Spiel – Tag 4

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SPIELAbschlussarbeiten

Und somit ist auch der letzte Tag der Spiel erfolgreich hinter uns gebracht. Auch heute sind meine Füße noch alles andere als erfreut darüber, zu mir zu gehören, aber wenn ich bedenke, wie sich das in den letzten Tagen entwickelte, ist die heutige Situation fast schon angenehm zu nennen – wenn die Entwicklung weitergegangen wäre, wären meine Füße jetzt zu gar nichts mehr zu gebrauchen, fürchte ich.

Zu den äußeren Umständen auf der Messe werde ich wahrscheinlich morgen im Nachschlag noch das eine oder andere sagen, hier soll es genügen, erst einmal anzumerken, dass der starke Regen heute zumindest bewies, dass die alten Hallen dringend einer Überholung bedürfen – während er bei einer der letzten SPIELe in der Rollenspielhalle für argen Lärm gesorgt hatte, merkte man dieses Jahr nur an den kleinen Pfützen, die sich unter den Außentüren durchschoben, dass es regnete – wenn man nicht gerade draußen stand und alles aus erster Hand miterlebte.

Wir hatten heute eine ganze Reihe von Aha!-Effekten – Stände, die wir beim ersten Durchgang gar nicht entdeckt hatten, oder die wir falsch eingeschätzt hatten und die sich heute bei näherer Betrachtung doch als interessant entpuppten.

Eine Fehleinschätzung meinerseits war es beispielsweise, im ersten Durchgang cuboro als 'die machen doch nur Kugellaufbahnen' abzutun – ausgerechnet dieses Jahr zeigte der Stand, dass man mit den Bahnen auch ein richtig hinverzwirnendes Spiel herstellen kann. Bei Tricky Ways sollten die Kugeln möglichst lange Bahnen durchlaufen, denn dann gibt es viele Punkte, und die braucht man zum Sieg. Gar nicht so einfach, bei einer extremen Beschränkung der verfügbaren Bauteile auf 8, einem Raster von 3 × 3, in die diese Teile passen müssen und einer begrenzten Anzahl Veränderungen, die man vornehmen darf. Laut Pressemappe soll das Spiel bereits verfügbar sein, mir wurde am Stand allerdings gesagt, es werde erst nächstes Jahr endgültig erscheinen.

Unternehmer – das Spiel wird von der Haak GmbH produziert, eigentlich einer Unternehmensberatung im EDV-Sektor. Das Spiel soll auch nicht betriebswirtschaftlich vorgebildeten Spielern die Probleme vor Augen führen, die Unternehmer im täglichen Leben so haben können.

Leonardo ist wie auch das bereits rezensierte Lupin III nicht das, was man in Deutschland als ein 'typisches Ghenos-Spiel' bezeichnen würde. Unter dem Label "Ghenos Junior“ will es den Spielern einen Einblick in das Leben des kleinen Leonardo geben, der in Vinci lebt.

Zwar als Kinderspiel angeboten, erscheint uns Der Schatz von Castellina von Moses aber auch ein hübsches Kim-Spiel für Erwachsene zu sein, denn man muss 'blind‘, nur durch Erinnerung und Tastsinn, in einer Sammlung von Juwelen zielsicher die eigenen herausfinden, um zu gewinnen.

Vedra Games zeigte mit Colonial Space Wars ein unscheinbares, aber tiefes Spiel, das in der Mitte zwischen Schach und einem ausgewachsenen CoSim liegen soll.

Palatia Spiele hat nichts mit Palästen zu tun, sondern mit der Pal… Verzeihung, der Pfalz, wo der Verlag beheimatet ist. Ebbes (pälzerisch für Etwas) ist ein Stichspiel, bei dem erst während des Spiels klar wird, welche der Farben (neben Wein und Pälzer Wald dienen u.a. auch Elwetritsche als 'Farben‘) wie viel wert ist.

Die Tschechen von Stragoo Games hatten mit Grabolo ein kleines Reaktionsspiel im Angebot, und suchen immer noch nach einem Vertrieb für Mafia City – seltsam, denn Mafia City gefällt uns wirklich gut. Dass das keiner haben will, können wir ehrlich gesagt nicht verstehen.

Es wurden auch viele über Crowdfunding finanzierte Spiele vorgestellt. So wurde Theomachie von der Fabryka Gier Historycznych (Fabrik für Historische Spiele) als deutsche Version bei der Spieleschmiede finanziert.

Direkt bei Kickstarter wurden viele Spiele von Game Salute finanziert. Beispielsweise muss man bei Island Fortress damit zurecht kommen, dass man als Verbrecher in eine Strafkolonie abgeschoben wurde und sich dort durchschlagen – im übertragenen aber auch im Wortsinne.

Für unsere Stammleser ist Giochix ein alter Bekannter. Dieses Jahr sah man dort Romolo o Remo?, bei dem es darum geht, wer denn auf den berühmten sieben Hügeln die Stadt gründen darf – neben Romulus und Remus interessieren sich auch die Könige von Antemnae und von Crustumerium für die Gegend.

Die Letten von Brain Games hatten mehrere neue Spiele, von denen sogar welche ausverkauft wurden. Wir haben uns zur Rezension ein Erforschungsspiel mit Namen Dig Mars sichern können, bei dem eben dieser Planet nach Rohstoffen abgesucht wird.

Einmal Zecke sein – ist das nicht jedermanns Traum? Unter dem doppeldeutigen Titel You Suck entwickelte Bézier Games ein nettes Stichspiel um diese Tierchen. Hirnkrämpfe ohne Meningitis sind garantiert.

Sandtimer ist ein kleiner Verlag aus Belgien, der mit Alarm! ein kleines Ärgerspiel um Einbrüche aufgelegt hat. Wer entkommt den Hunden, Fallen und Schlössern am längsten?

Und ein kleines Stichspiel, bei dem auf die eigentlichen Stiche mit einer Art Russischem Roulette beschlossen werden, ist Pan! T’es mort! von Facily Jeux.

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