Wackelkandidat

KippXKipp X

Der kleine Verlag Franjos kommt aus Henglarn, das ist der westlichste Ortsteil der Stadt Lichtenau im Kreis Paderborn. Meist veröffentlicht der Verlag im Jahr nur ein Spiel, und manche Jahre auch gar nichts neues, so wie 2011 (2011 gab es nur eine neue Ausgabe von Can“t Stop). Bekannt ist der Verlag für Familien- und Zweierspiele aus hochwertigen Materialien. Eines der bekanntesten Zweierspiele dürfte wohl Kippit sein, ein kleines aber feines Spiel auf einer Holzwippe.

Ebenfalls auf einer Wippe, wenn auch einer Vier-Wege-Wippe, spielt man Kipp X. Der Name zeigt bereits an, dass Kipp X eine ähnliche Mechanik verwendet. Allerdings ist die Schachtel wesentlich größer, und laut Aufdruck kann man auch zu viert Spielen.

In der mit 29,5 cm × 29,5 cm ziemlich großen Schachtel findet man folgende Teile:

  • ein Holzkreuz (33,3 cm)
  • 12 große rote Steine
  • 16 etwas kleinere blaue Steine
  • 20 noch kleinere gelbe Steine
  • 24 kleine grüne Steine
  • die Spielregel in Deutsch, Französisch, Englisch, Niederländisch, Portugiesisch und Spanisch

Die Spielregel gibt es zwar nirgends zu downloaden, wird aber auf der Webseite des Spiels ebenfalls gut wiedergegeben. Die Übersetzungen sind, so weit ich das beurteilen kann, gut gelungen.

Die Holzwippe ist auf einer Halbkugel gelagert, die fester Bestandteil des Kreuzes ist. Insgesamt besteht die Wippe aus fünf Teilen: vier Armen und dem Mittelkreuz; die Teile sind allerdings fest montiert. Wie auch die Holzwürfel ist die Wippe hervorragend verarbeitet. Das Spielmaterial ist ganz einfach schön – wie man es von Franjos eben kennt.

Jeder Spieler erhält einen Würfelsatz, abhängig von der Spieleranzahl. Wer am Zug ist, legt (mindestens) einen Holzwürfel auf einen hochstehenden Arm der Wippe. Was anschließend geschieht, hängt davon ab, wie die Wippe reagiert.

Wenn die Wippe nicht reagiert und kein Würfel herabfällt, darf der Spieler, der an der Reihe ist, noch einen Würfel legen. Er darf aber auch beschließen, dass der nächste Spieler an der Reihe ist.

Wenn die Wippe kippt, ist der nächste Spieler an der Reihe und muss wieder mindestens einen Würfel ablegen.

Wenn mindestens ein Würfel von der Wippe herunterfällt, ist ebenfalls der nächste Spieler an der Reihe. Die heruntergefallenen Würfel kommen allerdings in den Vorrat des Spielers, der sie heruntergeworfen hat.

Gewonnen hat natürlich, wer als erster alle Würfel los geworden ist.

Ein wichtiger Unterschied zu Kippit ist, dass die Würfel, die herunterfallen, wenn die Wippe kippt, in den Vorrat des Spielers kommen, der die Wippe zum Kippen brachte. Wer Kippit kennt, könnte hiermit zu Beginn leichte Probleme haben, denn die Taktik ändert sich hierdurch deutlich: Es ist nicht möglich, nur durch eine kippende Wippe dem Gegner Würfel zu zu schustern. Andererseits lohnt das Passen und weitergeben nur, wenn man davon ausgehen muss, dass mit dem nächsten Würfel nicht nur die Wippe kippt, sondern auch noch mehr als einen Würfel verlieren wird. Genau wie bei Kippit zeigen die Würfel allerdings die Neigung, sich in der Mitte der Wippe zu knubbeln.

Genau wie Kippit ist auch Kipp X eine ungewöhnlische Mischung aus Taktik und Geschicklichkeit. Mit bis zu vier Spielern ist es auch familienfreundlicher als das reine Zweipersonenspiel Kippit.

Hersteller Franjos
Autor Torsten Manold
Spieler 2-4
Denken 9
Glück 0
Geschicklichkeit 6
Preis ca. 29,90 €

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