Hexenküche am Wohnzimmertisch

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PotionPotion Making: Practice
Potion Making: University Course
Potion Making: Guild of Alchemists

Spätestens seit Harry Potter wissen wir ja, dass man so ziemlich alles zusammenmischen kann, solange man die passenden alchimistischen Zutaten zusammenbekommt. Und genau um diese geht’s bei "Potion Making“, und auch den zugehörigen Erweiterungen. Das Grundspiel Practice besteht aus 76 Karten, die jeweils sowohl eine Komponente wie auch ein Rezept zeigen – und auch als beides Verwendung finden. Dazu gibt es noch zwei Punktekarten und 2 × 6 farbige Marker (um die jeweils erzielten Punkte festzuhalten), und die Spielanleitung – dem Spiel liegt sie in Englisch bei; auf der Seite des Herstellers ist auch eine recht gute deutsche Übersetzung downloadbar.

Wie also funktioniert das Spiel? Nun, man möchte möglichst komplexe alchimistische Gebräue fertigen, um dafür Punkte zu erhalten. Diese entstehen aus den passenden Komponenten (oder gegebenenfalls aus einfacheren Mischungen), eben nach dem Rezept auf der Karte.

Karten, die als Komponente verwendet werden sollen, werden in die Mitte gespielt (4 liegen am Anfang schon aus) – wenn dann die passenden Komponenten in der Mitte liegen, die zu einer Mischung auf der Hand passen, kann man diese nehmen und diese Mixtur dann eben herstellen. Natürlich nur entweder oder – also Komponente ausspielen oder Rezept mischen, und ob die Mitspieler gerade die Komponente liegen lassen, die man gerne hätte – wer weiß das schon? Um das kreative Chaos zu komplettieren gibt es auch noch einige Zaubersprüche, die zusätzlich gespielt werden dürfen – diese können z.B. Mischungen wieder auflösen oder in andere verwandeln.

Wenn man einmal die Spielmechanik begriffen hat, geht so eine Runde verhältnismäßig flüssig, und macht umso mehr Spaß je mehr Spieler mitspielen. Die Erweiterungssets (die zusätzlich das Grundspiel erfordern) bringen die Mechanik nicht wirklich durcheinander, vielmehr erweitern sie das Spiel um einige neue Mischungen, und – vor allem der "University Course“ – um weitere Zaubersprüche; in "Guild of Alchemists“ gibt es noch den Weg zum Stein der Weisen, der jedem Spieler einen Weg aufzeigt, in einer bestimmten Reihenfolge bestimmte Rezepte zu erfüllen, um eben dieses Ziel zu erreichen.

Die interessantesten Faktoren des Spiels sind einerseits die zweierlei Verwendungsmöglichkeiten der Karten – brauche ich sie nun als Komponente, oder will/muss ich gerade dieses Rezept herstellen – wie auch das Zusammenspiel mit den Mitspielern. Natürlich ist man gewissermaßen darauf angewiesen, dass auch die Mitspieler "weiterkommen“, denn auch deren fertiggestellte "Rezepte“ darf man verwenden, um eigene, komplexere zu erstellen. Zwar bekommen dann auch die beteiligten Mitspieler Punkte (im Gegensatz dazu, wenn man alles selbst hergestellt hat), aber eben nur die Hälfte, also macht ein wenig Vorausberechnung schon Sinn. Und es kann nachher ganz schnell ganz schön viele Punkte geben, je nachdem, wer da plötzlich was zusammenbastelt. Und es ist immer eine Frage des Prinzips, ob man partout versuchen will, schwierige und dafür teurere Mischungen zusammenzustellen, oder von vorneherein nicht glaubt, diese zusammenzubekommen und lieber deren Komponenten verwendet. Die Erweiterungen sind nur mit dem Grundspiel zusammen spielbar, aber durchaus auch alle zusammen, wenn man ein längeres Spiel mag, denn das Spiel endet schlicht dann, wenn die Karten aufgebraucht sind. Und wer dann am besten gemischt hat, hat gewonnen.

Die Altersempfehlung des Herstellers ist "ab 10 Jahre“ – was ich durchaus für realistisch halte. Allerdings ist das Spiel auch gut in gemischten Gruppen zu spielen, die Erwachsenen haben keine sonderlichen Vorteile, und – auch wenn die Karten englisch beschriftet sind – es sind schließlich auch Bilder der Rezepte und Komponenten darauf, insofern ist die Sprache nebensächlich. Für einen dem Material angemessenen Preis bekommt man jedenfalls ein schon gestaltetes Spiel, das Spaß macht, und auch nicht zu lange dauert (mit Regelkenntnis ist eine Stunde pro Partie realistisch). Es ist zum Glück eher wenig glückslastig, eher taktisch, und hat auch eine gewisse Ärgerkomponente (nämlich das Wegschnappen einer wichtigen Komponente bevor man an der Reihe ist), und spricht somit ein recht breites Spektrum von Spielern an.

Hersteller Rightgames
Autor Sergei Machin
Spieler 2-6
Denken 7
Glück 3
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 14,90 € (Grundspiel), 9,90 € (Erweiterungen)

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