Sternenkrieg

shootingstarShooting Star

Eines der Highlights der SPIEL ist für mich jedes Jahr der Stand der dV Editrice. Nicht nur, dass der Verlag eigene gute Spiele produziert (aus dem Verlag stammt beispielsweise Bang!), ist er auch der Partner der Lucca Comics & Games, die jedes Jahr einen Preis ausreicht für das Spiel, das als Miglio Gioco Inedito noch nicht veröffentlicht wurde. Die Regeln des Wettbewerbs besagen auch, dass das Spiel ein Kartenspiel sein muss, das neben den Regeln nur aus maximal 110 Karten oder maximal 55 Karten plus einer Ziplock-Tüte mit einem Würfel und maximal fünf Spielsteinen bestehen darf.

Als Partner übernimmt dV dann die folgende Veröffentlichung zur folgenden Lucca Comics and Games. Meist ist das Spiel allerdings schon einige Tage vorher erhältlich, so dass auf der Spiel 2013 der Preisträger von 2012 zu sehen und kaufen war: Shooting Stars. Der aktuelle Wettbewerb zum Thema 'Grün' ist soeben eröffnet worden, Einsendeschluss ist der 30. Mai. Dieses Jahr wurde auch der allererste von dV veröffentlichte Titel auch neu aufgelegt, den wir auch noch besprechen werden Heute aber geht es um Shooting Star.

In der Dose steckt, wie bei den Regeln zu erwarten,

  • die Spielregel – auf Englisch und Italienisch
  • 110 Spielkarten: 30 Planetenkarten mit Werten von 1/2, 15 Planetenkarten mit Werten von 3/4, mit Namen versehen, 4 Dunkle Planeten, 5×9 Zerstörungskarten, 15 Geheimmissionen in 5×3 Stufen, eine Dunkler-Eroberer-Karte

Die Regel kann man bei dV herunterladen.

Die Qualität ist gut, auch stecken die Karten in einem für Spiele dieser Serie typischen Halter. Die Planetenkarten sind zweiseitig bedruckt, mit den verschiedenen 'Zerstörungsstufen' der Planeten (je niedriger, desto weiter zerstört). Die Geheimmissionen geben Punkte, wobei die Missionen entweder auf Anzahlen gefangener/zerstörter Planeten abstellen, oder auf Monde, oder auf Kombinationen. Die Zerstörungskarten zeigen in Stufen von 1 bis 8 je ein Zerstörungsmuster, die neunte Karte ist eine Planetenschild-Karte.

Jeder Spieler erhält einen Satz Zerstörungskarten. Die Karten unterscheiden sich voneinander, sind aber gleich effektiv und scheinen auch ausgewogen zu sein. Außerdem erhält jeder Spieler drei geheime Missionen, je eine für einen, zwei und drei Punkte. Auch diese Missionen scheinen einigermaßen ausgewogen zu sein.

Zu Spielbeginn werden danach sechs Stufe-4-Planeten und ein Dunkler Planet sowie eine zufällige Zusammenstellung der übrigen Planetenkarten ein einer Auslage ausgelegt, deren Größe von der Spieleranzahl abhängt.

Die Karte Dunkler Eroberer zeigt den Startspieler einer Runde an, und wird nach jeder Runde nach links weitergegeben.

In jeder Runde legt zunächst jeder Spieler, beginnend mit dem Startspieler, eine Zerstörungskarte auf einen der Planeten, wobei jeder Planet nur eine Karte erhalten kann. Dann werden die Karten umgedreht – um Streit zu vermeiden, steht auf jeder Karte ein Pfeil, wie die Karte gedreht werden muss: über eine Längsseite. Anschließend wird ausgewertet.

Jede Zerstörungskarte stellt eine Planetenwaffe dar, die auf in der Nähe befindliche Planeten schießt. Auf welche, zeigt das Muster der Karte, wobei Schüsse, die auf leere Stellen zielen (am Rand oder weil ein Planet bereits verschwunden ist) einfach konsequenzlos ins Leere gehen. Die Zerstörungskarten werden in der Reihenfolge ihrer Rangnummern (von groß nach klein) aktiviert, bei gleichen Nummern wird die Karte zuerst aktiviert, die zuerst gelegt wurde.

Ein getroffener Planet verliert eine Stufe (von 4 auf 3 auf 2 auf 1 auf zerstört), wobei die Stufen 3 und 1 nach der Zerstörung in einen 'Eroberungsstapel' der zerstörenden Spielers gehen. Die abgeschossene Waffe geht danach in einen 'Raumabfall-Stapel'. Aber: Wenn eine Waffe einen Planeten beschießt, auf dem eine noch nicht abgeschossene Waffe steht, passiert dem Planeten nichts, aber die Waffe geht in den Abfallstapel der Schützen.

Die Raumschildkarte kann einen Planeten gegen einen Schuss schützen – und dabei auch die anderen Planeten, die mit diesem Schuss getroffen werden sollten. In diesem Fall geht dann die schießende Waffe in den Eroberungsstapel und der Schild ebenfalls. Bei zwei getroffenen Schilden wirkt wie bei den Zerstörungskarten der, der in der Zugreihenfolge zuerst gelegt wurde.

Wenn durch eine Zerstörungskarte ein Planet "einsam“ wird (hat keine waagerecht oder senkrecht benachbarten Nachbarn mehr), gehen diese in den Abfallstapel des Spielers, der den letzten Nachbarn weggeschossen hat.Am Ende der Runde, wenn alle Zerstörungskarten abgearbeitet sind, gehen die nicht genutzten Planetenschilde in die Abfallstapel der jeweiligen Spieler.

Das Spiel endet, wenn alle Spieler sieben ihrer neun Handkarten gespielt haben, oder wenn nur noch höchstens so viele Planeten ausliegen wie Spieler mitspielen – was immer zuerst eintritt. Dann werden Punkte gezählt:

Jede Karte im Eroberungsstapel gibt einen Punkt, jeder Mond im Eroberungsstapel gib einen zusätzlichen Punkt. Wer die meisten Karte im Abfallstapel hat, erhält 3 Bonuspunkte (der Bonus kann mehrfach vergeben werden). Außerdem erhält man Punkte dafür, dass man seine geheimen Missionen erfüllt.

Es gewinnt, wer die meisten Punkte hat, bei Gleichstand entscheidet dazwischen die Gesamtanzahl der eroberten Karten, wenn dann noch immer Gleichstand herrscht zählt die Zahl der eroberten Monde – und wenn auch das nichts hilft, teilen die Spieler sich eben den Sieg.

Das Spiel enthält ein wenig Bid-n-Bluff, vor allem aber muss man einschätzen, welche Aktionen welcher Spieler wohl unternehmen wird – und man muss im Kopf behalten, welche Zerstörungskarten die Mitspieler bereits ausgespielt haben: Wenn ich weiß, dass ein Mitspieler seine 9 bereits ausgespielt hat, kann ich meine Neuner-Zerstörungskarte so spielen, dass ich seine Zerstörungskarte erobere, und diese dadurch keine Punkte für ihn erobern kann. Allerdings muss man auch abschätzen, ob man mehr durch diese Aktion gewinnt, oder dadurch verliert, dass man nicht direkt auf Planetenjagd geht.

Ein Spieler mit Analyseparalyse wird gerade in den ersten Runden das Spiel verlangsamen, ansonsten ist eine Partie in der Regel in unter 30 Minuten zu spielen. Das Spiel verändert seinen Charakter allerdings ein wenig mit der Spieleranzahl: zu fünft sitzt man ich gegenseitig ein wenig mehr in der Quere als zu zweit, wenn man unbedingt will, kann man sich zu zweit in der Regel aus dem Weg gehen, während das zu fünft oftmals nicht klappt, weil man hofft, genau zum richtigen Zeitpunkt in der Runde an die Reihe zu kommen.

Das Spiel hat der Testrunde gut gefallen, auch, weil der Glückseinfluss relativ gering ist.

Man kann das Spiel auf der Webseite von Lucca Comics and Games im Shop kaufen.

Hersteller dV Editrice
Autoren Valerio Zini, Isabella Amoretti, Domenico di Giorgio
Künstler Andrea Guerreri, Roberta Barletts
Spieler 2-5
Denken 7
Glück 3
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 12,90 €

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