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Neue Methoden für Spiele-Erfinder
Nutzung unter cc-by-sa, Autor: WIkipedia-User Grandy02

Der Computer, der einen Spieleautoren ersetzen kann

AprilscherzWahrscheinlich ist dem einen oder anderen bereits aufgefallen, dass es am Sonntag keine Finanzexperten gab. Der Grund hierfür ist einfach: Ich war anderweitig unterwegs. eigentlich hatte ich geplant auf die Namenlosen Tage in Syke zu fahren, aber dann erhielt ich eine Einladung zu einer Pressekonferenz für ausgewählte Teilnehmer. eigentlich sollte diese erst nächste Woche stattfinden, aber aus organisatorischen Gründen wurde sie eine Woche vorgezogen.

Natürlich mussten wir ein Non-Disclosure-Agreement unterschreiben, allerdings nehme ich an, dass das NDA die Fassung war, die für nächstes Wochenende vorgesehen war. Als Termin, vor dem nichts veröffentlicht werden darf, steht in der NDA nämlich 'der nächste Monatserste' an Stelle eines expliziten Datums, und anscheinend hat niemand bemerkt, dass der Monatserste bereits heute ist – zumindest habe ich die News noch nirgendwo anders gesehen.

In einem schönen, abgelegenen Waldhotel ohne Internet noch Handy-Netz (es lag in einer tiefen Schlucht und hatte anscheinend keinen eigenen Mobilfunkmast) präsentierte die Papierfisch GmbH ein 'Autorensystem für Brettspiele' mit dem Codenamen Bruno. Es bestand nicht nur aus einem Computer mit Tastatur, Bildschirm und normalem Drucker, sondern es war auch ein 3D-Drucker angeschlossen, damit Prototypen gleich ausgedruckt werden konnten.

Foto is Public Domain

Der 3D-Drucker, auf Massenproduktion angelegt, war mehr als zehnmal so groß wie der Computer.

Vor den Augen der staunenden Journalisten erstellte Bruno am Samstagmorgen ein Brettspiel und begann auch gleich damit, Spielsteine auf dem 3D-Drucker sowie Karten auf dem normalen Drucker auszudrucken. Die Spielsteine benötigten natürlich einige Zeit, die genutzt wurde, um näher auf das Programm einzugehen.

Bruno soll in der Lage sein, nicht nur anhand einiger weniger Einstellungen (wie stark glückslastig soll das Spiel sein, wie viel Materialien dürfen vorhanden sein, Thema…) ein komplett neues Brettspiel zu erstellen, sondern auch selbständig Vorschläge zu machen. Hierfür besitzt das Programm eine ausführliche Datenbank moderner Nachrichten, Trends und Memes, die das Programm auch auf Langlebigkeit und Verwendbarkeit hin analysieren kann. So meinte das Proigramm auf die Frage, ob man ein Spiel zu LOLCats schreiben könne, das Phänomen sei zwar extrem langlebig (und erwartete noch "mindestens 5 Jahre“ Restlebensdauer), fand das Thema aber nicht sonderlich gut in einem Spiel zu verwenden. Der verschwundene Flug MH370 dahingegen wäre zwar gut als Grundlage für ein Spiel zu verwenden, werde aber bereits zum Weihnachtsgeschäft nicht mehr bekannt genug sein, um noch einen Spieler zu reizen.

Das fertige Spiel konnte dann samstagnachmittags bereits angetestet werden. Zur Überraschung der Teilnehmer stellte sich heraus, dass Zombie Jack Sparrow ein recht gutes Worker-Placement-Spiel war, bei dem Zombiepiraten auf einer Insel versuchen, den Schatz ihres Kapitäns gegen Schatzsucher zu verteidigen. Jede Zombietruppe kann einzelne Gebiete der Insel verteidigen, und in einer Mechanik, die an Municipium erinnerte, suchte man sich die Bereiche aus, die man zu verteidigen gedachte. Das Programm war sogar in der Lage, das Spielmaterial mit stimmigen und schzönen Illustrationen zu versehen.

Die anwesenden Vertreter der Papierfisch GmbH, Geschäftsführer Derrick T. Finne und Chefprogrammierer Fernando Brielle bestätigten auf Nachfrage, dass das Programm bislang mit den Methodiken und Spielen ausgewählter erfolgreicher Spieleautoren gefüttert sei: Dr. Knizia, Wolfgang Kramer, Bruno Cathala und Alex Randolph. Man bleibe aber weiterhin "am Ball“ und versuche, auch andere erfolgreiche Autoren zu emulieren.

Für die nähere Zukunft sei geplant, zur SPIEL in Essen eine erste Auswahl an Spielen zu präsentieren, sowie das Programm – gegen Zahlung einer entsprechenden miete – auch anderen Herausgebern zur Verfügung zu stellen. Immerhin könne man auf diesem Wege sowohl die Kosten für die Autorenrechte als auch die für die Illustrationen niedrig halten.

Ein Kommentar

  1. […] Mitte der Woche die Übersicht, da ich am Wochenende leider keine Zeit hatte. Nein, es war keine Pressekonferenz, sondern anderes Leben, das diesmal dazwischen kam. Stichtermin für diese Übersicht ist daher der […]

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