Prügelbarone

BrabarBrawling Barons

Schweden ist ein eher wenig beachtetes Land, wenn es um Spieleherausgeber geht. Es gibt Gigantoskop (Spank the Mokey, Kablamo) … und ansonsten? Wer gut suchte, fand auf der letzten Spiel tatsächlich noch einen zweiten Schwedischen Spieleherausgeber (ich kann nicht sagen, dass mir noch ein dritter aufgefallen wäre), mit Fryxgames.

Fryxgames ist ein reiner Familienbetrieb – genau genommen sind es fünf Brüder, die gemeinsam den Verlag ausgerichtet haben. Die gesamte Arbeit (Regeln, Design, Artwork) bleibt so in der Familie Fryxelius, was natürlich für ziemlich kurze Kommunikationswege sorgt. Nach Space Station und Wilderness ist Brawling Barons bereits das dritte Spiel des Verlags, und alle drei Spiele sind komplett unterschiedlich, was den Stand auf der SPIEL natürlich besonders attraktiv machte – für nahezu jedermann war irgend etwas dabei.

Die Schachtel von Brawling Barons ist ziemlich klein, in etwa die Größe eines Pokerspiels. Und auch der Inhalt der Schachtel ähnelt dem:

  • 6 Karten mit der englischen Spielregel
  • 52 Spielkarten

Das ist alles, aber mehr passt auch nicht in die Schachtel. Die Spielregel kann man auch von der Webseite des Spiels herunterladen – hier gibt es auch eine deutsche Version. Die ist allerdings teilweise ziemlioch holperig übersetzt, und scheint aus dem Englischen übersetzt worden zu sein, wenn man Sätze wie Wenn Sie einen Angriff machen wollen, wählen Sie wieviele von Ihren militäre Einheiten, die in Ihrer Stadt oder an Ihrer Wand sind, in den Angriff teilnehmen sollen ansieht.

Die meisten Karten zeigen auf der einen Seite einen schwachen Gefolgsmann, auf der anderen einen stärkeren oder eine andere Einrichtung, wie beispielsweise eine Farm oder ein Gerichtsgebäude. Fünf der Karten zeigen einen Stern, die sog. "königliche Hilfe“.

Von den Karten ohne die königliche Hilfe erhält jeder Spieler fünf, anschließend werden für Hilfe-Karten in den Reststapel gemischt. Drei Karten werden von diesem Nachzugstapel als Markt offen ausgelegt. Dann wählt jeder Spieler aus seinen Handkarten eine Anzahl Nicht-Bauern-Karten, die gleichzeitig aufgedeckt werden. Wer die meisten Karten ausgelegt hat, beginnt, dann geht es im Uhrzeigersinn weiter.

Neben den Handkarten und offen ausliegenden Karten in der eigenen Stadt (bestehend aus Mauer, kgl. Armee und Gebäuden) hat man noch Ressourcen, die durch verdeckt liegende Karten dargestellt werden, Zu Spielbeginn ist der Ressourcenstapel allerdings leer. Ressourcenkarten bleiben auch immer verdeckt, auch der Spieler selber sieht sie sich nicht an.

Wer am Zug ist, darf eine Aktion aus einer ganzen Reihe verschiedener Aktionen ausführen.

Man darf Ressourcen sammeln: eine plus eine für jedes Ressourcensymbol auf ausliegenden Karten (Stadtkarten). Die Karten kommen verdeckt auf den Ressourcenstapel.

Man darf Karten ziehen: eine plus eine für jedes Kartensymbol auf Stadtkarten.

Man kann eine der Marktkarten auf die Hand nehmen. Die Karte wird durch die oberste des Zugstapels ersetzt.

Man kann Bauern und Gutsherren rekrutieren. Hierfür legt man die gewünschten Karten von der Hand in die Stadt (Gebäudebereich) aus, und zahlt entsprechend viele Ressourcenkarten. Diese werden – da sie ja noch niemand gesehen hat – einfach zurück auf den Zugstapel gelegt.

Man kann eine Militäreinheit einen Schritt bewegen: vom Gebäudebereich auf die Mauer, bzw. von der Mauer in die königliche Armee. Zurück geht nicht, und Militäreinheiten bringen nur Siegpunkte, wenn sie in der königlichen Armee stehen.

Man kann Militäreinheiten im Gebäudebereich und auf der Mauer verwenden um gegnerische Einheiten anzugreifen. Diese Angriffe gehen zuerst auf Einheiten auf einer gegnerischen Mauer; nur, wenn dort keine Einheiten sind, kann ein Angriff auf Stadtgebäude gerichtet werden.

Man kann eine Angriffskarte aus der Hand spielen, wenn man die hierfür nötigen Ressourcen bezahlt.

Man kann keine Aktion wählen, die keinen Effekt verursacht. Wenn man keine Ressourcen hat, kann man keine Einheiten rekrutieren. Im Gebäudebereich sind Militärs und Zivilisten beschränkt auf je zwei Einheiten. Man muss sie erst verbessern bzw. auf die Mauer ziehen, bevor man weitere Einheiten in den Gebäudebereich rekrutieren kann.

Neben Karten mit Gutsherren, die zu stärkeren Militärs aufgewertet werden können und Bauern, die zu Gebäuden aufgewertet werden, gibt es noch eine Reihe anderer Karten, die besondere Fähigkeiten haben, wie das gratis Steigern einer Karte, das Zerstören einer gegnerischen Karte (einschließlich Einheiten, die bereits in der königlichen Armee stehen), eine Zusatzaktion etc.

Wichtig sind noch die Karten mit königlicher Hilfe. Jede bietet eine andere Unterstützung, und wird jeweils dem Spieler gegeben, der beim Aufdecken in einem bestimmten Punkt (Anzahl der Gebäude, Kartenproduktion …) der Schwächste ist.

Es gibt Regeln für das Spiel mit Teams, wobei noch eine weitere Aktionsart hinzukommt: das Übertragen von Ressourcen, Handkarten, Karten aus Gebäudebereich und Mauer.

Es geht nur einmal durch den Nahzugstapel, wenn der durch ist, endet das Spiel. Jeder Spieler erhält einen Siegpunkt für jedes Gebäude und je zwei für jeden Militär, der an die königliche Armee überstellt wurde. Bei Gleichstand gewinnt der von den Gleichstehenden, der als nächster an der Reihe wäre.

Durch die Verwendung von Karten als Ressourcenmarker und die Tatsache, dass verwendete Ressourcen den Nachzugstapel auffüllen, ist das Spielende bei steigender Spielerzahl immer schwerer vorherzusagen. Dabei hilft auch nicht, dass empfohlen wird, bei mehr Spielern auch mehrere Kartendecks zu verwenden (es wird empfohlen, ein Deck pro zwei Spieler zu verwenden, wobei bis zu vier Spieler auch gut mit einem Deck spielen können). Durch den niedrigen preis des Spiels ist das auch ganz gut machbar.

Brawling Barons ist ein interessantes Aufbauspiel, das durch einige ungewöhnliche Mechanismen besonders zu gefallen weiß. Geeignet ist es auch für Vielspieler, wenn auch das Hauptpublikum meiner Meinung nach eher beim Gelegenheitsspieler liegen dürfte.

Hersteller Fryxgames
Autor Benjamin & Jonathan Fryxelius
Künstler Isaac, Benjamin und Daniel Fryxelius
Spieler 2-4 (mehr mit mehreren Decks)
Denken 7
Glück 4
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 9 €

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Ein Kommentar

  1. […] den Machern von Brawling Barons (unsere Rezension) kommt Fleets EUF – Krieg und Diplomatie in den Pleïaden sind das Thema, […]

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