Bombig

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guffinMacGuffin

Ein neuer Name unter den Spieleherausgebern ist Magpie – der Verlag aus Südkorea, der auf der SPIEL das erste Mal einen Stand hatte, ist bei Boardgamegeek zur Zeit noch nicht bekannt. Drei Karten- und zwei Brettspiele werden unter dem Label "Wednesday Games“ vertrieben – Spiele, die mittwochs im Verlag ausgetestet werden. Der Verlag hat nichts zu tun mit dem Amerikanischen Magpie Games, die kürzlich auf Kickstarter Our Last Best Hope finanzieren ließen.

Das ist zumindest die Aussage des Webseite des Verlages – auf den (Karten-)Spielen findet man nur den Namen Wednesday Games, und die nicht funktionierende URL wednesdaygames.co.kr. Vielleicht wird die demnächst noch aktiviert.

MacGuffin kommt in einer sehr stabilen Metalldose, die auch sehr viel Material und nur sehr wenig Luft enthält. Das Material besteht aus:

  • einer "Passen“-Karte
  • einer Karte "Letzte Runde“
  • 52 Bombenkarten, nämlich
    • 10 schwarze Einer
    • 9 schwarze Zweier
    • 8 schwarze Dreier
    • 7 schwarze Vierer
    • 6 schwarze Fünfer
    • 3 schwarze Zehner
    • eine rote Zehn
    • je zwei rote Zweier, Dreier, Vierer und Fünfer
  • die Spielregel auf Koreanisch

Eine englische und deutsche Version der Regel wurde uns als Fotokopie getrennt mitgegeben. Leider haben wie keine Quelle gefunden, wo man die Regeln herunterladen kann.

Über die Qualität der koreanischen Version kann ich leider nichts sagen, aber die englische und deutsche Version erfüllen manches Klischee.

Die englische Version ist einigermaßen lesbar, auch wenn so manche Formulierung („it … can only be existed in pop-art-like cave-paintings“) ziemlich krumm daher kommen. Mit ein wenig Phantasie kann man aber noch erkennen, was gemeint ist. Die deutsche Version hingegen – naja. Hier ein paar Juwelen der Übersetzung: "Die Teilnehmer werden von dem Nachbar Bombe übernommen, und dann Sprengstoff aufgefüllt und sie zu dem nächsten Sitzer gegeben.“ "Der Mitspieler, der Bombe-Karte als Strafe bekommen hat, zieht eine Passkarte beim Stapel und legt runter.“

Aus der englischen Regel ergibt sich folgender Spielverlauf:Jeder Spieler erhält drei Karten. Der erste Spieler nimmt die oberste Karte vom Stapel, und gibt sie an den links oder rechts sitzenden Spieler weiter. (Es ist nicht ganz deutlich, ob er die Karte ansehen darf oder nicht – sinnvoller erscheint mir, dass man es darf). Hierbei sagt man einen Wert der Karte an, darf dabei aber auch lügen.

Der Spieler, dem der Kartenstapel angeboten wird, hat die Wahl, was er damit anstellt. Er kann beschließen, die Karten weiterzugeben, wobei er dann noch eine Handkarte aus der eigenen Hand hinzufügen muss, und die neue Summe ansagen (oder lügen). Danach zieht er dann eine neue Karte auf drei Handkarten auf.

Andererseits kann er auch beschließen, den Stapel nicht anzunehmen, dann wird der Wert des Stapels bestimmt. Schwarze Karten in dem Stapel zählen als Pluspunkte, rote bringen Minuspunkte. Wenn der Wert des Stapels mehr als 10 beträgt, erhält der Spieler den Stapel, der ihn weitergeben wollte, bei einem Wert von weniger als 9 erhält der Spieler, der den Stapel verweigerte, den Stapel. Diese Karten werden als Sammelstapel abgelegt, kommen also nicht mehr auf die Hand. (Die Punkte sind im Endeffekt Strafpunkte) Alle Stapel mit einem Wert von 9 und 10 werden unter den Kartenstapel gelegt.

Der Spieler, der die Karten erhält, erhält auch die "Pass“-Karte, mit der er in der nächsten Runde einmal einen Kartenstapel weitergeben kann, ohne selbst Strafpunkte erhalten zu können, wenn der nächste Spieler den Stapel ablehnen sollte. Wenn der Spieler mit der "Pass“-Karte diese nicht eingesetzt hat, verliert er diese Option, sobald der nächste Kartenstapel verweigert wird.

Das Spielende kommt, wenn die Karte "Last Round“ gezogen wird. Die Runde wird noch abgeschlossen. Anschließend zählen die Punkte in den gesammelten Stapeln wie bei der Wertung dr Kartenstapel, hinzu kommen noch die Werte der Karten in der Hand – hierbei gelten allerdings auch rote Handkarten als Plus-Strafpunkte.

Sieger ist, wer die wenigsten Punkte hat.

Laut Regeln kann man mit einem zweiten Kartendeck auch zu zehnt spielen.

Das Spiel ist ein Bluffspiel im Stile von Bluff oder Mäxchen. Durch Zufügung der roten Karten wird es allerdings noch unberechenbarer – man benötigt noch mehr ein Gefühl dafür, ob und wie sehr die Mitspieler bluffen. Interessant sind Ansagen im Bereich 7-10 – wenn jemand knapp unter 9 ansagt, liegt der Verdacht natürlich auf der Hand, dass man einen hoffnungslos überbotenen Stapel weitergeben will, aber den nächsten Spieler von einer Überprüfung abschrecken. Eine Meldung im Bereich 9-10 hingegen könnte auch bedeuten, dass der Stapel eben nur 8 Punkte wert ist, um den nächsten Spieler zu einer "sicheren“ Überprüfung zu verleiten.

Wenn die Spielregel nicht wäre, wäre es ein nettes Bluffspiel für den Stammtisch oder für zwischendurch, aber da kommt man wohl mit einem Würfelbecher, zwei Würfeln und einem Bierdeckel genau so weit…

Hersteller Magpie Games
Autor Hope S. Hwang
Spieler 3-5 (-10 mit zwei Spielen)
Denken 6
Glück 6
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 10 € (Preis beim Hersteller auf der SPIEL)

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