Schweine- und Hundewahl

 pickapigPick-a-Pig / Pick-a-Dog

Macht es einen Unterschied, welche Motive ein Spiel zeigt? Gerade bei eher abstrakten Spielen scheint es kaum einen Unterschied zu machen, solange die Bilder nicht in einem Fall sehr detaiolliert sind, und im anderen sehr abstrakt. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, und Pick-a-Pig bzw. Pick-a-Dog ist ein hervorragendes Beispiel hierfür.

Das Spiel kommt jetzt aus Hong Kong, wo der Verlag Jolly Thinkers laut der Beschreibung bei BoardGameGeek Deutsche Spiele für Spieler in Hong Kong erschließen will.

In der kleinen (11,1 cm × 11,1 cm × 4 cm) großen Schachtel findet sich neben dem Regelheft (in zwei Chinesich-Varianten und Einglisch) nur noch ein Stapel mit 96 Karten. Die Karten sind ziemlich stabil und griffig, was für dieses Spiel von Vorteil ist. Die Spielregel kann auf Deutsch heruntergeladen werden.

Die Karten zeigen jeweils ein Tier – bei Pick-a-Pig ein Schwein, bei Pick-a-Dog einen Hund. Da die beiden Spiele grundsätzlich gleich verlaufen, kann man im folgenden jede Erwähnung eines Schweines in Gedanken für das andere Spiel ersetzen durch einen Hund.

Die Schweine auf den Karten sehen sich alle ziemlich ähnlich und unterscheiden sich nur in fünf Details: die Hautfarbe, die Größe, ob man einen oder zwei Arme sieht, ob sie Sonnenbrillen tragen und ob sie eine Tüte Popcorn im Arm halten. Das ergibt insgesamt 32 verschiedene Schweine, und jedes Schwein gibt es genau drei mal.

Für das Spiel werden die Karten gemischt und 30 Karten ausgelegt. Außerdem erhält jeder Spieler eine Karte, die zunächst verdeckt bleibt, und die der Spieler sich auch nicht ansehen darf.

Auf Kommando dreht dann jeder Spieler seine Karte um und versucht, mit den Karten aus der Tischmitte Stapel zu bilden. Hierbei darf sich jede Karte von der direkt vorhergehenden maximal in einem Detail unterscheiden (oder auch gar nicht), so dass man schon genau hinsehen muss.

Wer glaubt, seinen Stapel nicht mehr weiter ausbauen zu können, ruft “Stopp!”, und niemand darf noch Karten an sich nehmen. Dann werden die aktuellen Stapel gewertet.

Zunächst wird geprüft, ob der Spieler mit seiner Vermutung, er könne keine Karte mehr hinzufügen, recht hatte. Wenn es auch nur ein Schwein auf dem Tisch gibt, das auf das letzte im Stapel passen würde, wird der gesamte Stapel nicht gewertet.

Danach werden alle Stapel der Spieler kontrolliert: hatte der Spieler tatsächlich keinen Fehler gemacht, als er den Stapel aufbaute? Wenn es auch nur einen Fehler im Stapel gibt, verfällt wiederum der gesamte Stapel. Ansonsten verbleiben die Karten beim Spieler als Gewinnstapel.

Für die nächste Runde erhalten erst alle Spieler eine neue verdeckte Startkarte, anschließend werden die Karten in der Auslage wieder auf 30 aufgefüllt. Kann die Auslage nicht mehr auf 30 Karten aufgefüllt werden, wird die letzte Runde eingeläutet, für die auch nur die schon ausliegenden Karten verwendet werden. Wenn bereits beim Verteilen der Startkarten ein Spieler leer ausgehen würde, endet das Spiel sofort.

Jetzt wird ganz einfach verglichen: wer mehr Karten im Gewinnstapel hat, hat gewonnen.

pickadogMan kann auch beide Spiele zusammenlegen und erhält so zwei Sets mit einem weiteren Detail, das sich unterscheiden kann: ist es ein Hund oder ein Schwein? Hunde und Schweine sehen sich unheimlich ähnlich und unterscheiden sich nur durch die Nase – in der unterstes Zeile des Bildes sind die drei großen Tiere zwei Schweine und ein Hund. Mit dem kombinierten Spiel können dann noch mehr Spieler auf einer Auslage mit 49 Karten spielen.

Das Spiel wirkt wie ein Spiel für Kinder, es ist aber auch für Erwachsene sehr gut geeignet. Es können auch Kinder und Erwachsene ohne weiteres zusammen spielen, ohne dass eine Seite einen besonderen Vorteil hätte. Die schnelle Spieldauer von offiziell 15 Minuten (mehr als 30 hat bei uns keine einzige Partie gedauert) unterstützt die Familienfreundlichkeit des Spiels noch zusätzlich. Und wer mehr will, kann auch nach jeder Partie die erzielten Punkte aufschreiben und so noch wesentlich mehr Partien als ein Spiel werten.

Die ursprüngliche Version des Spiels hieß Formissimo, kam von Schmidt Spiele und funktionierte mit abstrakten Formen. Auch die Version hatte mir gefallen, aber durch die neuen Bilder gefällt mir das Spiel noch wesentlich besser. Das dürfte zwar eher eine Geschmacksfrage sein, aber gerade wenn man das Spiel auch mal mit Kindern spielen will, würde ich auf jeden Fall die Version aus Hong Kong anraten.

Leider sind sowohl Formissimo als auch die Pick-a-Versionen nicht leicht zu finden. Auf der Spiel waren die (gerüchteweise 400) Exemplare auch bereits am Samstag ausverkauft.

Hersteller Jolly Thinkers
Autor Torsten Landvogt
Illustration Ari Wong
Spieler 1-5
Denken 6
Glück 2
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 9 € (lt. Neuheitenliste der Spiel)

Ein Kommentar

  1. […] wenn man die Plastikfolie abmacht. Die Illustrationen sind in dem Stil, der beispielsweise auch von Pick a Pig / Pick a Dog bekannt ist. Es sind neben Hunden und Schweinen noch Füchse, Löwen und Eisbären zu […]

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