Wer hat an der Uhr gedreht…

Geistesblitz5vor12GeistesBlitz 5 vor 12

…diesen Slogan kennen wir eigentlich eher von Paulchen Panther, aber der ist auch für den Geist Balduin gerade wichtig, denn für sein Rendezvous wird’s reichlich knapp… dementsprechend schnell sollte es im Spiel zugehen, und das tut es auch.

Möglicherweise kennt der geneigte Leser schon das erste Geistesblitz aus dem Hause Zoch – die originelle Idee ist hier weitergesponnen worden und kann nun um einiges komplexer gespielt werden. Wichtig, um hier punkten zu können, sind schnelle Auffassungsgabe, Konzentrationsvermögen, und auch gute Reflexe / Hand-Auge-Koordination, der Faktor Glück bleibt angenehmerweise quasi außen vor.

In der handlichen quadratischen Schachtel befinden sich, neben der Anleitung (in Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch, PDF-Download auf der Verlagsseite), 63 bunte Karten und insgesamt 9 schöne Spielobjekte aus Holz. Im einzelnen sind das ein Spiegel, eine Uhr, eine Fledermaus, ein Parfümflakon, ein Zylinder, eine Taschenlampe, ein Schlüssel, die Eule und – natürlich – unser Geist. Die Objekte sind angenehm griffig und haben eine gute Größe, dass man sie mit einer Hand recht gut umfassen kann. Das ist auch wichtig, denn genau darum geht es beim Spiel – das jeweils passende Objekt als erster zu greifen.

Nun – welches Objekt ist denn nun das passende? Das sagt die Karte, die jeweils umgedreht wird. Auf jeder der 63 Karten sind nämlich mehrere Objekte abgebildet, aber oftmals in Fehlfarben – nur, wenn das Objekt farblich richtig abgebildet ist, ist es das Objekt, das man greifen sollte. In dem meisten Fällen ist aber gar kein Objekt richtig abgebildet – hier gilt dann, dass das Objekt zu greifen ist, welches überhaupt nicht abgebildet ist, und dessen Farbe auch nicht auftaucht. Klingt kompliziert? Na, wer da schon Kopfzerbrechen bekommt, sollte vielleicht doch erst die harmlosere Variante spielen, es kommt nämlich noch mehr:

Sind Geist und Uhr auf der Karte zu sehen, so ist überhaupt kein Gegenstand zu greifen, sondern statt dessen die gezeigte Uhrzeit zu rufen… das wäre das Grundspiel, und es werden noch weitere drei Varianten empfohlen (gewissermaßen als Upgrades): Auf Karten, in denen ein Gegenstand im Spiegel sichtbar ist, ist dann dieser Gegenstand zu greifen, egal welche Farbe die Abbildung hat. Nächste Variante: Ist die Eule abgebildet, so wird der Gegenstand nicht gegriffen, sondern gerufen. Und die dritte Variante: Sind Eule und Spiegel auf der Karte, so ist auch nichts zu greifen, sondern statt dessen die Farbe des gesuchten Gegenstands zu rufen… Wer die jeweils richtige Aktion als erster schafft, erhält die Karte.

Da das ganze recht rasant geht, und man ggf. viel im Kopf behalten muss, geschehen natürlich Fehler – und wer einen Fehler macht, muss eine Karte – sofern er schon eine hat – wieder abgeben. So kann durch Übereifer der Kartenvorsprung schnell wieder schwinden. Die ungewohnte Mischung aus Reaktion und Schnelldenken/-schlussfolgern macht den besonderen Reiz aus, und wie weit man mit welcher Spielweise kommt, hängt sehr von dem Mitspielern ab – man möchte meinen, dass klassische Analyse-Paralytiker hier im Nachteil wären, allerdings nur dann, wenn der Rest der Spielgruppe nicht nur aus übereifrigen Schnellgreifern besteht.

Wenn die nämlich alle schon einen Fehler gemacht haben – ein Verbessern ist nun mal nicht erlaubt – hat man durchaus alle Zeit der Welt. Den größten Erfolg verspricht wohl eine gesunde Mischung aus beidem – einfaches unüberlegtes Greifen oder Rufen bringt nur selten was, aber wenn man einfach zu lange braucht, ist dann doch ein anderer schneller. Wichtig ist jedenfalls, dass die 9 Objekte für jeden Spieler gleich gut erreichbar sind (und dementsprechend der Spieltisch groß genug für alle ist).

Das Spielmaterial ist – wie wir es von Zoch ja durchaus gewohnt sind – sehr hochwertig; die Figuren sind aus Holz, schön gestaltet und liegen gut in der Hand, die Karten sind von guter Qualität und auch hübsch gestaltet. Man sollte allerdings für eine möglichst natürliche Beleuchtung der Spielfläche sorgen – zumindest eine Mitspielerin hatte beim Test hin und wieder Probleme, blau und schwarz (auf den Karten) auseinanderzuhalten.

Insgesamt bekommt man hier ein sehr schönes, schnelles Spiel für einen fairen Preis, an dem man auch lange Freude hat – der Wiederspielwert ist sehr hoch, vor allem, wenn man mit immer wechselnden Besetzungen spielt, und die Spieldauer ist schön kurz, weshalb eine Runde gut als Füller oder auch als Absacker nach einem Spieleabend taugt (wobei ich es eher etwas früher spielen würde… je müder die Spieler, desto unkonzentrierter…). Die Altersempfehlung "ab 8″ halte ich für realistisch – vermutlich werden zumindest die Kinder, die nicht zu überdreht sind, die erwachsenen Mitspieler recht gut schlagen können; es ist eines der angenehmen Spiele, bei denen Erwachsene nicht runterschalten müssen, um den Kindern eine Chance zu lassen.

Hersteller Zoch
Autoren Jacques Zeimet
Künstler Gabriela Silveira
Spieler 2-8
Denken 9
Glück 0
Geschicklichkeit 4
Preis ca. 18,99 €

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