Anglerlatein

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pescadoPescado

Eigentlich heisst das spanische Pescado ja schlicht und einfach (Speise-)Fisch. Essen kann man die Fische in dem gleichnamigen Spiel von Steffen-Spiele aber nicht, sondern sie nur einfangen und auch wieder verlieren, wenn die Mitspieler Glück haben.

Steffen-Spiele ist ein kleiner Verlag aus Krastel im Hunsrück. Bekannt ist der Verlag für das qualitativ hochwertige Material, aus dem er seine Spiele herstellt. Oftmals, wie bei Kulami ist Holz ein wesentlicher Bestandteil, aber wenn Pappe verwendet wird, ist auch diese, wie bei den beiden Schokolade-Spielen Scho K.O. und Schokoly, sehr dick und griffig. Und auch bei Pescado – wo man ja vom Thema her fischig-glitschiges Spielmaterial erwarten könnte, gilt dasselbe.

Die kleine Schachtel (14 × 14 × 5,5 cm3) ist randvoll gepackt mit Material. Im Einzelnen geht es hierbei um:

  • 36 runde Plättchen mit je drei Fischen
  • 5 weißen Farbwürfeln
  • 2 grauen Farbwürfeln
  • einem Leinensäckchen
  • einer Spielregel

Die Fischplättchen sitzen in dicken Stanzkartons – ungefähr 3 mm sind ziemlich dick -, lassen sich aber problemlos herauslösen. Der Beutel sieht zwar nett aus, man fragt sich aber, was man damit tun soll: nur für die Würfel ist er arg groß, andererseits passen die Fischplättchen nicht hinein. Die Würfel zeigen Fische in den Farben gelb, orange, rot, blau, grün und schwarz. Die Farben sind gut zu unterscheiden. Die Plättchen zeigen die Fische wie bleiverglaste Fenster, mit einem gemeinsamen Kopf. Beim Ansehen habe ich das Gefühl, es handele sich um ein keltisches Motiv, ich kann aber kein Beispiel dafür finden.

Das Spiel ist einfach abzuhandeln. Zu Spielbeginn werden die Fischplättchen gemischt und sechs davon offen ausgelegt.

Wer an der Reihe ist, würfelt zunächst einmal mit den fünf weißen Würfeln. Wenn aus den Würfeln Farbkombinationen gebildet werden können, die auf offen liegenden Plättchen wiederzufinden sind, darf man diese an sich nehmen und zunächst einmal offen vor sich ablegen. Wenn der Spieler alle übereinstimmenden Kombinationen (es können mehrere sein, oder auch eine oder gar keine – ein Würfel kann mehrfach verwendet werden) genommen hat, darf er einen zweiten Wurf durchführen. Hierfür darf er beliebig viele seiner weißen Würfel neu würfeln, aber auch einen oder zwei graue Würfel hinzunehmen. Um so einen grauen Würfel nehmen zu dürfen, muss er aber zwei noch verfügbare offen liegende Scheiben umdrehen (keine eigenen), die er dann auch nicht mehr über Kombinationsgleichheit an sich nehmen darf.

Am Ende des Zuges darf der Spieler, der direkt vor dem aktuellen Spieler an der Reihe war, alle noch offen vor ihm liegende Plättchen ebenfalls umdrehen. Damit sind sie dann sicher und können nicht mehr weggenommen werden.

Anschließend wird die Auslage in der Mitte wieder auf sechs Plättchen aufgefüllt und der nächste Spieler ist an der Reihe.

Das Spiel endet, wenn die Auslage nicht mehr auf sechs Plättchen aufgefüllt werden kann. Es gibt keine "letzte Runde“ oder so, es endet sofort.

Jeder Spieler erhält Punkte für die Plättchen, die sich dann in seinem Besitz befinden – auch die noch offen liegenden Plättchen des letzten Spielers bringen ihm Punkte ein. Ein Plättchen mit drei verschiedenfarbigen Fischen ist einen Punkt wert, ein Plättchen mit zwei gleichfarbigen und einem andersfarbigen Fisch zwei, und ein Plättchen mit drei gleichfarbigen Fischen sit drei Punkte wert. Wer die meisten Punkte hat, hat gewonnen.

Obwohl das Würfelglück bei diesem Spiel eine wesentliche Rolle spielt, miss man doch beim zweiten Wurf einer Runde nachdenken: jedes Plättchen, das man umdreht, kann man ja anschließend nicht mehr erhalten. Besonders muss man sich überlegen, ob es lohnt, ein Plättchen bei einem Mitspieler umzudrehen und es ihm so sozusagen kampflos zu überlassen. Wenn bereits zwei der Würfel den richtigen Fisch zeigen, sollte man sich das auf jeden Fall gut überlegen.

Das Spiel ist, auch durch den Preis, deutlich als Familienspiel gedacht, und als solches auch sehr geeignet. Der Vielspieler wird vielleicht durch die Chancenberechnung einen kleinen Vorteil haben, aber durch den Glücksfaktor das Spiel weniger attraktiv finden als der Gelegenheitsspieler. Als Mitbringsel oder Festgeschenk ist es sicher eine gute Wahl.

Hersteller Steffen-Spiele
Autor Steffen Bendorf
Spieler 2-4
Denken 6
Glück 8
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 18,50 €

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