Biss aufs Blut

bloobboundBlood Bound

Fantasy Flight Games, Arclight und Heidelberger – drei Namen, die bei Eingeweihten Aufmerksamkeit erregen. Fantasy Flight ist bekannt für die Spiele, die sie produzieren, Heidelberger vor allem als Distributeur von guten Spielen. Arclight ist ein japanischer Verlag, von dem wir bereits Kemomimi Panic und Tango Cuore – sowie dessen erste Erweiterung – besprochen haben.

Mit Blood Bound geht es in die Welt der Vampire, mit einem Spiel, das uns ein wenig an Kemomimi Panic oder auch an The Resistance und The Message: Emissary Crisis erinnerte. Hier sind es zwei Vampirclans, die untereinander verfeindet sind und jeweils den Clanältesten des gegnerischen Clans unterwerfen wollen. Interessant ist vielleicht noch anzumerken, dass, wenn man sich die Namen ansieht. die mit dem Spiel verbunden sind, dies Spiel wohl originär Heidelberger ist und von Fantasy Flight übernommen wurde.

Die Schachtel enthält folgendes Material:

  • die Spielregel auf Deutsch
  • 20 Charakterkarten – je 9 für die beiden Clans und 2 Inquisitoren
  • 12 Übersichtskarten
  • 22 Sonderkarten
  • je 13 Loyalitätsmarker für beide Clans
  • 20 Loyalitätsmarker 'unbekannt‘
  • 19 Rangmarker
  • ein Dolch

Die Marker und der Dolch sitzen in insgesamt zwei Stanzbögen, aus denen sie leicht herausgelöst werden können. Die Karten sind rein physisch von guter Qualität. Das Design der Charakterkarten dürfte aber nicht unumstritten sein. Sie zeigen gothic-angehauchte Figuren, aber nicht als Zeichnungen, sondern als Fotos. Vor allem aber die Kleidung ist manchmal … gewöhnungsbedürftig. Nebenbei fällt auch auf, dass zumindest einige der Fotomodelle bei Heidelberger arbeiten – zum Beispiel als Pressevertreter.

Je nach Spieleranzahl (mindestens 6, höchstens 12 Spieler) werden gleich viele Karten der beiden Clans (Clan der Bestie und Clan der Rose) zufällig ausgewählt und in einem Stapel zusammengemischt – bei ungerader Spieleranzahl kommt noch ein Inquisitor – ebenfalls zufällig aus den beiden ausgewählt – hinzu. Die übrigen Karten werden nicht gezeigt.

Jeder Spieler erhält aus dem neu gemischten Stapel dann eine Karte, die ihm anzeigt, zu welchem Clan er gehört und welchen Rang er im Clan hat – das Clansmitglied mit dem jeweils niedrigsten Rang ist der 'Älteste'. Jeder Charakter hat eine besondere Fähigkeit, die er im Spiel einmal zu einem bestimmten Zeitpunkt anwenden darf.

Auf jeder Charakterkarte findet sich in der Ecke rechts unten ein Hinweissymbol, in der Regel ist das das Symbol des eigenen Clans – aber bei je einem Clansmitglied findet sich hier das Symbol des anderen Clans, und beim Inquisitor findet sich hier zufällig eines der beiden Symbole. Dieses zeigt jeder Spieler nun seinem linken Nachbarn – um zu verhindern, dass dieser mehr sieht, sind die Übersichtskarten so geformt, dass man alles abdecken kann und nur das Symbol zeigen.

Jetzt wird gespielt. Wer an der Reihe ist, besitzt den Dolch, und darf mit ihm auf einen beliebigen Mitspieler zeigen. Damit greift er diesen an, und der angegriffene muss entweder einen Hinweis auf seinen Loyalität und/oder seinen Rang geben der um Hilfe bitten – dann können sich andere Spieler melden, die an seiner Stelle den Schaden nehmen und einen Hinweis auf ihren Charakter geben.

Was muss man zeigen? Auf jeder Charakterkarte finden sich zwei Loyalitätssymbole, diese zeigen idR entweder das wahre Clansymbol oder ein Fragezeichen. Beim ersten Aufdecken eines Loyalitätssymbols darf man auswählen, welches dieser Symbole man zeigt, beium zweiten Mal muss man das andere zeigen. Den Rang darf man jederzeit an Stelle eines Clansymbols zeigen,aber das hat seine eigenen Folgen.

Wer durch einen Angriff seinen Rang aufdeckt, darf seine spezielle Charakterfähigkeit anwenden. Hiermit kann man beispielsweise seinem Angreifer auch einen Punkt Schaden zufügen, man kann einen Charakter eines Mitspielers heilen oder schützen, oder einem anderen Charakter sogar zwei Punkte Schaden zufügen. Besonders gemein ist hierbei, dass hierdurch aufgedeckte Rangmarker die Fähigkeit dann nicht mehr triggern. (Das Clanmitglied mit Rang 1 – also der Chef – hat als Sonderfähigkeit, dass er die Rangfolge umdrehen kann, so dass der Charakter mit der höchsten Nummer der Chef ist. Auch diese Fähigkeit kann man ausschalten, indem man dem Charakter den 'Rangmarker-Schaden' mit einer Sonderfähigkeit herauslockt…)

Wenn ein Spieler bereits alle drei Marker offen liegen hat und ein viertes Mal angegriffen wird, endet das Spiel, weil der Charakter unterworfen wird. jetzt wird abgerechnet: wenn der Angreifer tatsächlich den Chef des gegnerischen Clans angegriffen und unterworfen hat, gewinnt seine Seite. Wenn er aber einen anderen Charakter angegriffen hat (einen aus dem eigenen Clan oder ein Mitglied des gegnerischen, der nicht der Chef ist), verliert seine Seite.

Wenn der Inquisitor dabei ist (bei ungeraden Spieleranzahlen), darf er beliebige Loyalitätsmarker zeigen. Seine Sonderfähigkeit ist es, Fluchkarten zu verteilen – einen echten und einen oder mehrere falsche Flücher. Wenn der Anführer des siegreichen Clans den echten Fluch erhalten hat, gewinnt nicht sein Clan sondern der Inquisitor alleine.

Das Spiel spielt sich ein wenig wie The Resistance, und hat gegenüber Werwolf den Vorteil, dass ständig alle Spieler beteiligt sind. Wie beim großen Vorbild will man auch sofort noch eine Runde spielen, denn es ist alles andere als einfach. Man kann zwar erahnen, wer welchem Clan zugehört – zum einen darf nur der Inquisitor beliebige Loyalitätsmarker zeigen, aber manche Charaktere zeigen eben gar keine, zum anderen kann man natürlich auch seine Schlüsse ziehen aus der Tatsache, wer welche Charaktere mit bekannter Loyalität angreift. Ein wenig funktioniert das Spiel hier wie Bang! Psychologie und Tricks sind hier sehr wichtig.

Unserer Testrunde hat das Spiel gut gefallen, auch wenn wir meist nur knapp eine Runde zusammen bekommen haben und das Spiel mit mehr Spielern besser wird. Wie die genannten Vorbilder darf man Blood bound daher wohl eindeutig als Partyspiel bezeichnen – und ein gutes noch dazu.

Anmerkung: Laut Amazon ist das Spiel nur vorbestellbar und soll zum 31.12 ausgeliefert werden. Bei beiden anderen von uns verlinkten Webshops steht das Spiedl aber bereits auf 'Lieferbar'.

Hersteller Heidelberger, Fantasy Flight Games
Autoren Kalle Krenzer
Künstler Shaun Boyke, Marina Fahrenbach, Michael Küper
Spieler 6-12
Denken 8
Glück 6
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 14,95 €

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