Gurken sind doch Rudeltiere

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5GurkenFünf Gurken

Den Eindruck kann man zumindest bekommen, wenn man in die Schachtel von Fünf Gurken schaut – darin befinden sich nämlich, neben einer Anleitung in Deutsch und Englisch (anderssprachige Versionen gibt es bei Lizenznehmern im Ausland) 60 Karten, auf denen Gurken aufgedruckt sind, sowie 30 kleine Gurken aus Holz. Die Regeln kann man auch bei 2F-Spiele downloaden. Mehr hätte nicht in die Schachtel gepasst – die kleine Schachtel ist gut gefüllt, und somit eigentlich keine Mogelpackung. Wenn man aber genau hinschaut, ist sie das irgendwie doch, denn sie wiegt nie im Leben 555 Gramm (steht aber drauf – den Gag konnten sich 2F-Spiele wohl nicht verkneifen).

Worum also geht es? Das Spiel ist eine recht hübsche Umsetzung des skandinavischen Spiels Agurk, einem Stichspiel, bei dem es darum geht, den letzten der sieben Stiche nicht zu bekommen. Wer diesen doch mitnehmen muss, bekommt dafür Gurken – wie viele, das entscheidet die Karte, mit der dieser Stich mitgenommen wurde.

Die Spielmechanik ist eigentlich recht einfach – die Karten haben nur eine Farbe – "Gurke“ – und Werte von 1 bis 15. Außerdem sind auf den Karten jeweils so viele Gurken abgebildet, wie man nehmen muss, wenn man mit ihr den letzten Stich macht. Und das Stichspiel selbst geht auch einfach – man muss immer mindestens eine gleichwertige oder höherwertige Karte spielen, um den Stich zu übernehmen, oder, wenn man dies nicht kann oder will, die niedrigste Karte die man hat, und nicht etwa eine beliebige. Daher ist es nicht unbedingt ideal, nur niedrige Karten zu haben – auch ein paar höhere machen Sinn (die sollten eben nur früher raus); wirklich lästig sind meist eher die mittleren Werte.

Wem es tatsächlich gelingt, 1er bis zum Schluss zu bunkern, der legt dem Verlierer noch ein besonderes Ei in den Gurkentopf – dadurch verdoppeln sich die Gurken, die er nehmen muss. Wer mehr als fünf Gurken hat – nun, der ist raus, und die übrigen Spieler spielen weiter. Laut Anleitung kann man das Spiel sogar mit bis zu 8 Personen spielen (genug Karten sind ja da), allerdings kann es – wenn die Spieler alle etwa gleich gut spielen – eng werden mit den Gurken.

Insgesamt eine einfache Spielmechanik, die sich auch schnell erklären lässt und die man auch problemlos mal zwischendurch spielen kann, wenn den Spielern einige Klassiker zu anspruchsvoll sind (allerdings ist auch Fünf Gurken kein reines Glücksspiel – man muss mit seinen Karten schon ein wenig taktieren, um nicht früh rauszufliegen).

Das Material ist gut – die Karten haben gute Spielkartenqualität, die Gurken sind aus grün lackiertem Holz, und alles kommt in einer stabilen Pappschachtel, die gut in die Jackentasche passt. Außerdem ist das kleine Spiel durchaus günstig, was Preis/Leistung angeht. Der Glücksfaktor ist zwar vorhanden (vor allem dahingehend, dass je nach Spielerzahl eine ganze Reihe Karten nicht mitspielen), aber wenn man darauf achtet, wer was abwirft, kann man schon in etwa ausrechnen, wer noch etwas höheres haben müsste, und entsprechend spielen (wenn einem da nicht noch ein Mitspieler dazwischenfunkt). Im Endeffekt hat es eine ganz gute Ärgermechanik, wenn auch keine allzu zielgerichtete.

Insgesamt: Preiswerte Gurken aus dem hohen Norden, hübsch verpackt. Sicher kein Abend-, aber dafür ein guter Pausenfüller.

Hersteller 2F Spiele
Autoren trad. Skandinavisches Spiel, bearbeitet von Friedemann Friese
Künstler Harald Lieske
Spieler 2-6
Denken 5
Glück 4
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 7 €


Fünf Gurken bei Spiele-Offensive


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