Wer weiß?

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iKnowiKnow

Auf der Spiel wurden eine ganze Reihe neuer Quizspiele vorgestellt, die sich in der Methodik und Thematik teilweise ziemlich unterschieden. Während das eine (bezzerwizzer) auf eine Kombination mit Gedächtnis- und Sicht-Spielen setzt, verwendet das andere (Up) einen Baumechanismus, und das dritte (Prestel) ist ein Spiel speziell zum Thema Malerei. Noch einen anderen Weg geht iKnow von Tactic Games, einem Verlag aus Pori in Finnland.

Uns lag eine gemischte Vorabversion vor – bislang scheint nur eine finnische Version erschienen zu sein. Gemischt heißt hier: ein Teil der Fragen war auf Deutsch, ein Teil auf Englisch. Genau genommen: ein Viertel der Fragen war Deutsch, drei Viertel Englisch. Die Fragen sind teilweise länderspezifisch, daher beschränken wir uns bei der Rezension auf die deutschen Fragen – auch wenn wir zum Testspielen natürlich auch englische Fragen benutzt haben.

In der Spieleschachtel findet man:

  • ein Spielbrett
  • 400 Fragekarten mit je vier Fragen
  • 2 × 6 Spielfiguren
  • je 25 schwarze und weiße Punktechips
  • ein Kategoriemarker – ein durchsichtiger Punktechip
  • ein Kartenhalter

Die Spielfiguren sind aus durchsichtigem Plastik, wobei der eine Satz ein wenig aussieht wie eine Guillotine (soll wohl ein i mit Punkt darüber darstellen), der andere wie ein senkrechtstehendes Brett. Die Punktechips haben Löcher und passen genau über das "Brett“. Die Karten haben vernünftige Qualität.

Überhaupt sieht das ganze ein wenig aus wie ein Produkt von Apple: alle Einzelteile haben ein wenig den Flair der Produkte des Computerherstellers. Auch das Spielbrett hat eine entsprechend minimalistische Aufmachung.

Es gibt Fragen aus vier Bereichen: Personen, Umgebung & Umfeld, Ereignisse & Phänomene, Werke & Erzeugnisse

Zunächst legt der Spieler, der die letzte Frage als erster richtig beantwortete, die nächste Kategorie fest. Antwortete keiner richtig, wird die in obiger Reihenfolge nächste Kategorie gewählt. Dann darf jeder Spieler seinen iKnow-Marker (die Guillotine) auf ein (quadratisches) Feld der Spielfeldes setzen, mit dem er angibt, nach wie vielen Hinweise er die Antwort geben will. Dabei gibt es für drei, zwei und einen Hinweis jeweils zwei Felder, wenn beide besetzt sind, muss man entweder mehr oder weniger wählen.

Dann darf jeder Spieler seinen iBet-Marker setzen. Hiermit gibt er an, dass er erwartet, dass der Spieler mit dem daneben stehenden iKnow-Marker die Antwort weiß bzw. nicht weiß – hierfür gibt es runde Felder mit einem Plus und einem Minus.

Dann werden die Hinweise einzeln vorgelesen, und von oben nach unten sagt jeder Spieler, was er für richtig hält, wobei natürlich bereits gegebene Antworten gedoppelt werden dürfen.

Jetzt wird überprüft, wer richtig oder falsch geantwortet und wer richtig oder falsch geraten (vermutet, dass jemand anders es weiß / nicht weiß) hat. Für richtiges Wissen gibt es abhängig von der Anzahl der Hinweise ein bis drei Siegpunkte. Bei richtiger Einschätzung gibt es einen Siegpunkt. Etwas nicht zu wissen, kostet nichts, aber falsches Einschätzen kostet einen Siegpunkt. Zu guter Letzt erhält der Spieler, der die Frage vorgelesen hat (und daher nicht mit-wissen durfte) zwei Siegpunkte.

Wer als erster 20 Siegpunkte gesammelt hat, hat gewonnen.

Neben dem Einschätzen der Mitspieler und dem Wissen,hat das Spiel auch einzelne taktische Elemente. Wer sich sicher ist, die Antwort sofort zu wissen und als erster (für drei Punkte) antwortet, kann wahrscheinlich davon ausgehen, dass die Mitspieler sich sein Wissen zu eigen machen, und bei einem mitspieler eine +-Bet setzen. Die Fragen sind aber schwierig genug, dass man nicht wirklich bluffen kann nach dem Motto: ich tue nur so als ob ich das nicht weiß, und verlocke so einen Spieler, eine –Bet zu setzen.

Die Fragen fanden wir durch die Bank recht schwierig – was nicht zuletzt auch dadurch erschwert wurde, dass sich vereinzelt arge Fehler eingeschlichen haben. Hier ein paar Beispiele:

Weder die "goldenen 20er“ noch das Jahrzehnt der Beatles lag im 19. Jahrhundert, wie die Karten glauben machen wollen, sondern im 20.

Direkt ins Husten kam der Tester, der bei der Frage "Welcher See ist das?“ den folgenden 3-Punkte-Hinweis vorlesen sollte: "Dieser See befindet sich im Alpenvorland, mit einer Größe von 536 m2„, gefolgt vom 2-Punkte-Hinweis "Mit seinen insgesamt 536 m2 ist es der drittgrößte See Mitteleuropas. Danach wäre ja sogar der Wisseler Baggersee mit ca. 100 ha größer als der gefragte Bodensee. (Tipp: wenn man aus den Quadratmetern Quadratkilometer macht, stimmt es wieder).

Auch hieß der Hit der Popgruppe Boney M. nicht "My Baker“ sondern "Ma Baker“.

All diese Punkt fielen uns beim ersten Durchspielen auf, bei weiteren Runden haben wir keine Fehler mehr gesammelt. Nach dem ersten Durchspielen hatten wir etwa ein Drittel der deutschen Karten "abgearbeitet“.

Da das Spiel bislang nur auf Finnisch erschienen ist, lassen wir diesmal die Tabelle mit den Spielwerten außen vor. Wenn wir eine fertige Version erhalten sollten, werden wir uns diese noch einmal ansehen – auch, umd festzustellen, ob die Fragen noch überarbeitet worden sind.

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