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TzolkinTzolk’in

Es klingt fast wie die Antwort auf die Frage "Wer hat den Herrn der Ringe geschrieben?“, ist aber ein Brettspiel. Die Rede ist von Tzolk’in, einem Brettspiel der Czech Games Edition, das in Deutschland und in deutscher Version von Heidelberger hergestellt und vertrieben wird.

Auf einem 'Maya-Kalender' werden Arbeiter eingeteilt, die verschiedensten Aktionen durchzuführen, damit den Göttern Ehre zuteil werde, aber gleichzeitig der eigene Stamm nicht verhungert. Je länger ein Arbeiter an einer Aktion tätig ist, desto besser ist das Resultat – es sei denn, dass man zu lange gewartet hat, denn dann ist der gesamte erzielte Gewinn wieder verloren. Leider finden die Götter auch nicht alle Aktionen gleichermaßen prickelnd, so dass man aufpassen muss, wann man welche Aktion plant.

Zu Beginn ist ein wenig Arbeit angesagt, denn ein Teil der mitgelieferten Teile muss zuerst zusammengebaut werden. Insgesamt steckt in der Schachtel:

  • ein Spielplan aus 4 Puzzleteilen
  • 6 Getriebe-(Zahn-)Räder
  • ein Bogen mit Aufklebern
  • 6 Befestigungs-Nieten
  • 24 Arbeitersteine, je 6 in vier Farben
  • 28 Spielermarker, je 7 in vier Farben
  • 4 Wertungsmarker in vier Farben
  • 65 Rohstoffwürfel in drei Farben
  • 13 Kristallschädel
  • 65 Marker für Mais
  • 28 Ernteplättchen für Holz und Mais
  • 21 Plättchen Startvermögen
  • 13 Monument-Plättchen
  • 31 Gebäudeplättchen
  • 4 Spielertafeln
  • ein Startspielermarker
  • ein Heft mit der Spielregel

Die Spielregel kann man auch bei Heidelberger als PDF downloaden.

Die Maismarker und Plättchen sitzen in Stanzbögen, aus denen sie ausgedrückt werden müssen. Allerdings sitzen sie darin ziemlich fest – ein Startvermögen-Plättchen teilte sich bein Ausdrücken bereits in mehrere Lagen auf, und auch beim Rest mussten wir sehr aufpassen.

Die Befestigungs-Nieten dienen als Achsen für die Zahnräder. Hier waren in der ursprünglichen Lieferung nur 4 mitgeliefert worden, die beiden fehlenden wurden aber auf Nachfrage schnell und unbürokratisch zugeschickt. Die Zahnräder sollen auf den entsprechenden Spielplan-Stücken fest montiert werden, und Aufkleber für die Mitten der Zahnräder verdecken die Nieten. Außerdem gibt es vier Aufkleber für das größte Zahnrad, die die Termine für Ernten und Wertungen anzeigen. Die Montage verlief ansonsten problemlos. Die Arbeiter, Spielermarker, Wertungsmarker und Rohstoffwürfel sind aus Holz, die Kristallschäder aus blauem durchsichtigem Plastik.

Alles in allem wirkt das ganze hochwertig, auch wenn die Zahnräder zu beginn ein wenig hakeln – das gibt sich aber mit der Zeit.

Zu Spielbeginn erhält jeder Spieler eine Spielertafel (ein Spickzettel für Preise und Möglichkeiten) und drei Arbeiter der eigenen Farbe sowie vier zufällige Startvermögensplättchen, von denen man zwei wählen kann und die darauf vermerkten Rohstoffe erhält. Die Spielermarker werden auf vorgegebene Stellen des Spielplanes gesetzt, wo sie den Stand der Spieler in verschiedenen Disziplinen kennzeichnen. Außerdem werden sechs Monumente ausgelegt, die im Spielverlauf gebaut werden können (die übrigen Monumente bleiben aus dem Spiel) und sechs Gebäude. Im Dschungel werden Maisfelder uns Waldgebiete ausgelegt, und das zentrale Zahnrad "auf Null“ gestellt.

(Bei zwei oder drei Spielern werden weniger Monumente verwendet und einige Arbeiter einer neutralen Farbe blockieren einzelne Felder auf den Zahnrädern.)

Beginnend mit dem Startspieler (obStartspielerWitz: wer zuletzt etwas geopfert hat) darf jeder Spieler, der an der Reihe ist, beliebig viele Arbeiter auf Zahnrädern einsetzen oder beliebig viele Arbeiter von Zahnrädern zurücknehmen … oder um Mais betteln.

Um Mais betteln kann man nur, wenn man 2 Mais oder weniger hat, dann darf man seinen Mais auf 3 auffüllen und nichts anderes tun. Das Betteln um Mais ist aber nicht verpflichtend, so lange man Arbeiter einsetzen oder zurücknehmen kann.

Arbeiter einzusetzen kostet Mais, hierbei werden die Arbeiter auf den jeweils niedrigsten freien Zahnradpositionen eingesetzt. Je höher das Zahnradfeld, desto teurer ist das Einsetzen, außerdem kostet es mehr, mehrere Arbeiter in einer Runde einzusetzen als dieselbe Anzahl über mehrere Runden verteilt einzusetzen.

Es gibt auch eine Möglichkeit, einen Arbeiter außerhalb der Zahnräder zu verwenden: das Startspielerfeld, mit dem man in der nächsten Runde Startspieler werden kann. Wenn es in einer Runde nicht besetzt wird, wird auf die aktuelle Position ein mais gelegt, den die Person erhält, die das nächste Mal den Startspieler wählt.

Wer Arbeiter zurücknimmt, kann dies einfach so tun, oder auch den Arbeiter eine Aktion ausführen lassen, die davon abhängt, wie weit der Arbeiter mit dem Zahnrad durchgedreht worden ist: je weiter, desto mehr und stärkere Möglichkeiten gibt es. Es kostet allerdings, Aktionen auszuführen, an denen der Arbeiter bereits vorbei gezogen ist – Ausnahme: die jeweils letzten Felder eines Zahnrades.

Am Ende eines Zuges wird das zentrale Zahnrad eine Raste weiter gedreht. Arbeiter, die hierdurch auf den anderen Zahnrädern über die höchste Position hinweg gedreht werden, werden in den Vorrat des Spielers zurück gelegt. Außerdem hat jeder Spieler einmal im Spiel die Option, als Startspieler das Rad einen zweiten Zahn weiter zu drehen.

Die Arbeiter haben ein ziemlich weites Feld, was sie alles tun können, je nach ihrer Position auf dem Spielbrett. Hierfür werden auf dem Spielbrett verständliche Symbole angezeigt, die im Regelheft auf einer Doppelseite erklärt werden. Man kann Mais und Holz ernten, Technologien entwickeln, Gebäude und Monumente errichten, in den verschiedenen Tempeln aufsteigen, Handel treiben, zusätzliche Arbeiter rekrutieren, Siegpunkte kaufen, Kristallschädel erwerben oder diese in einem Tempel abgeben. Viele dieser Aktionen kosten wiederum Mais und/oder Rohstoffe.

Gebäude geben entweder einmalig einen Bonus oder als Farm bei jeder Ernährung. Monumente geben nur bei Spielende Siegpunkte.

Nach einem Viertel und drei Vierteln der Spieldauer gibt es ein kleines Erntefest, nach der Hälfte und dem Ende ein großes. Zu jedem Erntefest muss jeder Arbeiter ernährt werden, wozu man entsprechend Mais vorrätig haben muss. Nicht ernährte Arbeiter gehen nicht nur verloren, sondern kosten außerdem auch noch Siegpunkte. Bei einem kleinen Erntefest gibt es dann Belohnungen (Rohstoffe und/oder Kristallschädel) für die Spieler abhängig davon, wie sie auf den Tempeln stehen. Bei einem großen Erntefest gibt es keine Rohstoffe oder Schädel, sondern Siegpunkte.

Am Spielende werden dann noch Siegpunkte für Waren und Monumente verteilt. Wer danach die meisten Siegpunkte hat, hat gewonnen. Bei einem Gleichstand wird das zentrale Rad noch eine Raste weiter gedreht, eventuell fallende Arbeiter entfernt, und dann gewinnt der Spieler, der mehr Arbeiter auf dem Spielbrett hat.

Tzolk’in ist ein typisches Worker-Placement-Spiel, und wer diese Art Spiele mag, wird auch Tzolk’in mögen. Gleichzeitig ist es nicht so kompliziert, dass es für einen Gelegenheitsspieler unzugänglich wäre – andererseits gibt es in der Regel immer so viele Optionen, dass ein Spieler, der an Analyseparalyse leidet, hier für seine Mitspieler eine ziemliche Nervenprobe darstellen kann. Hiervon einmal abgesehen ist Tzolk’in sicherlich für die allermeisten eine interessante Option – auch wenn in unseren Tests die angegebenen 90 Minuten Spielzeit deutlich überschritten wurden: Zwei Stunden sollte man für das Spiel rechnen.

Hersteller Czech Games Edition, in Deutschland Heidelberger Spieleverlag
Autor Daniele Tascini, Simone Lucinai
Spieler 2-4
Denken 8
Glück 3
Geschicklichkeit 3 (Zusammenbau)
Preis ca. 39,95 € (empf. VK)

Tzolk’in bei Amazon

Tzolk’in bei Spiele-Offensive.de

Tzolk’in bei Milan Spiele

Ein Kommentar

  1. […] dass sie alle Blicke auf sich ziehen. Beispiele der letzten Jahre wären beispielsweise Tzolk’in mit seinem riesigen Zahnrad-Spielplan, Tanto Cuore durch seine auf Meido aufgemachten Promoterinnen […]

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