1970-2039

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ProsperityProsperity

Aus Frankreich kommt Ystari, von denen wir, so weit ich mich erinnern kann, noch kein Spiel rezensiert haben. da sie aber in Deutschland durch Asmodee vertreten werden, haben wir auf der letzten Spiel ein Spiel des Verlages zur Rezension erhalten.

Ystari hat viele Lizenzspiele im Angebot, wie z.B. Agricola oder Dominion, aber auch eine Reihe eigener Spiele. Die Lizenzspiele sind dann natürlich auf Französisch, die eigenen Spiele gibt es meist in einer französischen und einer internationalen Ausgabe – sei es nur auf Englisch, sei es als Kombination mehrerer Sprachen. Für Prosperity gilt das in besonderem Maße: es gibt neben der französischen Ausgabe nicht nur eine rein englische Ausgabe, sondern auch eine Ausgabe in Englisch und Deutsch – alle drei Ausgaben sind zur selben Zeit erschienen, es handelt sich also nicht um eine nachträgliche Ausgabe mit mehr Sprachen.

In der Dose steckt:

  • die Spielregel – wie gesagt auf Englisch und Deutsch
  • ein Forschungstableau
  • 4 Spielertableaus
  • 64 Umweltverschmutzungs-Scheiben
  • 20 Holzwürfel in vier Farben
  • 36 Banknoten in Stückelungen von 50, 100 und 500 Euro
  • 60 Technologie-Plättchen

Die Regel kann man bei Ystari herunterladen (Linkt zur Deutschen Version, PDF, 2,5 MB)

Die Umweltverschmutzungsscheiben sind aus Holz und schwarz, die Technologielättchen stecken in einem Stanzbogen, in dem sie zwar stramm sitzen, sich aber doch ohne Probleme herauslösen lassen. Für die Marker und Plättchen sind eine Reihe Ziplock-Tüten beigefügt.

Auf den Technologieplättchen stehen auf der einen Seite Jahreszahlen oder ein Bild unseres Planeten, Die Jahreszahlen gehen in Zehnerschritten von 1970 bis 2030 und stellen das jeweilige Jahrzehnt dar. Auf der anderen Seite sind Industrieanlagen etc. zu sehen, mit Symbolen für Energie, Wohlstand, Ökologie etc.

Zunächst werden die Technologieplättchen nach Jahrzehnt getrennt gemischt und dann als chronologischer Stapel bereit gelegt. Dann erhält jeder Spieler einen Satz Würfel (eine Farbe) und ein Spielertableau. Letzteres zeigt zwar oben ein Land (Italien, Spanien, Frankreich und Deutschland), ansonsten sind die Tableaus aber gleich aufgebaut. Das Tableau bietet zwei Schwierigkeitsgrade – der schwierigere Grad steht auf der Rückseite des leichteren. Die Technologieplättchen mit der Welt auf der Rückseite werden neben dem Forschungstableau ausgelegt – manche Technologien werden erst zugänglich, wenn eine bestimmte Menge Forschungsarbeit geleistet wurde.

Die Holzwürfel der Spieler werden wie folgt ausgelegt: einer auf die Zählleiste des Spielers, je einer ganz unten auf die beiden Forschungstableaus für Technik und Umwelt, und die letzten beiden auf die Markierungsleisten für Energie und Umwelt ihres eigenen Spielertableaus. Jedes Land hat bereits acht Umweltschmutz-Scheiben und 100 € an Geld. Dann kann das Spiel beginnen.

Wer an der Reihe ist, zieht zunächst das oberste Plättchen vom Technologiestapel. Das Plättchen zeigt ein Wertungssymbol, abhängig von diesem Symbol erhalten alle Spieler etwas. Beim Energiesymbol werden die Energiesymbole jedes Spieler nach 'positiver' (sauberer) und 'negativer' (umweltverschmutzender) Energie getrennt und aufaddiert. Überwiegt die saubere Energie, gibt es 50 € für jeden Punkt Überschuss, wenn die negative Energie überwiegt, kostet das 100 € pro Überschusspunkt. Bei Ökologie darf man bei einem positiven Saldo eine Umweltschmutz-Scheibe entfernen, bei einem negativen Saldo kommt eine hinzu. Beim Kapitalsymbol erhält man Geld für die eigenen Kapitalsymbole, für Forschung kann man die eigenen Marker auf den beiden Forschungstableaus vorsetzen – insgesamt so viele, wie die eigene Industrie an Forschung liefert. Für Wohlstandssymbole wird der Spielsteim auf dem Gesamttasbleau vorgesetzt – es sei denn, die Umweltverschmutzung nimmt überhand, dann gibt es keinen neuen Wohlstand mehr. Das umgedrehte Technologieplättchen kommt danach in die Auslage neben dem Forschungstableau.

Anschließend darf der aktive Spieler zwei Aktionen durchführen. Das darf auch zweimal dieselbe Aktion sein.

Der Spieler kann sich Einkommen nehmen, einen Punkt Umweltschmutz entfernen, einen Punkt Forschung erhalten oder ein Industrieplättchen aus der Auslage erwerben. Diese Industrieplättchen kosten abhängig von der Technologiestufe und dem eigenen Forschungsstand unterschiedlich viel Geld – je weiter ihre Technologie die eigene Forschung übersteigt, desto teurer werden sie.

Dann kommt der nächste Spieler an die Reihe und dreht das nächste Technologieplättchen um.

Zum Spielende gibt es noch einmal Punkte für alles: der Energiesaldo und der Umweltsaldo werden doppelt gewertet (was Geld und/oder Umweltsch(m)utz bedeutet), das Kapital einfach (und für je 300 € gibt es danach einen Wohlstandspunkt). Forschungspunkte werden auf beiden Forschungsleisten einmal durchgeführt, und die besten Forscher erhalten Wohlstandspunkte. Zuletzt werden die Wohlstandspunkte noch einmal gewertet.

Es gewinnt, wer den meisten Wohlstand hat, bei Gleichstand entscheidet das Volksvermögen.

Das Spiel ist ein schnelles (eine Stunde) Ressourcenverwaltungs- und -planungsspiel mit Stadtbau-Anklängen. Es ist zwar eher für Vielspieler gedacht, aber auch Gelegenheitsspieler werden sich schnell hineinfinden.Man kann ganz gut planen, wenn man die Tipps am Ende der Regel beherzigt (es gibt jedes Wertungssymbol einmal pro Dekade – wer mitrechnet kann hier entsprechend planen; Wohlstandssymbole rechtzeitig aufbauen etc.), so dass die Partien meist recht knapp werden. Es gibt einen leichten Nachteil für die Spieler, die als letzte in einer Dekade dran sind, aber dieser Nachteil ist minimal. Viel wichtiger ist es, im Auge zu behalten, dass in der letzten Dekade und in der Abrechnung die Wohlstandssymbole insgesamt noch dreimal gewertet werden – man sollte also daraufg achten, genug davon zu haben, bevor das letzte Jahrzehnt startet. Da kann es schon sein, dass man bei Beginn der Dekade aufgeben kann, weil man einen führenden Spieler (oder einen, der soeben jede Menge Wohlstandssymbole hinzubekommen hat) nicht mehr einholen kann.

Allerdings muss man auch sagen, dass man sehr viel berechnen muss – wo baut man welche Industrie auf, lohnt diese oder jene Industrie, wie viele Runden gibt es noch, bringt mir dies oder jenes noch genug, dass sich die Anschaffung lohnt…

In der Spielerunde meinte jemand, das Spiel erinnere ihn ein wenig an SimCity, nicht nur von der Optik her. Man hat zwar keine Menschenmassen, die unruhig werden, aber ein wenig erinnert das Spiel schon daran.

Für Freunde von einfacheren Spielen dieser Art ist Prosperity sicher einen Blick wert. Der harte 18xx-Spieler wird sich nicht angezogen fühlen, aber dafür kann auch der Gelegenheitsspieler hier ohne weiteres mithalten – und die beiden Schwierigkeitsgrade sind sogar so gewählt, dass ein Neuling mit dem einfacheren Grad und ein Experte im schwierigeren sich wieder auf ungefähr gleichem Niveau gegenüber stehen.

Hersteller Ystari
Autoren Reiner Knizia, Sebastian Bleasdale
Künstler Arnaud Demaegd & Neriac
Spieler 2-4
Denken 8
Glück 5
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 29,95 €

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