Spiel – Nachlese

SPIELWie immer am Tag nach der Messe eine Rückbetrachtung. Was ist uns noch aufgefallen, worüber haben wir uns gewundert, was war besonderes anzumerken?

Auf der Spiel kam es uns dieses Jahr noch etwas weniger voll vor als noch voriges Jahr – und voriges Jahr hatte ja einen kleinen Besucherrückgang zu verzeichnen. Allerdings gilt dieser “Rückgang” vor allem für Samstag und Sonntag; das dürfte aber auch der Tatsache geschuldet sein, dass dieses Jahr die SPIEL erstmals seit längerer Zeit in die Nordrhein-Westfälischen Herbstferien fiel.

Jedes Jahr gibt es zwei, drei Phänomene, die wie ein Thema über der Spiel zu schweben scheinen. Manchmal sind sie aus der aktuellen Situation zu erklären (die Welle der Titanic-Spiele nach dem Erscheinen des Films mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslett), manchmal kommen sie allerdings gefühlt auch aus dem Off.

So fühlten wir dieses Jahr drei Themen, denen man immer wieder begegnete.

Das erste Thema, eines, das man beinahe schon erwarten konnte, waren die “alten Südamerikaner”. Inkas, Mayas, Azteken – das Ende des Kalenders im Dezember scheint inspirierend zu wirken.

Das zweite Thema, und eines, das auch uns überraschte, waren Zombies. Zwar sind diese Untoten mit den Zombie Walks gesellschaftsfähiger geworden, aber dass sie bereits außerhalb des Geeksektors im Spielebereich angekommen sind, kam unerwartet.

Ein drittes Phänomen, das uns auffiel, weil auch Herausgeber betroffen waren, von denen man es eher nicht erwartete, waren Erweiterungen, Add-ons, Expansions – wie man es auch nennen mag. Es waren nicht nur die klassischen Anbieter von Spielerweiterungen. Bei Bohnanza überraschte die neue Erweiterung Bohn to be Wild ja eher nicht, CGE hatte gleich mehrere Erweiterungen (Galaxy Trucker: Another Big Expansion und Dungeon Lords: Festival Season). Days of Wonder zeigte Small Worlds Realms, Hasbro hatte mehrere Zapped-Erweiterungen – kleine Zwischenspiele für iOS, die in Monopoly und Spiel des Lebens eingeklinkt werden können. Aber auch von Verlagen, von denen man es eher nicht erwartet, gab es Erweiterungen. So hatte Pearl Games mit Les dames de Troyes eine Erweiterung zu Troyes, oder auch BeWitched mit Frigitag als Erweiterung zu Frigiti.

Das war die letzte SPIEL in diesen Messeräumen, hiess es. Die Messe Essen will nächstes jahr mit einem großen Umbau beginnen, und wahrscheinlich wird die SPIEL daher in andere Hallen umziehen müssen. Man darf gespannt sein, denke ich, ob die neuen Hallen genauso gut funktionieren.

Und vielleicht überlegt man sich ja eine bessere Möglichkeit für Jounalisten, sich im Laufe der Messe noch zu akkreditieren. Der Stand, an dem ein Journalist sich akkreditieren soll, befindet sich nämlich traditionell auf der Messe, was schon die erste Hürde beschreibt, denn ohne Eintrittskarte ist es nicht gerade einfach, überhaupt bis zum Stand zu kommen. Zwar kann man als Journalist sich von einem Wachmann zum Stand begleiten lassen (und notfalls auch wieder hinaus), aber auch das sollte diesen Donnerstag erst ab Messeöffnung möglich sein, hiess es. Was für einen Mitarbeiter von Eins Live wahrlich wenig geeignet gewesen wäre, da noch die Funkstrecke eingemessen werden musste, und man bereits um 10 nach 10 auf Sendung gehen wollte. (Dass man nicht vorher einmessen konnte, dürfte klar sein: Wenn noch aufgebaut wird, können immer noch Funkhindernisse hinzu kommen…)

Auch hieß es am Donnerstag von Seiten der Security erst, auch die Presse dürfe erst um 10 aufs Gelände, auf eine Nachfrage beim Merz-Verlag kam der Kommentar: “Wieso, die SPIEL sollte für die Presse schon offen sein.” Es wäre nett, wenn man beim nächsten Mal eine einfachere Vor-Ort-Akkreditierung möglich machen könnte und die Security (und evtl. auch die Journalisten) genauer informiert werden könnten.

Auch nett sahen die Taschen der Alderac Entertainment Group aus – riesige Taschen mit Tragegurt, die mich an Taschen von Erntehelfern erinnerten – sie schienen ebenso viel Inhalt aufnehmen zu können wie eine Kiepe bei der Weinlese. Leider schienen wir Mängelexemplare erwischt zu haben – die Tragegriffe rissen extrem schnell aus. Andere Leute haben wir mit wesentlich volleren Taschen mehrere Tage herumlaufen sehen, es scheint sich also eher um einzelne Mängelexemplare gehandelt zu haben.

Zum Abschluss, wo ich gerade über Taschen rede, der Kommentar eines unbekannten Messegängers: “Ich fühle mich hier so nackt, mit nur einer Tasche”…

 

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