Fünf gewinnt

ZombieZombie! Run for Your Lives!

Zombies sind ein recht beliebtes Thema für Spiele, nicht nur bei Twilight Creations. Und wie in den Filmen ist es schwer. Ihnen zu entkommen – sie sind zwar langsam, aber eben auch sehr ausdauernd. Im Film ist es oftmals nur einer, der entkommt, und 'es wird nur einen geben' ist auch das Motto des Spiels Zombie! Run for Your Lives! vom Verlag Rightgames, der auch bekannt ist unter dem Namen Russian Boardgames.

Die Spieleschachtel hat mit 18,5 cm × 16,5 cm × 4 cm und als Schuber ausgelegt ein etwas ungewöhnliches Format – man ist geneigt, an alte Computerspiel-Kartons aus der Zeit von Historyline: 1914-1918 oder Amberstar zu denken. Aber die Schachtel enthält ein reines Kartenspiel.

Insgesamt finden sich in der Schachtel 63 Karten – 10 verschiedene nützliche Dinge und 11 Zombies, jede Karte gibt es dreimal. Außerdem findet man die Spielregel auf Russisch, Englisch, Französisch und Deutsch. Zusätzlich zu diesen Sprachen kann man sich die Regeln auf der Homepage des Spiels auch auf Koreanisch und Italienisch downloaden.

Die Karten wirken sehr dick, liegen aber gut in der Hand. Die Bilder erinnern mich vom Stil her an die Sandman-Comics von Neil Gaiman. Auf jeder Karte ist das Motiv auch textlich noch einmal wiedergegeben, auf Russisch und Englisch. Zuguterletzt zeigt fast jede Karte auch ein Symbol – hierdurch wird jeweils eine Zombieart an ein Verteidigungsmittel gekoppelt, nur gegen die 'unerträglichen Zombies' (ausgerechnet Kakerlaken-Zombies…) gibt es kein Gegenmittel.

Jeder Spieler erhält vier Handkarten, und dann beginnt das Spiel bei einem Spieler, der "mit einer beliebigen Methode bestimmt (wird), z.B. wer hat vor kurzem einen Film über Zombies gesehen“. Wer am Zug ist, zieht erst einmal eine Karte, und legt dann eine Karte vor sich selbst oder einem Mitspieler ab. Nützliche Dinge natürlich bevorzugt für sich selbst, Zombies eher bei Mitspielern. Manchmal bleibt einem aber nichts anderes übrig, als einem Mitspieler etwas gutes zu tun (zum Beispiel, weil man nur Dinge auf der Hand hat, die auch schon vor einem liegen). Denn: keine Karte darf vor einem Spieler doppelt liegen, weder als Zombie noch als Rettungsmittel.

Wenn ein Zombie in der Auslage eines Spielers auf das dazu passende Rettungsmittel (mit demselben Symbol, z.B.: großer Zombie und Kettensäge) trifft, eliminieren beide sich gegenseitig, und werden in den Ablagestapel gelegt. Hierdurch, und durch die Regel, dass man einmal pro Zug, wenn man sich selbst einen Zombie oder einem Mitspieler ein Rettungsmittel hinlegt, noch eine zweite Karte ziehen und spielen darf. Hiermit kann man notfalls ein Zombie/Rettungsmittel-Paar auf der eigenen Hand entsorgen, wenn man ansonsten nichts tun könnte. Wenn man allerdings gar nichts tun kann (was eigentlich nur der Fall sein kann, wenn man mit seinen Karten nur Selbstmord begehen könnte), darf man auch alle Handkarten abwerfen und fünf neue Karten ziehen.

Wer fünf Zombies vor sich liegen hat, wird von ihnen eingeholt und selbst zum Zombie. Als solcher hat man keine Handkarten mehr und kann auch nicht mehr gewinnen, aber immer noch ins Spiel eingreifen: Am Zug zieht man genau eine Karte, die man dann auch sofort vor einen Mitspieler auslegt.

Sollte es jemandem gelingen, fünf Rettungsmittel zu versammeln, hat dieser Spieler sofort gewonnen. Ansonsten gewinnt der Spieler, der als letzter noch nicht zombifiziert wurde.

Das Spiel ist recht glücksabhängig, denn man hat meist nur die Karten auf der Hand, mit denen man nichts anfangen kann. Dass ein Spieler, der zombifiziert wurde, noch weiter mitspielt, ist zwar nett – es erspart ihm Langeweile, immer ein Problem bei Eliminationsspielen -, fördert aber leider andererseits das Königsmacher-Syndrom. Außerdem sorgt das recht 'große' Ziel von fünf Zombies / fünf nützlichen Karten dafür, dass die lieben Mitspieler einem immer wieder einzelne Rettungskarten mit den passenden Zombies wegschießen, wodurch das Spiel langwierig werden kann. Eine gute halbe Stunde sollte man pro Partie auf jeden Fall einplanen, eher sogar mehr.

Alles in allem ist das Spiel daher eher für Gelegenheitsspieler als für Vielspieler geeignet. Durch den Königsmacher-Effekt sollten es allerdings eher mehr als weniger Spieler sein, die mitspielen: zu dritt ist es ein reiner Königsmacher für den Spieler, der als erster ausgeschaltet wird, nett spielen tut das Spiel sich erst ab 5 Spieler.

Leider ist das Spiel in Deutschland nicht leicht zu finden, die günstigste Quelle, die ich finden konnte, war Philibert in Straßburg.

Hersteller RightGames
Autor Danila Goryunov
Künstler Denis/YuanDen/Voronin
Spieler 3-7 (je mehr, je besser)
Denken 4
Glück 8
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 14,95 €

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