Finanzexperten

moneyDie wöchentliche Crowdfunding-Übersicht

Es ist wieder einmal zeit für die wöchentliche Crowdfunding-Übersicht. Seit letztem Montag war es allerdings ziemlich ruhig, gerade was Brettspiele betrifft – man hat das Gefühl, dass mit der SPIEL erst einmal 'die Luft raus' ist, auch wenn immer noch einzelne Herausgeber hoffen, ihre Projekte bis Weihnachten nicht nur abgeschlossen, sondern auch finanziert, die Gelder überwiesen, die Produkte produziert und ausgeliefert zu haben. Da kann ich nur sagen: Viel Glück!

Interessant auch, dass diese Woche eine ziemlich starke Woche war, was Rollenspielprojekte betrifft, und besonders schwach im Bereich Gesellschaftsspiele – beinahe hätten die Rollenspiele die Gesellschaftsspiele sogar überholt gehabt. Auch so war es ein Foto-Finish, ungewöhnlich in meinen Übersichten.

Tabletops und Miniaturen

Dieses Mal waren es vier Tabletop-Projekte, einmal Miniaturen zu einem Gratis-Skirmish-System, ein Tabletop-System und zwei Projekte für Terrain.

Dyniaqs (IG) ist eine Miniaturen-Reihe aus Polen, die jetzt die Standard-Archetypen für Fantasy-Abenteurer anbietet – als Vogelscheuchen mit Kürbisköpfen. Dyniaqs ist eine Reihe von entsprechenden Kürbiskopf-Miniaturen, und als Stretch-Goals sind bereits weitere Miniaturen angekündigt, wie beispielsweise eine Riesenspinne mit einem Kürbiskörper. Das Skirmish-tabletop, zu dem diese Figuren gehören (können), kann gratis hier heruntergeladen werden.

Ein 'narratives Wargame' mit einem SF-Setting soll Afterlife werden. Ungewöhnlich bei diesem (englischen) Projekt ist, dass Porto und Verpackung in allen Pledge Leveln bereits enthalten sind.

Für Science-Fiction-Tabletops kann man nie genug ungewöhnliche Gelände haben. Mit Battle Systems sollen Terrainstücke in Karton kommen, in vorgestanzten Kartons. Auch dieses Projekt ist in England beheimatet.

Aus den USA kommt Lost Dimensions, eine weitere Terrain-Reihe, die diesmal für alle Genres geeignet ist.

Rollenspiel

Diese Woche waren es elf Projekte, von denen eines schon sprachlich eine Besonderheit ist.

Die Besonderheit ist, dass Ensamma Vargen (FbM) auf Schwedisch ist. Wer der Sprache mächtig sit, wird den Titel bereits erkannt haben: es geht hierbei um die Lone Wolf-Reihe von Joe Dever und Gary Chalk, einschließlich der Gruppen-Regeln und -Settingbände, die in Deutschland vom Mantikore-Verlag herausgegeben werden. Von den Solo-Büchern sind allerdings erst einmalö nur die ersten fünf geplant.

Von Kennern als 'Hayao-Miyazaki-like' beschrieben, ist Ryuutama ein Rollenspiel aus Japan, das ins Englische übersetzt werden soll. Einer der beiden Übersetzer ist Andy Kitkowski, der unter anderem auch Tenra Bansho Zero und Maid übersetzte.

Ein interessanter Ansatz ist die Grundlage von The Fellwater Tales: die Charaktere haben nicht einfach ein Alignment wie bei DnD, sondern folgen einer bestimmten Weltsicht, die ihnen ihre Kräfte zur Verfügung stellt. Der Autor ist Brendan Myers, der nicht nur Non-Fiction-Bücher geschrieben hat, sondern aus dessen Feder auch die Fellwater-Bücher stammen, in deren urban-fantasy Welt auch dieses Rollenspiel spielen soll.

Andere Urban Fantasy ist die Welt von Corporia: die Ritter der Tafelrunde aus Camelot treffen auf die Welt der Mega-Corporationen einer dystopischen nahen Zukunft.

Ein kleines Studio will Juggernaut produzieren, ein Science-Fiction/Fantasy-Rollenspiel das laut Produzenten die Geschichte über die Würfel stellen soll.

Ein kombiniertes Quellenbuch für DungeonWorld und Fate Core soll Pirate World sein, das Piraten in einer Fantasy-Welt zum Thema hat.

Orbis Terrarum ist ein Low-Fantasy-System in einem Setting, das dennoch in vielem an die Geschichten um Conan oder den Grauen Mausling erinnert.

Ein System, das den Cthulhu-Mythos in einem weniger grimmigen Licht zeigt als üblich, ist Call of Catthulhu deLuxe, zu dem wir die Basisversion vor ein paar Tagen besprochen haben. Die Luxusausgabe ist bereits voll finanziert und auch die ersten Stretch Goals sind bereits erreicht, bei Erreichen von 10.000 US-$ soll auch eine Deutsche Ausgabe erscheinen – und selbst die sind schon beinahe erreicht. (€: Der Betrag für eine deutsche Übersetzung wurde inzwischen auf 8.500 US-$ gesenkt – und ist bereits überschritten. Eine deutsche Übersetzung sollte also kommen…)

Drei Abenteuer für Pathfinder mit dazu passendem Terrain will Kyle Nielsen aus Virginia mit The Evoker’s Path produzieren.

Für SF-Rollenspiele bietet Gryphon einen Deckplan als Postermap, Miniaturen und eine Schiffsbeschreibung eines Raumschiffes. Basis-System ist Future Armada, aber die beschreibung und der Deckplan lassen sich ohne weiteres auch in anderen Systemen verwenden.

Auf die Ohren gibt es etwas bei RPG Sound Senses – Hintergrundmusik, insgesamt 50 Loops von je mindestens 10 Minuten.

Brettspiel

Seit den letzten Finanzexperten gab es sieben neue Kartendeck-Projekte, eines davon nicht bei Kickstarter.

Für Trivia-Fans interessant dürfte das Deck Animal Kingdom (IG) sein, das auf den Zahlenkarten trivia zu den verschiedenen Gruppen der Tiere hat. In verschiedenen Versionen kommt das Sherlock Holmes-Deck, nicht nur von der Farbgebung, sondern auch vom Stil. Schöne steampunkige Karten sind die Clockwork-Karten, die bereits eine erste Anpassung hinter sich haben: Die Indices (‚Squeezers‘) in den Ecken enthalten jetzt auch die Kartenfarben, nicht nur die Werte. Klassische Karten im Stil der 190x-Jahre sind die Houdini-Karten. Schöne Farbensymbole und ein interessantes Design der Kartenrücken bietet das Grain Back-Deck. Alice im Wunderland, wenn es in einer düstereren Welt spielen würde – oder auch Karten für Wonderland No More – sind die Grungeland-Spielkarten. Und Wahrsagekarten als Tarot-Deck, mit einem surrealistisch wirkenden Design, ist das Tarot of Creativity.

Ein weiteres klassisches Spiel spielt man auf dem Royal Checkers Board – das Aluminium-Brett kann nicht nur für Dame, sondern auch als Schachbrett verwendet werden und sieht einfach schön aus.

Ein kleines Kartenspiel, bei dem es darum geht, in einer Schule seine besten Freunde zu verpetzen, ist Tattletale, ein weiteres Spiel, das von Game Salute produziert wird (und sein Finanzierungsziel bereits erreicht hat).

Im zweiten Weltkrieg spielt Battle Command (IG), das mit einem ambitionierten Finanzierungsziel antritt.

Ein interessant aussehendes Spiel um Minenarbeit im Asteroidengürtel ist Asteroid Miner.

8- und 16-bit-Artwork in altcomputerigen Pixel-Grafiken scheinen der neueste Schrei zu sein. So auch bei Pixel Glory, einem auktionsbasierten Deckbuilder.

Etwa zur Halbzeit wurde der Kickstarter für PowerBot Dice gestoppt, da erst gut 20% des Finanzierungszeils erreicht worden waren. Mit einem neuen Finanzierungsziel zu weniger als der Hälfte des originalen Ziels und einigen weiteren interessanten Änderungen wurde das Projekt nur wenige tage später einem Reboot unterzogen.

Für Leute mit einem großen Wortschatz und Trivia-Wissen dürfte Common Ground ein interessantes Spiel sein. Es geht darum, Begriffe zu finden, die ganze Buchstabensequenzen mit vorgegebenen Worten gemeinsam haben.

Um Demolotion Derbys geht es im Kartenspiel Thrash Car. In dem Spiel soll man ständig eingezogen sein – wenn man nicht gerade am Zug ist, hat man die Gelegenheit, den Mitspielern bei ihrem Zug Knüppel zwischen die Räder zu werfen.

Ein Spiel im Stile von Apples to Apples, aber mit expliziten Fragen statt Beschreibungen, ist The Metagame: Discuss. Spielregeln gehen von Kleinstrunden mit drei Spielern bis hin zur Verwendung des Spiels als MMPG – Massively Multiplayer Party Game.

Und gleich ein weiteres Spiel im selben Stil, diesmal aus Deutschland mit deutschen Karten: Krank basiert auf Lückentexten im Stile von Cards Against Humanity.

Ein ambitionierter Zeitplan liegt Word It zugrunde: Das Kartenspiel, bei dem man aus Handbuchstaben Wörter im Rommee-Stil bildet, soll zum 15. Dezember versandt werden.

Warfighter ist ein kooperatives Spiel um Sondereinsatzkräfte in Spezialeinsätzen in der ganzen Welt. In der Projektbeschreibung scheint es ein ziemlich detailliertes Simulationssystem zu verwenden.

Dann war da noch…

Ich denke, die Skulptur des japanischen Künstlers Takjayuki Takeya dürfte zu groß sein, um als Miniatur in einem Rollenspiel oder Tabletop verwendet zu werden – cool sieht sie aber dennoch aus.

Normalerweise schreiben wir hier nicht über LARP-Projekte (auch, weil wir keinen erfahrenen und LARP-aktiven Redakteur zur Verfügung haben), aber der Quick Frog Boffer (IG) sieht wie ein interessantes Zubehör an, um Waffen zu tragen.

Und zu guter letzt noch ein Projekt, bei ich mich wunderte – und an buddhistische Gebetsmühlen dachte. PrayerMate soll einen aber nur als App dran erinnern, dass man jemanden oder etwas noch in seine Gebete einschließen wollte – beten muss man schon noch selber. Es reicht also nicht, sein Handy wie eine Gebetsmühle zu schwenken…

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