Via Ferrata

Flattr this!

heisenbahnHöchste Eisenbahn

Vom Adlung-Verlag kommt das Spiel Höchste Eisenbahn, ein extrem schnelles Spiel um Züge. Adlung hat ja jedes Jahr verschiedenste neue Spiele im Angebot, von Wirtschaftssimulationen bis hin zu Reaktions- und Geschicklichkeitsspielen, und jedes einzelne basierend auf einem für dieses Spiel speziellen Kartendeck. Wo es bei Haflinger & Co. um Pferde geht, stehen hier, wie der Name bereits vermuten lässt, Eisenbahnen im Brennpunkt des Geschehens. Und natürlich funktioniert das ganze Spiel auch ganz anders.

Man versucht, möglichst lange Eisenbahnzüge zu bauen, wobei längere Züge besser sind. Allerdings sind gewisse Regeln zu beachten, was das ganze wiederum erschwert.

In der Schachtel befindet sich Adlung-üblich alles notwendige Spielmaterial: 60 Waggonkarten, sechs Lokomotivenkarten und die Spielregel in einem Heft auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch. Nicht Adlung-typisch ist allerdings, dass ausgerechnet auf der Titelseite des Regelheftes ein Teppfuhler zu finden ist: Für Spanisch steht da nur Reglas del jueg, das 'o' von 'juego' ist irgendwie verlorengegangen.

Die Karten haben normale Qualität. Die Eisenbahnwaggons unterscheiden sich in drei Details: die Farbe (rot, blau, lila, gelb, grün, rosa), die Zahl der Achsen (von zwei bis sechs) und dem Waggontyp (moderner Persone-Doppeldecker-Waggon, D-Zug-Waggon, Großraumwagen, historischer Personenwagen, Güterwaggon mit Schiebetüren und Tankcontainer). Passeind hierzu sind auch die sechs Lokomotiven entworfen.

Es gibt mehrere Regelversionen, von denen ich hier zwei genauer präsentieren möchte, da diese die Hautpvarianten darstellen.

1.

Jeder der bis zu sechs Spieler erhält eine Lokomotive (verdeckt, sie wird erst zu Spielbeginn angesehen), die gut gemischten Waggonkarten werden auf dem Tisch verteilt, so dass sie nicht aufeinander liegen.

Auf ein Signal nimmt jeder Spieler die Lokomotive auf und in die eine Hand, und beginnt dann, mit der anderen Hand Waggons zu suchen, die an den Zug angehängt werden können. Hierzu werden die Waggonkarten einzeln umgedreht, und wenn eine an den letzten (obersten) Wagen passt, darf sie auf den Zugstapel genommen werden, und bestimmt hierdurch wieder, welche Karten als nächste in den Zug aufgenommen werden dürfen. Eine nicht passende Karte wird (offen) zurück auf den Tisch gelegt, wo jeder, der sie für seinen laufenden Zug verwenden kann, die Karte aufnehmen kann.

Legal ist jeder Waggon, der in mindestens einem Detail mit dem vorhergehenden übereinstimmt. Man darf den einmal zusammengestellten Zug allerdings nicht mehr umsortieren (kein rangieren), sondern die Reihenfolge muss sofort korrekt sein.

Gleichzeitig versuchen die anderen Spieler dasselbe, und wer schneller ist, hat mehr Waggons im Zug – ob alle Waggons legal sind, muss sich allerdings noch herausstellen.

Wenn alle Spieler ihren Zug nicht mehr fortsetzen (wollen oder können), wird ausgewertet: die Stapel werden umgedreht und dann einzeln, Karte für Karte, kontrolliert. Wenn ein Regelbruch gefunden wird, wird nur der Zug bis zu dieser Karte gewertet, der Rest läuft den Ablaufberg hinab und wird aus der Wertung genommen. Wer dann den längsten legalen Zug hat, hat gewonnen.

Als Varianten können die Waggons schon offen ausgelegt werden, oder auch die Bedingung gestellt werden, dass die Waggons sich nur in einem Detail unterscheiden dürfen.

2.

Als Zweipersonenspiel werden fünf der sechs Lokomotiven untereinander ausgelegt. Die Waggonkarten werden gemischt und jeder Spieler erhält die Hälfte der Karten. Auf Signal baut jetzt jeder mit seinen Karten fünf Züge, wobei ebenfalls aufeinander folgende Waggons mindestens ein Detail gemeinsam haben müssen.

Die ergibt in der Regel fünf Züge mit Lokomotiven in der Mitte, ein wenig wie ein Stoßmich-Ziehdich. Hier endet das Spiel, wenn ein Spieler keine Karten mehr auf der Hand hat. Restkarten des anderen Spielers werden nicht mehr ausgespielt.

Jeder einzelne Zug wird auf Korrektheit überprüft, und gegebenenfalls beim ersten Fehler abgebrochen. Anschließend geht jede Lokomotive an den Spieler, der an sie den längeren Zug angelegt hat. Wer mehr Lokomotiven gewinnt, hat gewonnen.

Fazit

Die Sache mit der Geschwindigkeit ist ein bekannter Mechanismus: nicht nur Ligretto funktioniert auf diese Art, in vielem ähnelt das Spiel auch Spielen wie Super Circles oder 7 Ate 9. Man wundert sich aber, wie schnell man einen Fehler in die Reihe eingebaut hat, ohne es zu merken, und nur die wenigsten werden einen langen, komplett richtigen Zug schnell zusammenbauen bekommen. Das Spiel ist schnell gespielt (zehn Minuten bis maximal eine Viertelstunde, die 5 Minuten, die als Untergrenze auf der Schachtel angegeben werden, sind schon sehr optimistisch geschätzt), und eignet sich daher für alle möglichen Szenarien.

Ich persönlich bin ja kein besonderer Freund von Geschicklichkeits- und Geschwindigkeitsspielen, aber Höchste Eisenbahn hat mir gut gefallen.

Hersteller Adlung Spiele
Autor Karsten Adlung
Spieler 2-6
Denken 7
Glück 5
Geschicklichkeit 4
Preis ca. 7 €


Höchste Eisenbahn bei der Spiele-Offensive

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.