Sightseeing auf Griechisch

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Ακρόπολη

Die Akropolis in Athen ist sicherlich jedem ein Begriff – nicht nur Griechenlandurlaubern. Allerdings, aus wie vielen verschiedenen Tempelanlagen und sonstigen Monumenten sie eigentlich besteht, das ist sicherlich vielen Leuten nicht so bekannt, wenn sie nicht gerade da waren. Da so ein Griechenlandtrip vielleicht nicht in jeden Geldbeutel paßt, das Thema aber trotzdem interessant ist, hat der griechische Verlag AF Games ein Spiel zu eben diesem Thema herausgebracht.

In Akropole (oder Akropolä? Wie transliteriert man denn ein Eta?) haben die Spieler die Aufgabe, im Stile Pausanias die verschiedenen Bestandteile der Akropolis zu dokumentieren. Dazu müssen sie verschiedene Blickpunkte, von denen die Monumente jeweils zu sehen sind, erreichen. Wem dies als erster dreimal bei einem Gebäude gelingt, der erhält dieses Gebäude gutgeschrieben, und er erhält bei der jeweiligen Abrechnung auch die volle Belohnung dafür. Wer zumindest auch ein wenig dokumentieren konnte, geht zwar nicht leer aus, bekommt aber entsprechend weniger.

Klingt einfach? Noch. Es gibt aber auch noch neben dem normalen Würfel (ein W3) einen Farbwürfel, der auch noch erlaubt bzw verlangt, daß der Spielstein der entsprechenden Farbe auch noch weiter versetzt wird oder werden kann – je nachdem ob man damit einem Spieler etwas gestattet oder ihn einfach versetzt, bringt oder kostet das Geld. Und natürlich gibt es auch noch blaue Symbole, die für eine Zufallsbewegung aller Spielsteine oder auch einen Spontanzuschlag eines Monuments sorgen können.

Das beschreibt grob den Spielverlauf – so arbeitet man nacheinander alle drei Bereiche der Akropolis ab. Im dritten Bereich kommt noch ein weiteres Detail im Spiel – jeder Spieler erhält einen Auftrag, welche Gebäude ihm besonders wichtig sind – andere sind ihm weniger wichtig, manche sogar egal. Dementsprechend sind die verschiedenen Monumente nun im Wert weit variabler als vorher, und umso interessanter kann die Taktik werden, wen man ggf wo in die Irre schicken kann.

Das Spielsystem ist ein wenig gewöhnungsbedürftig – man würfelt zwei Würfel, und kann sich dann überlegen was man mit dem Farbwürfel anfängt, und da es da viele Möglichkeiten gibt, überlegt man doch etwas, wie es denn wohl weitergehen könnte. Da Spielsteine auch aufeinander gestapelt werden können, und immer nur der zuletzt gesetzte punktet, kann man da auch seine Mitspieler möglicherweise ein wenig austricksen, allerdings – ganz ohne Würfelglück geht da leider nichts.

Das Spielmaterial weiß zu überzeugen – der Spielplan ist groß und bunt, die Tafeln für die Monumente sind schön gestaltet, die Spielfiguren sind zwar einfach, aber zweckmäßig; die Spielkarten haben ordentliche Qualität. Allein die Geldstücke sind leider nur einseitig bedruckt, aber haben sich wenigstens gut aus den Stanzbögen lösen lassen, und es wurde sogar ein Beutel zur Aufbewahrung beigelegt, ebenso ein Block zum Notieren der verschiedenen Punkte (wer wie oft welches Monument dokumentiert hat). Die Spielregel ist in griechisch, und in – verständlichem – Englisch vorhanden, und außerdem gibt es noch eine Menge Begleitinformation zur Akropolis – ebenfalls in beiden Sprachen, so kann man neben dem Spiel auch noch weitere Detail zu den Sehenswürdigkeiten erfahren, mit denen man sich gerade spielerisch beschäftigt.

Wenn man sich erst einmal an den etwas ungewohnten (und durch den Farbwürfel oft unerwarteten) Spielverlauf gewöhnt hat, kann eine Partie recht fix gehen. Allerdings – der Glücksfaktor dürfte für meine Begriffe durchaus niedriger sein. Insbesondere kann es alles leicht über den Haufen werfen, wenn eine blaue Karte gewürfelt wird (1/3 Chance je Zug) – eine interessante Hausregel wäre vielleicht, daß jeder Spieler einige dieser blauen Karten bekommt, und bei entsprechendem Wurf eine davon spielen darf (und dann nachzieht). Auch darf man nicht meinen, daß der, der zu Anfang in Führung geht, diese auch behalten wird – Teil 3 (bzw Gamma) hat es so in sich, daß die Positionen der Spieler sehr leicht noch einmal komplett gedreht werden können, eben weil man es hier auf bestimmte Gebäude und nicht irgendwelche abgesehen hat.

Insgesamt eine recht schöne Spielidee, die sich in ca 60-90 Minuten gut spielen läßt. Der (Messe)preis von 30€ liegt auch durchaus im Rahmen für das schöne Material, was man dafür bekommt.

Hersteller AF-Games (nur auf griechisch)
Autor Aristogeiton Frantzeskakis
Spieler 2-4
Denken 6
Glück 5
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 30 € *

* Leider konnten wir keinen internationalen Versand finden, der das Spiel verkauft – und für griechische Webshops reicht unsere Kenntnis der Sprache leidewr nicht aus. Daher geben wir hier den Preis an, der auf der Messe in Essen 2011 zu zahlen war. Die einzige andere Kaufquelle, die wir finden konnten, war ein Souvenirshop auf der Akropolis, wo das Spiel dann 45 Euro kostete.

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