Luzifer

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FeuerbringerFeuerbringer (Abenteuer für DSA)

Wie lange es dauern kann von der Erstellung eines Abenteuers und dem redaktionellen Abschluss bis zur endgültigen Veröffentlichung, kann man im Band 'Feuerbringer' nachlesen. Das Vorwort (üblicherweise das letzte, was in so einem Band geschrieben wird) wurde bereits im Juni 2012 geschrieben, erschienen ist der Band (der mir als PDF vorlag) aber erst Ende Juni dieses Jahres.

Der Kampagnenband für eine Einsteigergruppe, der zweite Teil der Trilogie Die Erben des schwarzen Eises, enthält wie auch der erste vier einzelne Abenteuer, die sich mit der aktuellen Situation im hohen Norden Aventuriens beschäftigt. Die Abenteuer des ersten Bandes erlebt zu haben, kann sicher nicht schaden – an manchen Stellen wird eine Gruppe, die den ersten Band nicht kennt, Probleme haben und der Spielleiter improvisieren müssen. Ansonsten ist der Regionalband zum hohen Norden sicherlich nützlich, andere Regelwerke sind fallen hier eindeutig unter 'nett zu haben, aber ziemlich unnötig'. Alles weitere, vor allem, weil sich diesmal Spoiler nur minimieren, aber nicht vermeiden lassen, nicht auf der Hauptseite des Blogs, sondern nur im eigentlichen Artikel – der hierunter folgt.

Auch hier erhält man bei der PDF-Version im Ulisses-PDF-Shop (der zum Shopsystem von DriveThruRPG gehört) zwei Dateien: einmal als 'LZ-Version‘, einmal als 'komprimierte Version'. Der Unterschied zwischen beiden Dateien war auch hier wieder eher klein: nur gut 3 MB bei einer Gesamtgröße von 17 – 20 MB. Ein qualitativer Unterschied in den Grafiken war für mich wieder nicht zu erkennen.

Achtung, Spoiler!

 

 

Achtung, Spoiler!

 

 

Achtung, Spoiler!

 

 

Achtung, Spoiler!

 

 

Achtung, Spoiler!

 

Die Gruppe, die bereits aus dem ersten Band bekannt sein sollte, dürfen zunächst ein Fest in Paavi miterleben (ja, man befindet sich immer noch hier) und werden dann von einer Bekannten gebeten, ihr bei einer Suche nach einem göttlichen Feuer zu helfen, das helfen soll, die Nachwirkungen des gloranischen Eisreiches zu brechen. Die Begleiterin – eine Rondrianerin, die ein wenig … merkwürdig wirkt – bleibt schließlich zurück, um einige Gegner aufzuhalten, so dass die Gruppe alleine den augenblicklichen Besitzern begegnet – einige Weißorks.

In diesem Abenteuerteil dürfte die Motivation der Abenteurer das größte Problem darstellen. Die Rondrianerin benimmt sich stellenweise nur noch grenz-rondrianisch, und es kann gut sein, dass die SC ihr deshalb den Auftrag ganz einfach ausschlagen. Vor allem eine unschöne Szene mit einem Taschendieb könnte diesen Abenteuerteil ganz plötzlich abbrechen lassen. Meine Empfehölung: Auch wenn diese Szene zeigt, dass mit der Rondrianerin nicht mehr alles in Ordnung ist, sollte man sie überspringen (und eventuell ein anderes, nicht ganz so extremes Ereignis, das die Helden noch als 'Die ist eben ziemlich intensiv RONdra-gläubig' abtun können, einbauen). Leider zeigt dieses Ereignis aber auch eine Entwicklung auf, die in den folgenden Abenteuern noch zentraler Abenteuerpunkt wird, und deshalb sollte man hier aufpassen, wie man diese Entwicklung einführt – sie soll ja später nicht unbedingt völlig überraschend kommen.

Eine nette Idee für 'Begegnungen' auf Überlandreisen ist hier verwirklicht. Es gibt hier keine 'statische' Zufallsliste, die unabhängig von den Helden eine bestimmte Chance auf bestimmte Ereignisse gibt. Stattdessen gibt es eine kleine Tabelle, auf der man abhängig vom Ergebnis einer Wildnisleben-Probe schlechtes oder gutes erleben kann. Im Endeffekt ein nettes Dugeonabenteuer, aber nichts weltbewegendes – für Neulinge aber sicher dennoch interessant.

Der zweite Teil dahingegen dürfte einen Anfänger-Spielleiter schon einiges abfordern. Es entbrennt nämlich in Paavi ein regelrechter Handelskrieg, und die Helden (die ja aus dem ersten Band eine gewisse Rolle in der Handelswelt innehaben sollten) stecken mitten drin. Das besondere an diesem Abenteuer: Es ist regelrecht eine Sandbox, und das Ergebnis hängt davon ab, wie die Helden sich verhalten, auf welche Seite sie sich schlagen etc.

Im Rahmen dieses Handelskrieges wird dann die bereits angesprochene Entwicklung deutlicher, der man sich entgegenstemmen sollte.

Im dritten Teil geht es um eine Gruppe lokaler Helden, die in den Augen der Einwohner verglichen mit den SC – weil diese nicht aus Paavi stammen – einen Bonus haben und daher als die Helden von Paavi gelten. In höchstem Auftrag sollen jetzt diese Konkurrenten ausgeschaltet werden, und die Helden geraten wieder einmal zwischen die Fronten. Diesmal geht es wieder in einen Dungeon, in dem sich bereits drei, vier Parteien gegenseitig bekriegen, bevor die Helden überhaupt eintreffen. Hier dürfte für den weniger erfahrenen Spielleiter wohl die Hauptschwierigkeit darin liegen, die SC nicht umzubringen, denn die Gegenseite(n) muss man als wirklich heftig bezeichnen.

Das vierte und letzte Abenteuer dieses Bandes gibt den Helden schließlich eine Gelegenheit, die bereits angesprochene Entwicklung aufzuhalten und vielleicht sogar umzudrehen. Dafür ist allerdings eine etwas größere Reise durch das Eisreich nötig, wobei man auch einigen berühmteren NSC begegnen kann. Diese sollen aber, zumindest laut diesem Abenteuerband, den Helden hier nur kurz begegnen, und erst im letzten Band eine größere Rolle spielen.

Alles in allem ist dieses Teilabenteuer allerdings schon ziemlich 'episch'. Immerhin begegnet man hier Halbgöttern – und einem uralten Drachen. Aber es wirkt nicht wie zusammengestückelt oder mit Gewalt passend gemacht, sondern stimmig und rund. Bei Neulingen muss man wohl immer Angst haben, dass sie – vor allem, wenn sie D&D bereits kennen – bei einem Drachen sofort die Waffen zücken, aber das sollte man als Spielleiter umgehen können, nicht zuletzt, weil man laut Auftrag den Drachen um Hilfe bitten soll…

Zusammengenommen ist Feuerbringer ein recht guter zweiter Teil der Schwarzes-Eis-Kampagne. Die gedachte Zielgruppe – Leute, die Das Schwarze Auge nicht so oft spielen – wird hiermit sicher eine Menge Spaß haben. Aber auch fortgeschrittene DSA’ler werden hier – vor allem mit dem zweiten Abenteuer dieses Bandes – sehr viel Spaß haben.

Hersteller Ulisses Spiele
Autoren Oliver Graute, Oliver Hoffmann, Hendrik Seipp, Holger Raab
Künstler Karsten Schreurs, Marc Bornhöft, Steffen Brand, Michael Jaecks, Janina Robben, Nadine Schäkel, Lydia Schuchmann, Elif Siebenpfeiffer
Spieler Rollenspiel
Denken Rollenspiel
Glück Rollenspiel
Geschicklichkeit Rollenspiel
Preis 22,50 € (Buch), 17 € (PDF)*

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