häuser ansehen. Für die Falle gibt es nur eine englisch- und italienischsprachige Variante, diese ist anscheinend nie auf Deutsch erschienen.

Hersteller Editrice dVGiochi
Autoren Domenico di Giorgio
Spieler 3-8
Denken 7
Glück 1
Geschicklichkeit 0
Preis € 19,99

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