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Resi2ndThe Resistance / Der Widerstand

Wer den Begriff Widerstand hört und dazu Begriffe wie "Geheimdienst“, '’Saboteur“ oder "Spione“, denkt zumindest in unseren Landen natürlich unwillkürlich an den 2.Weltkrieg. In diesem Spiel geht es aber nicht unbedingt um La Résistance, sondern laut Spielregel allgemeiner um den Widerstand einer Bevölkerung gegen ein diktatorisches Regime. Leider aber hat das Regime mitbekommen, dass sich da einige Widerstandszellen formiert haben, und eigene Spione eingeschleust, um die Pläne des Widerstandes zu vereiteln.

Leider weiss der Widerstand zwar, wie viele Spione sich eingeschlichen haben, aber nicht, wer. Dennoch muss der Widerstand fortgesetzt werden, und Missionen erfolgrteich abgeschlossen werden. Und so ergibt sich ein Hin un Her aus Verdächtigungen, falschen und ernstgemeinten Anschuldigungen, und Diskussionen.

In der Schachtel finden sich folgende Teile:

  • 10 Charakterkarten
  • 20 Abstimmungsmarker (10 × Pro, 10 × Contra)
  • 10 Missionskarten (5 × Erfolg, 5 × Fehlschlag)
  • 5 Ergebnismarker (zweiseitig, blau/rot)
  • ein Rundenzähler
  • ein Wahlmarker
  • ein Anführer-Marker
  • drei Spielfelder
  • 5 Teammarker
  • 15 Plotkarten
  • die Spielregel (Download bei Heidelberger)

Alles in Standardqualität, es gibt nichts zu meckern, aber auch nichts zu bejubeln.

Abhängig von der Spielerzahl wird ein Deck aus Charakterkarten zusammengestellt mit mindestens 2, höchstens 4 Spion-Karten, und Widerständlerkarten um auf die Spielerzahl aufzufüllen. Von diesen karten erhält jeder Spieler zufällig eine Karte.

Zu Spielbeginn schließen alle Spieler die Augen, dann öffnen nur die Spione die Augen und sehen, wer zu ihnen gehört. Dann schließen sie wieder die Augen, und alle öffnen sie wieder.

Klingt bis jetzt wie Werwolf? Vielleicht, aber hiernach weicht die Spielweise doch deutlich ab.

Einer der Spieler erhält den Anführer-Marker und stellt ein Missions-Team zusammen – wie groß dies sein muss, steht auf dem Spielfeld (von den Spielfeldern wird jeweils nur eines, nämlich das für die aktuelle Missionsgröße, benötigt). Über diesen Vorschlag kann dann diskutiert werden, und dann stimmen alle Spieler ab, ob das vorgeschlagene Team auf die Mission geschickt wird. Hierfür ist eine Mehrheit Pro-Stimmen nötig. Wird das Team abgelehnt, geht der Anführer-Marker an den nächsten Spieler weiter.

Wenn das Team auf die Mission geht, stimmen die Teilnehmer über den Erfolg ab. Hierbei darf ein echtes Mitglied des Widerstandes nicht gegen den Erfolg abstimmen, aber einem Spion ist freigestellt, ob er für oder gegen einen Erfolg abstimmen will. Es reicht fast immer eine einzige Gegenstimme, um eine Mission scheitern zu lassen.

Nach Abschluss der Mission geht auf jeden Fall der Anführer-Marker weiter an den nächsten Spieler.

Das Spiel endet entweder, sobald eine Gruppe (Widerstand oder Spione) drei Missionen in ihrem Sinne geregelt haben, oder wenn bei der Abstimmung über die Teamzusammenstellung das Team fünfmal abgelehnt wurde. In diesem Fall ist die Widerstandszelle durch die Spione so zerrüttet worden, dass das gegenseitige Vertrauen unwiederbringlich zerstört wurde, und die Spione gewinnen.

Man sieht also, dass, anders als beim klassischen Werwolf, die Spieler bis zum Ende dabei bleiben können. Das Problem, dass gerade die ersten Opfer bei Werwolf längere Zeit aussitzen müssen, bis die nächste Runde beginnt, wird hier elegant (und auf sinnvolle Art) umgangen.

Das Spiel skaliert nicht ganz problemlos: je weniger Mitspieler dabei sind, desto leichter wird es für den Widerstand, je mehr, desto leichter wird es für die Spione. Am ausgewogensten scheint das Spiel bei ca. 7-8 Spielern zu sein.

Zusätzlich ist noch eine "Erweiterung“ in die Spieleschachtel gesteckt worden, unter dem Titel "Die Spannung steigt“ (The Plot Thickens) erhalten die Spieler noch zusätzliche Karten, mit denen sie auf den Spielverlauf Einfluss nehmen können.

Für Freunde von Werwolf-artigen Spielen ist Der Widerstand sicher eine interessante Altenative, die auch als Eröffnung oder Abschluss eines Spieleabends gut geeignet ist – eine Partie dauert je nach Diskussionsbereitschaft der Mitspieler meist zwischen einer Viertel- und einer ganzen Stunde. Es wirkt ein wenig wie ein Werwolf – Battlestar Galactica Style.

Resis1stAnmerkung: Uns stand für diese Rezension eine erste Auflage zur Verfügung, die ein deutlich anderes Cover hatte als das ganz oben abgebildete – siehe links. Es scheint, dass es mit diesem ersten Cover sowohl eine Version gab mit der o.a. Zusammenstellung an Spielmaterial (die auch in der 2. Version zu finden ist), als auch eine frühere Version mit teilweise anderem Material.

Hersteller Indie Boards & Cards und Heidelberger
Autor Don Eskridge
Spieler 5 – 10 (bevorzugt 7-8)
Denken 8
Glück 2
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 15 €

Der Widerstand bei Amazon

4 comments

  1. […] Spiele gesprochen: eine Variation auf Werwolf ist ja The Resistance, das wir kürzlich besprochen haben. Zu diesem Spiel soll eine weitere Version unter dem Namen The Resistance: Coup […]

  2. […] hat (s.o.), ist The Message eine interessante Variation auf Werwolf-Agenten-Spiele im Stile von The Resistance oder Covert Action. Diese extern verfügbaren Regeln sind aber auch […]

  3. […] neue Erweiterung zu The Resistance (unsere Rezension) kommt mit Hostile Intent and Hidden Agenda – wer das Spiel in Essen […]

  4. […] erhalten, es soll dort auch verkauft werden. Es ist eine auf eine Runde konzentrierte Version von Der Widerstand / The Resistance (Link zu unserer Rezension des […]

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