Pizza, Pasta, Pomodori

ristoranteRistorante Italia

Der Erfolg eines Unternehmens bemisst sich nur teilweise an Umsatzzahlen: Wenn der Eigentümer persönliche Ziele verfolgt, können diese auch wichtiger sein als die reine Wirtschaftlichkeit. Zu diesen Zielen können so "kleingeistige“ Ziele gehören wie "es jemandem zu zeigen“, oder auch Ziele wie Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit oder Umweltschutz. Anerkennung durch anerkannte Kritiker gehört für viele unternehmen ebenfalls hierzu – ein hierfür besonders bekannter Wirtschaftszweig sind Restaurants. Sowohl Kritiker (nicht nur für Michelin-Sterne) als auch prominente Gäste stellen Renommee-Gewinne dar, für die so mancher Restaurantbesitzer eine Menge zusätzlicher Arbeit investieren will.

In Ristorante Italia spielen die Mitspieler genau so einen Besitzer. Auch hier geht es nicht nur um finanziellen Erfolg, sondern auch um Anerkennung durch Kritiker und Promis. Der Verlag Red Glove aus dem toskanischen Carrara gibt den Restaurants zwar einen deutlichen italienischen Anstrich, das sollte aber nicht überraschen. Ein wirklich "länderneutrales“ Restaurant ist wahrscheinlich gar nicht möglich.

Die farbenfrohe Verpackung im üblichen Quadratformat enthält folgende Teile:

  • 1 Spielbrett
  • 1 Zusatzbrett
  • 5 Restaurantbretter
  • 5 Kassenboxen
  • 147 Zutatenmarker
  • 4 VIP-Marker
  • 3 Marker "Goldener Löffel“
  • 3 Marker "Kochbuch“
  • 11 Raum-Platten
  • 6 Marker "Stern“
  • 15 Marker für Restaurantspezialitäten
  • 87 Münzenmarker
  • 5 Plastiktassen in 5 Farben für die Spieler
  • 6 Kochmützen in den fünf Spielerfarben und weiß
  • 30 Karten "erster Hauptgang“
  • 30 Karten "zweiter Hauptgang
  • 30 Karten "Dessert“
  • 40 Weinkarten
  • 28 Bonuskarten
  • 17 kleine Holzwürfel
  • Regelheft

Die meisten Marker sitzen in Stanzbrettern, aus denen sie sich leicht lösen lassen – ein wenig zu leicht sogar, denn schon beim Hochheben fielen mir die ersten heraus. Das Inlay der Schachtel ist zwar funktional, aber die Marker geraten doch leicht durcheinander. Abgesehen hiervon sind die Materialien gut.

Die Spielregel teilt sich auf in einen Teil mit einem Basisspiel und einen Teil mit erweiterten Regeln. Die Basisregeln sind ungefähr doppelt so lang wie die erweiterten regeln, letztere setzen aber auf den Basisregeln auf. Man sollte aber das Basisspiel einige Male gespielt haben, damit man die Mechanismen hieraus genauer kennt, bevor man die erweiterten Regeln angeht. Anders als bei vielen Spielen hat man beim Basisspiel auch nicht das Gefühl, dass etwas fehlt oder dass es unausgewogen wäre.

Die Spielregeln sind ziemlich eingängig geschrieben. Auf jeweils drei Aktionsrunden folgen drei Wertungsrunden, diese beiden Gruppen werden viermal durchlaufen.

In jeder Aktionsrunde kann ein Spieler zwei Aktionen nehmen. Im Basisspiel sind mögliche Aktionen: eine Rezeptkarte oder eine Weinkarte ziehen, oder einkaufen gehen.

Eine Rezept- oder Weinkarte wird von den verschiedenen Stapeln für die Menüs oder dem Stapel für die Weinkarten gezogen. Man zieht fünf Karten und wählt eine aus: Weinkarten bezahlt man sofort und legt sie in die Auslage, Rezeptkarten nimmt man auf die Hand.

Für den Einkauf gibt es auf dem Spielbrett fünf Läden, die Lebensmittel verkaufen: ein Metzger, ein Gemüseladen, ein Obstladen, ein Fischladen und ein Laden für Milch und Gewürze. Von den verschiedenen Produkten gibt es aber immer nur sechs, nicht unbedingt verschiedene, Marker zu kaufen. Außerdem darf man beim Einkaufen einen der Läden komplett mit neuen Waren ausrüsten – vor oder nach dem Einkauf, nach freier Wahl.

Anschließend gibt es drei Wertungsrunden: Kritiker, Promis und Einkommen. Hierfür muss man zunächst die Menüs, die man auf der Hand hat, mit den dazugehörigen Zutaten kombinieren. Allerdings kann man nur komplette Rezepte auslegen. Die Wertungsrunden verlaufen am Spielende etwas anders als während des Spiels, aber sie verlaufen in derselben Reihenfolge.

Zuerst vergibt der Kritiker gibt Punkte für die neu ausgelegten Rezepte: Wer die besten Rezepte ausgelegt hat, erhält in den normalen Runden Fortschritte in der Kochkunst, die es möglich macht, schwierigere Rezepte zuzubereiten, in der Schlussrunde gibt es stattdessen Siegpunkte.

Anschließend werben die Spieler um Prominente Gäste. Hierfür geben sie Geld aus (für Werbemaßnahmen etc.), das sie aus der eigenen Kasse bezahlen. Das Geld steht anschließend natürlich nicht mehr für weitere Einkäufe zur Verfügung. Wer am meisten Geld ausgibt, erhält Siegpunkte, alle anderen erhalten die Hälfte des eingesetzten Geldes zurück. Diese Wertung erfolgt am Spielende genauso.

Zuguterletzt gibt es Einkommen, abhängig von den ausliegenden Rezeptkarten. Bei Spielende ist das Einkommen nicht mehr interessant, stattdessen gibt es Siegpunkte für die Person, die nach der VIP-Wertung noch am meisten Bargeld übrig behalten hat.Bei Spielende werden dann noch Punkte vergeben für das beste komplette Menü, mit Sonderpunkten für Menüs, die alle dieselbe Nahrungskategorie (z.B. Fisch) beinhalten, oder die komplett eine Restaurantklasse bedienen (familienfreundliches Restaurant oder Nobelrestaurant). Auch gibt es Punkte für die Qualität des Koches, und einmal Punkte für alle ausliegenden Rezepte.

Wer die meisten Punkte hat, gewinnt. Bei Punktgleichstand wird erst der bessere Koch gewertet, wenn dann noch Punktgleichheit herrscht, der mit dem wertvollsten Gericht auf dem Menü, dann die Karte mit dem höchsten Einkommen. Wenn dann immer noch Punktgleichheit herrscht, gewinnt der Spieler, der in einer Runde zuerst an der Reihe ist.

In der erweiterten Version gibt es vier weitere Aktionen, die in einer Aktionsrunde möglich sind.

Es gibt die kleinen Holzwürfel, von denen man einzelne nehmen kann, um in den Wertungsrunden das eigene Resultat zu verbessern.Es gibt Bonuskarten, mit denen man – je nach Karte einmal oder in jeder Runde – einen Effekt ausüben kann, zum Beispiel, indem man beim Gemüsehändler nicht auf das Angebot beschränkt ist, sondern auch seinen Vorrat durchsuchen kann. Von diesen Karten gibt es immer sieben käuflich zu erwerben.

Man kann spezielle Räume kaufen, die einen zwar Geld kosten, aber die einem auch zusätzliches Einkommen bescheren und die Boni in den Wertungsrunden einbringen.

Zuguterletzt kann man einen Kochkurs belegen. Das kostet Geld, bringt den eigenen Koch aber in Fähigkeit vorwärts, so dass er irgendwann bessere Gerichte produzieren kann.

Alles in allem Dauer so ein Spiel, abhängig von der Anzahl an Spielern und ihrer Spielweise, zwischen einer dreiviertel und zwei Stunden. Der Glücksfaktor ist etwas höher als man zu Beginn denkt, obwohl man durch die Auswahl beim Kauf von Rezepten und Lebensmitteln scheinbar einen großen Einfluss auf die eigenen Chancen hat. Das liegt zum einen daran, dass man eben nicht weiß, welche Rezepte ein Mitspieler zusammenstellen will, bis er es in der Wertungsrunde auslegt. Im Endeffekt ist man gezwungen aneinander vorbei zu spielen: Man kann zwar entscheiden, was man tut, aber nicht, wie man eventuell einem Mitspieler Stöcke zwischen die Beine werfen kann.

Alles in allem ein netten Familienspiel, das auch schon für jüngere Mitspieler geeignet ist, aber eher den Gelegenheitsspieler ansprechen dürfte.

Hersteller Red Glove
Autor Riccardo Guerra, Giulio Guerra, Marco Mutta
Spieler 2-5
Denken 5
Glück 7
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 49,90 €

Ristorante Italia bei Amazon (zur Zeit dieses Postings für nur 15 Euro erhältlich)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.