Noch neuer

nova2eNova Basisbuch 2. Ed.

Vor etwas über einem Jahr habe ich das Basisbuch zum deutschen Science-Fiction-Rollenspiel Nova besprochen, das damals bereits in der Papierversion ausverkauft war. Damals schrieb ich "eine Überarbeitung ist angekündigt“, und die neue Version ist denn auch zur SPIEL erschienen. Dünner ist es sicher nicht geworden, aber auch nicht ernsthaft dicker: die Seitenzahl kommt wieder auf nahezu genau 500 Seiten. Das sind ca. 30 Seiten mehr als die "alte“ Version.

Natürlich fragt man sich, vor allem, wenn man die erste Version hat: muss man sich die neue Version kaufen? Immerhin kann man das Buch im wahrsten Wortsinn als Totschlagargument missbrauchen, schwer genug ist es ja. Aber für Bestandskunden hat Daniel "Scolaris“ Schuler zusammen mit Prometheus Spiele eine sehr kundenfreundliche Lösung gefunden.

Die Papierversion kann man natürlich nicht kostenlos auf eine neue Papierversion upgraden, da sind die Produktionskosten denn doch zu hoch. Aber wer die erste Version hat (auf Papier oder auch als PDF), hat Gelegenheit, über die Homepage des Rollenspiels die neue Version als PDF herunterzuladen. Wer auf der Webseite die Option für Bestandskunden wählt, erhält den Downloadlink, sobald die Macher überprüft haben, dass man tatsächlich eine Papier- oder Download-Version gekauft hatte. Wer sein Exemplar direkt am Stand auf der RPC, der SPIEL o.ä. gekauft hat und sich nie registriert hatte, kann sich auch über e-Mail melden, auch da kann die Nova-Redaktion in der Regel etwas für einen tun.

Wer partout keine e-Mailadresse an den Verlag senden will, kann auch als letzten Ausweg, ebenfalls auf der Nova-Webseite, einen Überblick über die Änderungen herunterladen – ich würde aber empfehlen, das Angebot des Gratisdownloads anzunehmen. In der Übersicht der Änderungen steht nämlich gelegentlich auch nur: "Biorhythmus überarbeitet“, aber nicht, wie genau.

Eine interessante Änderung, über die Spieler stolpern könnte, die die alte Nomenklatur kennen, ist, dass einige Begriffe geändert wurden. Meist handelt es sich um Begriffe, die meist in abgekürzter Form verwendet werden, so z.B. auf dem Charakterbogen: Die neuen Begriffe sind so gewählt, dass die Abkürzungen mit den Abkürzungen derselben Begriffe in einer englischen Version übereinstimmen. Nette Idee, wenn es tatsächlich zu einer internationalen Version kommen sollte – verdient hätte das System es auf jeden Fall. Allerdings wird diese Veränderung, die auch in der Übersicht der Änderungen groß angepriesen wird, nicht komplett durchgezogen: es gibt immer noch Eigenschaften wie Sinne (Si) oder Aussehen (Aus).

Was schön erweitert wurde, ist die Angabe, wie komplex eine Regel im Regelgerüst ist, und das Komplexitäts-Baukastensystem. Während in der ersten Ausgabe nur bei den direkten Regeln angegeben wurde, welche Komplexität beispielsweise eine Rasse bei der Erstellung erfordert, wird jetzt auch beispielsweise in der Weltbeschreibung mit angegeben, wie komplex ein Charakter einer bestimmten Rasse zu erstellen ist. So vermeidet man Enttäuschungen, wenn man aus der Rassenbeschreibung bereits eine Vorauswahl treffen will, und dann erst später feststellt, dass die Erstellung anderer Charaktere einfacher ist.

Auch das Lay-out der neuen Ausgabe ist hervorragend gelungen: es wird zwar mehr Farbe eingesetzt, aber in wirklich sinnvoller Art, zum Beispiel, um wichtigen Punkten Nachdruck zu verleihen, oder um Erläuterungen vom restlichen Text abzusetzen. Dadurch, dass die Farben deutlich kräftiger gehalten sind, werden auch manche Tabellen mit weißem Text wesentlich besser lesbar, auch und vor allem am Bildschirm. Dies wird auch durch die Schriftart unterstützt: Der Font ist zwar immer noch derselbe, größer gesetzt und mit anscheinend ein klein bisschen kleinerem Zeilenabstand, aber dank der größeren Zeichen besser zu lesen. Nur das etwas helle grau der In-Text-Beispiele ist zumindest auf meinem LCD-Bildschirm manchmal etwas arg blass.

Wer fürchtet, dass die Hintergrundwelt sich zwischen den beiden Regeleditionen weiterentwickelt hätte – wie man beispielsweise vom Schwarzen Auge kennt -, wird angenehm enttäuscht sein. Die Welt ist immer noch dieselbe, und ein Neueinsteig eines Charakters egal welcher Regeledition in eine laufende Kampagne sollte auf diesem Gebiet keine Probleme machen.

Ansonsten gilt grundsätzlich das, was schon in der ersten Edition gesagt wurde. Das System ist sagenhaft komplett, man darf sich vom Format des Regelwerkes nicht einschüchtern lassen. Mit dem Regelband kann man ganze Kampagnen auf die Beine stellen, ohne dass man wegen fehlender Informationen beispielsweise zu Transportmitteln genötigt wäre, Ergänzungsbände zu kaufen oder sich selbst etwas auszudenken. Die Welt ist sogar so groß, dass man ohne weiteres mehrere Kampagnen gleichzeitig führen kann, ohne dass ein einziger Ort von mehreren Kampagnen berührt würde – und das bei ausgedehnter Reisefreude aller Beteiligter.

Solle jemand, der schon die alte Version hat, sich die neue kaufen? Das ist sicherlich unnötig, denn die PDF-Version ist ja gratis erhältlich. Die Papierversion dürfte für jemanden, der bereits mit der alten Version arbeitet, dank der vorsichtigen Erweiterungen unnötig sein; die erste Edition dürfte dann vollauf ausreichen. Wer allerdings das erste Regelwerk nicht hat, aber Lust auf eine Science-Fiction-Welt, sollte aber NOVA – sei es in der günstigen PDF- oder der für viele spieltischfreundlicheren Papierversion – einmal näher ansehen.

Update Oktober 2015: Preissenkung

Hersteller NOVA
Autor Daniel Scolaris
Spieler RPG
Denken RPG
Glück RPG
Geschicklichkeit RPG
Preis gratis (Bestandskunden, nur über die Nova-Webseite) / 9,95 (PDF) / 19,95 € (Papier)

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2 comments

  1. […] einzige, was zusätzlich zum Rollenspiel-Regelwerk Nova noch notwendig ist, um zu spielen, sind Abenteuer. Man kann natürlich selber Abenteuer erdenken, […]

  2. […] Welt des SF-Rollenspielsystems Nova soll nicht nur die ’normale‘ Space Opera und Weltraumreisen-SF bedienen, sondern auch […]

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