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HackerHacker

Was ein Hacker ist, ist wohl den meisten bekannt, auch wenn immer wieder Diskussionen entstehen um die Unterschiede zwischen einem "Cracker“ (oder "Black Hat Hacker“) und einem "White Hat“. Allgemein aber darf man davon ausgehen, dass ein Hacker Computer benutzt, um seine Ziele zu erreichen. So auch im klassischen Spiel Hacker von Steve Jackson Games – mit dem das hier vorgestellte Spiel allerdings nichts zu tun hat.

Irgendwie wird diese Definition auch von den Hackern im gleichnamigen Spiel von Le Joueur erfüllt – obwohl kein einziger Computerchip in der Spieleschachtel zu finden ist noch in Schweiß gerät. Die Teilnehmer versuchen nämlich, sich der Geldscheine auf den Bankkonten der Mitspieler zu bemächtigen, indem sie die Konten mit Viren verseuchen.

Moment mal – Bankkonten mit Viren verseuchen? Geldscheine auf Bankkonten? All diese gebrochenen Metaphern werde ich gleich einmal auseinandernehmen, aber erst einmal die Beschreibung des Spiels.

In der kleinen Schachtel findet man

 

  • 55 Spielkarten, in sieben Farben, und zwar jeweils
    • 4 Viruskarten
    • 1 Hackerkarte
    • 3 Bankkonto-Karten
  • 42 Banknoten in Werten von 1, 2 oder 3
  • die Spielregel auf Englisch und Französisch

Eine deutsche Spielregel kann hier heruntergeladen werden.

Wer nachrechnet: eine der Farben hat nur drei Viruskarten – vier Viruskarten werden nur bei 5 oder 6 Mitspielern vewendet.

Jeder Spieler erhält die Karten seiner Farbe, die Bankkonten werden auf dem Tisch ausgelegt – kunterbunt durcheinander, man sollte sich auf jeden Fall gut merken, wo die eigenen Kontenkarten sind. Die Hackerkarte bleibt beim Spieler, um die Spielerfarbe anzuzeigen, die Viruskarten werden im Spiel verwendet. Außerdem erhält jeder Spieler aus dem gut gemischten Geldstapel zwei Geldscheine, die er unter seine Kontokarten steckt – beide unter eine oder je eine unter zwei verschiedene. Die übrigen Geldkarten werden als ein Stapel irgendwo im Raum als Bank abgelegt, so drei bis fünf Meter vom Spieltisch entfernt.

Reihum gehen die Spieler zur Bank, und "hacken“ diese – sie nehmen sich die oberste Karte vom Geldstapel, und kehren dann zu ihrem Platz zurück. In dieser Zeit können alle anderen Spieler beliebige auf dem Tisch liegende Konten mit ihren Virenkarten infizieren, indem sie ihre Virenkarten darunter stecken. Das bei der Bank abgeholte Geld steckt der Spieler wieder unter eine seiner Kontenkarten.

Wenn alle Spieler einmal Geld geholt haben, haben sie die Möglichkeit, die Viren auf ihren Konten zu entfernen. Hierfür müssen sie zu einem Virus einfach nur sagen, wer ihn unter die Kontokarte gesteckt hat. Wenn die Ansage stimmt, wird der Virus wirkungslos, ansonsten erhält der tatsächliche Hacker zufällig einen der Geldscheine des Kontos. Nachdem alle Konten auf Viren überprüft wurden, werden die gewonnenen Geldscheine wieder unter Kontokarten gesteckt.

All das geschieht insgesamt vier Runden lang, dann wird gewertet: wer am meisten Geld gesammelt hat, hat gewonnen.

Die Metapher ist an einer ganzen Menge Stellen gebrochen. Ein Hacker wird nicht zur Bank gehen, um diese zu hacken, noch wird er dadurch Bargeld erhalten. Auf den Konten findet man auch keine Geldscheine, und mit einem Virus wird Software infiziert, aber nicht ein Konto.

Aber das Spiel ist auch ohne die gebrochenen Metaphern nicht sonderlich interessant – man merkt sich, wer alles Viren unter die "wichtigen“ Konten gesteckt hat, steckt seine Viren dorthin, wo die anderen Spieler viele Geldscheine verstecken, und hofft auf das Glück, bei mehreren Viren den richtigen Hacker zu nennen bzw. die großen Geldscheine zu erwischen.

Die Altersangabe auf der Schachtel besagt "9+“ – uns erscheint jedoch das Alter eher als Obergrenze: Schon Sechsjährige haben mit den Regeln keine Probleme. Und Teenies beschwerten sich in Spieltests bereits über den großen Glücksfaktor, und fanden das Spiel nicht sonderlich spannend. Auch steht auf der Schachtel "4-7 Spieler“ während die Spielregel mindestens 3 Spieler erwartet. Dahingegen stimmt die Spieldauer mit ca. 20 Minuten einigermaßen – auch wenn sie einem länger vorkommt.

Wer ein Spiel sucht um seine junge Verwandtschaft, die sonst selten spielt, eine Zeitlang zu beschäftigen, der hat etwas an diesem Spiel. Wer es unbedingt kaufen will, wird auf der Webseite des Herstellers fündig.

Hersteller Le Joueur
Autor Christophe Raimbault
Spieler 3-4 (4-7 laut Dose)
Denken 3
Glück 9
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 9 €

Ein Kommentar

  1. […] Verlage ist Le Joueur, von denen unter anderem Spiele stammen wie die von uns bereits rezensierten Hacker, Sandwich oder L’aventure c’est dur. Relativ lange haben wir gebraucht, um eine […]

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