Noch ein GedQuiz

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bwdlBezzerwizzer deluxe

Quizspiele sind in Deutschland immer noch populär – sehr zur Überraschung beispielweise unser nordwestlichen Nachbarn: In den Niederlanden blickt man mit Verwunderung sowohl auf den Erfolg von Fernsehprogrammen wie Wer wird Millionär als auch von Spielen wie Trivial Pursuit. Noch beliebter als reine Wissenquiz (Quizze ist umgangssprachlich, der korrekte Plural ist Quiz!) sind allerdings Spiele, die dieses kombinieren mit anderen Aufgaben. Sei es, dass man für erfolgreiche Antworten an einem Zielgegenstand bauen darf, sei es, dass die Wissensaufgaben gemischt werden mit allgemeinerem Denksport, sei es, dass man einen Biet- und Bluff-Mechanismus zufügt… Das reine Wissens-Quiz gibt es beinahe noch ausschließlich beim Klassiker Trivial Pursuit.

Ein gutes Beispiel für diese Erweiterungen bietet das Spiel bezzerwizzer deluxe. Dieser "rasante Spaß für cleverquizzer“, wie das Spiel im Untertitel und in Anlehnung an das "leichte Spiel Spiel für cleverquizzer“ der ersten (grünen) Ausgabe heisst. Von diesem Spiel gibt es jetzt neben der originalen grünen, der erweiterten roten und der hellblauen Familienedition auch die orangegelbe deluxe-Version, die uns zum Test vorgelegen hat. Allerdings bietet die deluxe-Version soch so einiges, was das Spiel noch einmal aufbohrt.

In der Schachtel findet sich eine ganze Menge Spielmaterial:

  • ein Leinensäckchen
  • vier Spielsteine
  • acht "bezzerwizzer“-Steint
  • vier "zwap“-Steine
  • 16 Kategorie-Steine
  • eine Sanduhr
  • Ein Spielbrett, bestehend aus einem Hauptbrett und vier Nebenbrettern, eines pro Spieler/Team
  • 240 Fragenkarten, je 15 pro Kategorie, in zwei Schachteln
  • ein sechs- und ein zehnseitiger Würfel
  • ein Xylofon
  • die Spielregel

Das Material ist gut, auch wenn die Spiel-, zwap- etc. Steine auf Plastik sind. Die Sanduhr läuft 40 Sekunden, das Xylofon ist von der Machart eindeutig ein Schul- bzw. Kinder-Modell, aber für das Spiel ausreichend. Die verschiedenen Töne sind sowohl mit Namen auf den Xylofonplatten eingraviert als auch über eine Farbcodierung erkennbar.

Das Spiel funktioniert grundsätzlich genauso wie man es von bezzerwizzer kennt. Da wir allerdings noch kein Exemplar zur Rezension hier hatten, geben wir doch eine kurze Übersicht.

Zunächst einmal ist das Spiel sowohl für Teams als auch als Einzelspiel spielbar: bis zu vier Spieler / teilnehmende Teams („Teilnehmer“) sind möglich. Jeder Teilnehmer erhält einen Farbstein zur Markierung der Siegpunkte und ein Setzfeld, außerdem die bezzerwizzer- und den zwap-Stein derselben Farbe. Das Startfeld, auf dem die Farbsteine stehen, ist daran erkennbar, dass es mit zwei Pfeilen versehen ist, und dass die letzten Felder davor (im Uhrzeigersinn) je einen Punkt tragen – ansonsten unterscheidet es sich nicht von den anderen Feldern.

Jeder Teilnehmer erhält vier Kategoriesteine, die der besseren Mischung wegen im Leinenbeutel gemischt und hieraus gezogen werden. Diese Steine legt man so auf das Setzfeld, dass man die Kategorie, mit der man sich nicht so auskennt, einem niedrigen Wert zuweist, und den kategoirien, von denen man sich Erfolg erwartet, einen hohen (1-4). Dann geht es reihum, beginnend mit den 1-Punkt-Kategorien. Eine Karte der entsprechenden Kategorie wird genommen, und mit dem zehnseitigen Würfel (für Kinder: dem sechsseitigen welchen) eine Frage ausgewählt. Kann sie beantwortet werden, geht der Spielstein so viele Felder vorwärts, wenn nicht, bleibt er stehen. So weit, so leicht – der Teufel steckt natürlich im Detail.

Zum einen darf man in jedem Durchgang durch vier Kategorierunden einmal zwei Kategoriesteine austauschen („zwappen“), wofür man den zwap-Stein einsetzt. Den erhält man erst wieder, wenn man wieder Kategorien aus dem Beutel zieht.

Zum anderen darf man, wenn der Teilnehmer "an der Reihe“ die Antwort nicht zu wissen scheint, mit einem lauten "bezzerwizzer“ einen bezzerwizzer-Stein auf Spielbrett legen und nach dem Teilnehmer selber eine Antwort geben. Wenn der Teilnehmer an der Reihe tatsächlich falsch antwortet, und die Antwort des bezzerwizzers richtig ist, erhält dieser zwei Punkte. So oder so ist der bezzerwizzer-Stein ebenfalls nicht mehr verwendbar, bis man wieder Kategoriesteine aus dem leinensäckchen zieht.

Man kann natürlich hier auch bluffen: man weiß die Antwort, zögert aber, als ob man nicht sicher ist, in der Hoffnung, dass jemand seinen bezzerwizzer-Stein verschwendet. Eine hübshe Nickeligkeit, die ganz gut ins Spiel passt.

Wie die Fragen gestellt werden, ist allerdings abhängig von der Kategorie, und das wird auf der jeweiligen Karte mit deutlichen Piktogrammen angegeben. Da diese Kategorien zumindest teilweise ganz anders funktionieren als beim klassischen bezzerwizzer, hier eine Übersicht:

  • Acht Kategorien folgen dem klassischen Muster Frage erwürfeln – fragen – antworten: Sport, Literatur und Sprache, Film, Geschichte. Fernsehen, Kunterbunt, Musik und Natur & Geografie. Hier gibt es keine Veränderungen zu den klassischen Quizspielen.
  • Ähnlich funktioniert die Kategorie "Melodien spielen“. Hier wird eine Melodie erwürfelt, eine Frage gestellt und die Melodie dann auf dem Xylofon gespielt (ohne Tonlängen und Takt natürlich, damit es schwieriger ist). Die ricxhtige Frage muss natürlich trotzdem gegeben werden – meist ist das nach dem Titel des Musikstüks, aber es kann auch passieren, dass man nach dem Film gefragt wird, in dem das Lied ertönt.
  • Bei "Töne spielen“ wird eine Melodie angespielt, bei der ein Ton fehlt, dafür erfährt man aber vorher, welche Melodie es sein soll. Man muss den richtigen Ton nennen, der da fehlt.
  • „Bilder“ zeigen 9 bis 16 Dinge, Orte etc. man erfährt erst die Frage, und darf sich dann eine Sanduhr lang die Bilder ansehen. Dann muss man die Frage beantworten.
  • Bei "Farben und Figuren“ gibt es eine Reihe abstrakter Bilder zu bewundern – von Punktmustern mit Fragen wie "Wie viele rote Punkte haben keinen schwarzen Punkt neben sich?“ bis hin zu abstrakten Formen, von denen beispielsweise sie kleinste gesucht wird, ist alles möglich.
  • „Geschichte merken“ geht um eine kurze Geschichte mit vielen Details, zu denen man nach dem Vorlesen eine Frage zu hören bekommt. Sich an die Details zu erinnern, ist meist ziemlich schwierig.
  • Beim "Wörter merken“ geht es ähnlich zu, nur sind es hier jeweils zeh Worte, die nichts miteinander zu tun haben.
  • Beim "Reihenfolge merken“ muss man dann wissen, welches aus einer Reihe von nahezu identischen Bildern besitmmte Details aufwies. Da man diese Bilder ansehen muss, kommt hier wieder die Sanduhr zum Einsatz.
  • Fast genauso geht es in der letzten Kategorie zu, dem "Details merken“, nur dass hier Details eines größeren Bildes abgefragt werden.

Wer sich mit dem Genre ein wenig auskennt, wird erkennen, dass hier eine etwa gleichstarke Mischung von reinen Quizfragen und sog. Kim-Spielen. Seh-Kim und Hör-Kim sind hier die Schlüsselworte.

Und genau diese Mischung bildet die Stärke des bezzerwizzer deluxe: reine Wissens-Quizfrage würden das Spiel arg ungleich gewichten, vor allem, wenn Erwachsene mit Kindern spielen. Aber diese haben vor allem bei den Kims dann wieder den Vorteil.

Mit 40 Euronen ist bezzerwizzer deluxe sicher nicht gerade das billigste Spiel, und man wird sich überlegen, ob man es wirklich haben will. Aber gerade wenn man mit einer breiten Altersstreuung rechnen muss, ist bezzerwizzer deluxe sicher eine Ausnahme unter den Spielen, weil es recht ausgeglichen ist.

Auch ist es ein Spiel, bei dem Vielspieler und Gelegenheitsspieler sich ebenfalls auf Augenhöhe gegenüberstehen – obwohl es recht wenig vom Glück abhängig ist.

Hersteller Mattel
Autor k. A.
Spieler 2-4 (Spieler od. Teams)
Denken 8
Glück 5
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 45 €

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