Schöne Aussichten

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Foto von Daniel Danzer

Masterplan

Mit Städteplanung, Grundstücken und deren Bebauung haben sich ja schon einige Spiele beschäftigt – aus den 80ern fällt mir da z.B. noch Metropolis ein, aber da kaufte man Grundstücke. So sah es auch bei so ziemlich allen anderen "Städteplanerspielen“ aus; einen anderen Ansatz gibt es jetzt bei Masterplan von Chili Spiele – hier können beide Spieler bauen wo sie wollen, naja, fast, denn durch das Bebauen ergeben sich noch weitere Bebauungen, und so entsteht doch recht schnell ein recht interessantes Stadtbild.

Worum also geht es? Beide Spieler wollen ihre Häuser möglichst so platzieren, dass sie möglichst viele Punkte bringen. Wie bekommt man Punkte? Nun, durch die schöne Aussicht, wahlweise auf Parks oder Türme. Beides baut sich quasi von alleine, und zwar dadurch, dass man Häuser baut. Häuser dürfen niemals zu viert in einer Reihe (horizontal, vertikal oder Diagonal) stehen, wenn dies im nächsten Zug möglich wäre, entsteht an der Stelle ein Park, um dies zu verhindern. Ähnlich sieht das mit Karrees aus – wenn drei Häuser in einer L-Form stehen und da ein Karree entstehen könnte, wird dort statt dessen ein Turm gebaut. Das klingt einfach – aber gerade durch diese Einfachheit kann recht schnell viel vom Spielbrett voll sein, denn manchmal sieht man gar nicht, wo jetzt wieder ein Park hinkommt.


Sobald ein Park entsteht, wird dieser abgerechnet – Häuser, die eine entsprechend schöne Aussicht auf den Park haben, bekommen eben Punkte, und entsprechend geht der jeweilige Markierungspöppel weiter (am Spielfeldrand entlang). Bei Türen ist es anders – die werden zum Schluss abgerechnet. Man kann also durchaus an einen Turm nachher noch dranbauen um ihn für sich zu gewinnen – wenn ein Park einmal liegt, bringt er keine weiteren Punkte.

Die Darstellung ist schlicht, aber dafür qualitativ sehr hochwertig und auch schön – der Spielplan ist aus Holz und hat 64 Felder (Grundstücke), es gibt je 14 Häuser in weiss und gelb, 21 grüne Parks (Quadrate) und die beiden Markierungspöppel (alles Holz, im Jutesäckchen) und sechs Türme aus Stein (in einem zweiten Jutesäckchen), die vor allem alle etwas anders aussehen, aber formschönes edles Material ist man aus dem Hause Chili ja durchaus gewohnt. Das ganze steckt in einer großen genieteten Pappschachtel – die ist wirklich schlicht, aber es passt immerhin alles rein, großformatig genug ist sie ja (der Spielplan ist immerhin "am Stück“).

Erstaunlicherweise kann so eine Partie Masterplan ganz schön flott gehen – wenn man einmal weiss, wie was gewertet wird, passt man schon von ganz alleine auf, wo man ein Haus setzt, immerhin hat recht schnell ja alles Konsequenzen, und man versucht halt durch geschicktes Setzen möglichst gute Aussichten zu bekommen – auf Punkte.

Insgesamt eine sehr schöne Herangehensweise an ein Thema, das ja durchaus Realitätsbezug hat – wenn es hier auch mit sehr einfachen Regeln sehr schön taktisch verpackt wird. In einer Stadt, wie sie bei Masterplan entsteht, würden sicherlich eine Menge Leute gerne wohnen – immerhin wird die Stadt meist recht schnell schön grün. Insofern – schöne Aussichten. Masterplan ist nicht nur ein gut gelungenes Spiel, es ist auch noch ein Blickfang, und ist sowohl etwas für Gelegenheitstaktiker als auch solche, die gerne mal etwas länger über ihre Züge nachdenken, was natürlich die Partie etwas verlängern kann, aber auch nicht ewig, denn sobald das letzte Haus gebaut ist, wird abgerechnet.

Hersteller Chili Spiele
Autoren Bernhard Lach und Uwe Rapp
Spieler 2
Denken 9
Glück 0
Geschicklichkeit 0
Preis € 45 (laut Neuheitenliste der Spielbox zur SPIEL

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