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villitkuviotVillit Kuviot

Aus Finnland kommt der Verlag Roll D6 Games, der in den letzten Jahren mit der Arctic Union auf der SPIEL stand. Arctic Union ist ein loser Zusammenschluss von Herausgebern, der insbesondere für die Präsenz auf der SPIEL zusammenarbeitet und versucht, auch eine Anlaufstelle für kleine, neue Verlage zu sein. 2013 sahen wir zum ersten Male bewusst auch Spiele, die eher als Familienspiele gelten dürfen, neben den aus Finnland bekannten Expertenspielen.

Roll D6 Games ist ein Verlag, der gerade im Familienspielbereich sehr aktiv ist, und das gilt natürlich auch für Villit Kuviot, was sich grob übersetzen lässt als "Wilde Muster“ oder "Wilde Figuren“. Und genau um Muster bzw. Figuren geht es auch in dem Spiel. (Übrigens: 'Villit Kuviot' ist auch der finnische Titel des Films Wild Things – der allerdings nichts mit dem Spiel zu tun hat.)

In einer kleinen quadratischen Schachtel steckt

  • die Spielregel – nur auf Finnisch
  • ein Spielbrett
  • 15 quadratische Spielsteine (je 5 in rot, blau und schwarz)
  • 63 Karten mit Mustern
  • ein Blockadestein
  • ein grüner Roll-D6-Würfel

Die Spielsteine und der Blockadestein sind aus Holz, genauso der Würfel, der eine reine Dreingabe ist und nicht für das Spiel benötigt wird – allerdings auch als Echtheitszertifikat beschrieben wird, dass das Spiel ein originales Roll-D6-Spiel ist. Die Karten haben normale Qualität und kleben beim Auspacken ein wenig an den Schnitträndern aneinander. Das Spielbrett zeigt einfach 5×5 Felder und besteht aus (sehr stabiler) Pappe.

Ja, die Spielregel liegt nur auf Finnisch im Spiel. Ein Aufkleber auf der Verpackung (auf dem Shrinkwrap) verweist auf die Webseite von Roll D6, wo sich eine (gut übersetzte) englische und eine (stellenweise ein wenig holperig übersetzte) deutsche Version der Spielregel herunterladen lassen. Die deutsche Spielregel bezeichnet beispielsweise den Blockadestein als 'Schlossfigur'. Die Texte in der Spielregel sind in grau gedruckt, was auf dem Papier ganz nett aussieht und auch gut zu lesen ist, auf dem Bildschirm allerdings stark blässlich wirkt und die Augen anstrengt. Außerdem gibt es auf der Webseite des Spiels auch eine Datei mit 12 zusätzlichen Karten.

Auf den Spielkarten ist auf der einen Seite jeweils ein Muster aus 3-8 Steinen abgebildet. Auf den Rückseiten steht jeweils die Größe (für die Muster mit drei bis sechs Steinen) oder ein V (für die 7- und 8-Steine-Muster). Die Größe kennzeichnet gleichzeitig auch den Schwierigkeitsgrad und die Punkte, die man für das Muster erhält – hierfür steht die Punktzahl bei den 7er und 8er Mustern auf der Musterseite.

Zu Spielbeginn werden die Karten nach den Rückseiten getrennt und gemischt. Anschließend werden erst die Steine auf das Spielfeld gesetzt, reihum setzt jeder Spieler einen Stein. Hierbei müssen die Steine eine zusammenhängende Fläche bilden, die Steine hängen nur über ihre Seiten zusammen – eine Verbindung 'über Eck' reicht nicht aus. Erst wenn die Steine auf dem Spielbrett stehen, erhält jeder Spieler je eine Karte vom 3er, vom 4er und vom 5er Stapel.

Wer am Zug ist, darf entweder eine Karte aufnehmen (Handkartenmaximum vier) oder einen Spielstein versetzen. Wer allerdings keine Handkarte mehr hat, muss in seinem Zug eine Karte aufnehmen, man darf dann keinen Stein versetzen. Andererseits muss man, wenn man vier Handkarten hat, einen Stein versetzen, man darf also nicht passen.

Wer einen Stein versetzt, nimmt einen (beinahe) beliebigen Stein und setzt ihn auf ein anderes Feld auf dem Spielbrett. Auch hier gilt, dass nach dem Zug die Steine wieder eine einzige Fläche bilden müssen. Allerdings darf man nicht den Stein wieder versetzen, der zuletzt versetzt wurde. Hierfür wird der Blockadestein auf den soeben versetzten Stein gelegt – so weiß man auch noch, welcher Stein blockiert ist, wenn gerade anderthalb Runden lang alle Spieler eine neue Handkarte gezogen haben.

(Einem Spieler der Testrunde fiel übrigens auf, dass die Zeichnung auf der Schachtel, die eine Spielsituation darstellen soll, einen illegalen Zug darstellt: Nach dem Zug befinden sich zwei getrennte – nur an einer Ecke aneinanderstoßende – Flächen aus Spielsteinen auf dem Spielfeld.)

Wenn man eine Figur / ein Muster auf dem Spielbrett sieht, das man selber als Karte auf den Hand hat, darf man diese Karte sofort auslegen (also auch außerhalb des eigenen Zuges). Die anderen Spieler können dann sofort prüfen, ob das Muster auf dem Spielbrett zu sehen ist – nach dem nächsten Zug könnte es ja schon wieder verschwunden sein.

Das Spiel endet, wenn alle Stapel aufgebraucht sind und ein Spieler keine Handkarte mehr hat. Dann wird abgerechnet, wie viele Punkte jeder Spieler gesammelt hat.

Hierfür zählt jedes gefundene Muster so viele Punkte wie auf der Karte steht. Jede Handkarte, die noch nicht gefunden wurde, bringt Minuspunkte, und zwar zwei (für die 3er, 4er und 5er Karten) bzw. vier (für die 6er und die V-Karten). Es gewinnt der Spieler, der mehr Punkte hat, bei Gleichstand zählt die Mehrheit im höchsten Kartenwert.

Standard werden die Karten 3 – 6 verwendet, für ein einfacheres, schnelleres Spiel (oder ein Spiel mit Kindern) kann man sich auch auf die Karten 3-5 beschränken, für ein längeres und schwierigeres Spiel kann man auch die V-Karten mit einbeziehen. Überhaupt kann man in der Kartenzusammenstellung viele Variationen verwenden, von denen auch einige in der Spielregel beschrieben werden.

Das Spiel ist ein schönes Denkspiel, das auch für Gelegenheitsspieler leicht zugänglich ist. Spieler mit Analyseparalyse können das Spiel ganz schön ausbremsen – derselbe Effekt stellt sich aber teilweise auch schon ein, wenn man das Spiel zu fünft oder sechst spielt. Verglichen mit anderen Spielen ist die Wartezeit allerdings nicht so langweilig, weil man jederzeit Muster melden kann. Im Extremfall kann das allerdings auch wieder zu Frust führen, wenn man in der ersten Runde bereits alle Handkarten los geworden ist, und in den nächsten Runden jeweils die neu gezogene Karte schon wieder melden kann, bevor man an die Reihe kommt – wodurch man wieder nur eine neue Karte ziehen kann. eine interessante Alternative ist es, eine gemeldete Karte sofort zu ersetzen, und beim Zug auf die Auswahl zu verzichten sondern immer einen Stein zu versetzen. In der Normalversion ergibt sich allerdings ein zusätzliches taktisches Element, wenn man sieht, dass man mit einem Zug eines Steins eine Karte (seine letzte Handkarte) melden kann: Meldet man und ist den Rest der Runde erst einmal aus dem Spiel, oder zieht man noch eine Karte in der Hoffnung, dass ein anderer Spieler das Muster vervollständigt oder dass es zumindest unangetastet bleibt, bis man wieder dran kommt?

Auch wenn die auf der Schachtel angegebenen 20 Minuten ein wenig optimistisch scheinen – unsere Testrunde brauchte in der Regel ca. eine halbe tunde – ist Villit Kuviot dennoch schnell beendet und ideal als Starter, Pausenfüller oder Absacker für einen großen Spieleabend geeignet – oder auch als kurzes Zwischendurch-Spiel, wenn man gerade zu nichts Lust hat.

Wer sich das Spiel zulegen will, wird es leider nicht leicht haben: Wir haben keinen deutschen Anbieter des Spiels finden können. Allerdings gehört Finnland ja zum EURO- und SEPA-Gebiet, und man kann auch beim Hersteller selber nachfragen (und angeblich auch bestellen).

Hersteller Roll D6 Games
Autoren Jarno Siekkinen, Tapio Talvisalo, Katri Vainiomäki
Künstler Katri Vainiomäki
Spieler 2-6
Denken 8
Glück 5
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 25 €

2 comments

  1. […] Lue lisää…(saksa) […]

  2. […] für ‘unter den Hammer’). Das Spiel stammt aus dem Hause Roll D6, von denen ja auch Villit Kuviot stammt, das wir vor gut zwei Wochen besprochen […]

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