Kauderwelsch

Black SwanBlack Swan

Wo der Begriff "Kauderwelsch“ genau herkommt, ist nicht bekannt – jedenfalls hat der Begriff nichts mit CDU-Politikern oder Kanuten zu tun. Er steht für verworrene, unverständliche Sprache, ein Phänomen, mit dem man auch als Spiele-Besprecher immer wieder zu tun bekommt. Gerade wenn Spielregeln den Eindruck machen, mit einem Übersetzungsprogramm übersetzt zu sein, stellen sie dem Verständnis oftmals sehr hohe Hürden in den Weg. Meist sind die Übersetzungen richtig gut, so dass man kaum ein Wort hierüber verliert. Aber wenn sie unterdurchschnittlich sind, dann kann es richtig schwierig werden.

Ein bekannter Wiederholungstäter ist Wednesday Games / Magpie, über deren Sprache ich bereits in soeben verlinktem Artikel sprach. Auch die Spielregel für Black Swan ist ähnlich lesbar.

 

Neben der Regel findet man in der Metalldose nur ein Kartendeck mit 56 Karten: einem normalen Kartenspiel (13 Karten in vier Farben, wenn auch ungewöhnliche Symbole verwendet werden: Federn, Kreuze, Schwerter und Pfeil-und-Bögen), drei Jokern (Eulen) und einem "schwarzen Schwan“.

Die englische Regel ist diesmal sogar sehr verständlich übersetzt, dafür gibt es in der deutschen Version Juwelen wie

Du bist der Prinz Siegfried und machst zur Zeit eine Reise, um die Adligen und Odette, die durch die schlauen Sprüche des Bösen Zauberer von Rothbart in einen Schwan verwandelt haben, zu retten.

Im Standard-Viererspiel spielen immer zwei Spieler miteinander.

Das Spiel lässt sich am einfachsten als eine Art "7 nimmt trifft Karrierepoker“ beschreiben. Die Karten werden gemischt, jeder Spieler erhält 14 Karten (der Rest wird nicht verwendet). Wer am Zug ist, legt Karten in den "Stich“, wobei nur beachtet werden muss, was man ausspielen darf: Einzelkarten, Gruppen mit gleichen Kartenzahlen, oder Reihen von aufeinanderfolgenden Zahlen derselben Farbe. Wie viele Karten ausgelegt werden, ist egal (man muss also nicht Farben oder Größen bedienen oder so), wichtig ist vor allem, dass ein Stich immer aus genau sieben Karten besteht. Man darf also maximal so viele Karten legen, dass der Stich auf sieben Karten aufgefüllt wird. Der Stich geht immer an den Spieler, der die letzte Karte gelegt hat.

Ausnahme ist der letzte Stich, der an den Spieler geht, der als erster alle Karten los geworden ist.

Punkte gibt es für gewonnene Karten, wobei ein Ass 20 Punkte gibt, die 10 und die Bildkarten 10 Punkte, und die 5 fünf Punkte. Joker geben 20 Minuspunkte und der schwarze Schwan 100 Minuspunkte.

Die Punkte werden gesammelt, und wer als erster 300 Punkte hat, gewinnt.

Das Spiel ist ein relativ einfaches Spiel, in dem man vor allem mitzählen muss und abschätzen, ob der Gegner Paare / Sequenzen mit einer bestimmten Länge noch auslegen kann – immerhin will man vor allem nicht die Karte mit dem schwarzen Schwan nehmen müssen…

Von der Schwierigkeit her ist es daher eher für Gelegenheitsspieler und Stammtische geeignet, nicht für Vielspieler. Allerdings stellt das Kartenmaterial eine nette Alternative zum normalen Pokerdeck dar. Ich denke zum Beispiel darüber nach, sie für Savage Worlds zu verwenden…

Hersteller Magpie Games
Autor Gun-Hee Kim
Spieler 2-4
Denken 5
Glück 8
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 10 € (Preis beim Hersteller auf der SPIEL)

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