Das kommt mir japanisch vor – Kreaturen im TV

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cryptidsCryptids TV

 

Aus Japan kamen schon viele interessante Spielkonzepte, aber eines wie dieses ist uns bisher noch nicht untergekommen. Wenn man die Schachtel öffnet, findet man zunächst einen Block und gleich 8 Kugelschreiber. Dann gibt es aber noch 40 Cryptiden-Karten und 40 Show-Karten, 8 Karten mit Rollenangaben, und einige Marker für Prime Time oder Mitternacht.

Die Karten sind in Japanisch und Englisch verfasst; unserem Spiel lagen Aufkleber in Deutsch und Französisch bei, die man auf die Karten aufkleben kann; außerdem eine deutsche Spielregel (die sogar ganz ordentlich übersetzt ist und nicht mit solchen Stilblüten wie viele andere gerade aus dem asiatischen Raum glänzt). Und last but not least ist noch eine kleine digitale Stoppuhr enthalten. Und was soll man nun mit diesem Material anfangen?

Erst einmal werden so viele Reporter-Karten zu der Regisseur-, Assistenten- und Zeitnehmerkarte dazugemischt, dass es so viele Karten wie Spieler sind, und jedem eine verteilt – damit sind die Rollen für das Spiel vergeben, auch eine Methode, wie man herausbekommt, wer was zu tun hat. Das eigentliche Spiel verläuft dann so, dass jeder ein Blatt und einen Stift erhält, der Regisseur dann eine Kryptidenkarte zieht und vorliest – da steht dann z.B. "Fellkreatur“, "fliegende Kreatur“, "unterirdische Kreatur“, oder so etwas ausgefallenes wie "Lebendes Gebäude“. Der Zeitnehmer startet nun die Stoppuhr, und die Spieler haben 1 Minute Zeit, ein Wesen zu zeichnen, auf das diese Angabe zutreffen soll. Danach werden die Blätter umgedreht, eingesammelt und gemischt, und jeder erhält ein verdecktes Blatt zurück, das zunächst nicht umgedreht wird.

Nun zieht der Regisseur eine Show-Karte und liest auch diese vor – diese beschreibt einen Fakt über die Kreatur, der Thema einer entsprechenden Fernsehshow sein soll (bspw. "Als Gott in besonderen Thai-Tempeln verehrt“, "Warum wird das im polynesischen Dreieck gegessen?“ oder "eine seltene Kreatur, die nur im Amazonasgebiet lebt“). Der Regisseur bestimmt nun noch, wer mit seiner Präsentation beginnt – und dann hat jeder Spieler nacheinander wieder eine Minute Zeit, diesmal zur Präsentation des ihm zugeteilten Bilds zu eben diesem gezogenen Showthema.

Haben alle ihr Showkonzept vorgestellt, wird durch einfachen Mehrheitsentscheid abgestimmt, welcher Beitrag am besten rüberkam, dieser kommt in die Endrunde; dann werden die Schritte bis hier noch je nach Spielerzahl zwei- oder dreimal wiederholt, und am Ende folgt noch eine Abstimmung darüber, welcher der Finalisten denn nun einen Prime Time Sendeplatz erhält. Und das ist es auch schon – je nach der Schrägheit sowohl der Zeichnungen als auch der zugehörigen Doku-Beiträge strapaziert diese Prozedur durchaus die Lachmuskeln. Und das ist auch das, worauf es dem Autor ankommt – wie er selbst in der Anleitung schreibt, wollte er ein Spiel machen, in dem die Spieler miteinander kommunizieren, etwas zeichnen und darüber erzählen, und eben nicht alles nur einfach und praktisch sein muss. Wer nachher gewinnt ist prinzipiell egal, vielmehr ist der eigentliche Zweck, hier schlicht und einfach Spaß zu haben, und das ist ja sowieso der Sinn eines Spiels, oder? Am Ende soll auch noch einmal über die weiteren Beiträge diskutiert werden.

Je nach Spieleranzahl dauert eine Runde maximal eine gute halbe Stunde, eignet sich also gut auch einmal für zwischendurch, und für Lacher wird sicherlich immer wieder gesorgt. In der Anleitung wird gerade empfohlen, etwas richtig verrücktes zu machen – sowohl beim Zeichnen als auch bei der Dokumentation nachher. Es ist also ein Spiel für Leute mit Spaß am Erfinden, mit spontanen und möglichst ausgefallenen Ideen, die auch mal ein eher lockeres Spiel spielen wollen. Für verbissene Gewinnermentalitäten ist Cryptids TV nichts, dafür für solche, die einfach nur Spaß wollen und das am besten in einer lustigen Runde. Insgesamt erfrischend anders, immerhin geht es hier ja um Präsentation, und nicht darum, irgendetwas gezeichnetes zu erraten, wie in fast allen anderen Spielen, in denen man etwas zeichnen soll.

Hersteller Pigphone
Autoren Kai Fujiwara
Künstler Stéphane Atimon
Spieler 3-8
Denken 5
Glück 1
Geschicklichkeit 3
Preis ca. 24,– €

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