Elementares Energiegerangel

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Ortus

Ortus

Wenn man über niederländische Spieleverlage spricht, fällt einem schnell auf, dass diese – verglichen mit Herausgebern anderer Länder – sehr oft für ihre Verlagsnamen ihre Muttersprache verlassen. Englisch scheint die Sprache der Wahl zu sein, auch wenn man im Lande der Windmühlen normalerweise Niederländisch und Friesisch spricht. Dies gilt auch für den Utrechter Herausgeber FableSmith, die sogar die nötige Energie aufgebracht haben, die gesamte Verlagswebsite auf Englisch zu schreiben.

À propos Energie: Die wollen auch die Krieger des Tiger- und auch die des Drachenordens haben. Energiequellen befinden sich in der Arena, und sie zu besetzen, ziehen die Elementarkrieger beider Orden gegeneinander ins Feld…

Klingt imposant? Nun, was sich in der quadratischen Schachtel mit dem fernöstlich anmutenden Schriftzug Ortus befindet, ist auch ganz ordentlich:

  • ein schöner beidseitig verwendbarer Spielplan, der zwei verschiedene Arenen zeigt
  • insgesamt 16 Elementarkrieger aus Holz (müssen noch zusammengesteckt werden
  • 2 "Führer“-Scheiben (Holz)
  • Energiemarker (Glascounter)
  • Die Spielregel in Englisch, Deutsch, Französisch und Niederländisch

Die Spielregel kann auch von der Webseite des Spiels heruntergeladen werden – neben den gedruckten Sprachen gibt es hier auch eine spanische Version.

Der Spielplan ist in Hexfelder unterteilt, in einigen davon befinden sich Energiequellen, in der Mitte der "Kern“, den kein Krieger betreten kann, wohl aber der Führer. Außerdem gibt es für jeden Spieler eine Energieleiste, und einen Hafen, in dem die eigenen Krieger starten.

Jeder Spieler hat die Kontrolle über je zwei Krieger jedes Elementes, und diese haben auch unterschiedliche Fähigkeiten – Luft- und Feuerkrieger haben Fern-, Wasser- und Erdkrieger Sturmangriffe (und in der fortgeschrittenen Variante, die man auch problemlos von Beginn spielen kann, weil sie das Spiel zwar etwas komplexer, aber weit schöner macht, haben alle Elemente noch ihnen eigene besondere Manöver und Angriffe).

Zu Beginn jeder Runde tankt man erst einmal Energie – 14 sowieso, und unter Umständen mehr, wenn man Energiequellen besetzt. Diese nutzt man sowohl um sich zu bewegen, als auch um anzugreifen und sich zu verteidigen. Da ist entsprechendes Energiemanagement gefragt, da ja beide Spieler dasselbe Ziel haben – entweder mindestens 5 Energiequellen für eine Runde durchgehend besetzen, oder den eigenen Führer bis zum Kern bringen – letzteres geschieht durch Ehre, die durch Siege im Kampf erhalten wird, jeder gefallene Gegner bringt den Führer einen Schritt weiter zum Kern.

Wenn man Energie ausgibt, sei es für Bewegung oder Angriff, so setzt man den Marker einfach die Leiste herunter – und man sollte durchaus ein wenig Energie übrig behalten, denn wenn ein Krieger getroffen wird, muss man, soll er nicht fallen, entsprechend Energie zur Verteidigung übrig haben. Zwar kommen "Gefallene“ direkt wieder ins Spiel, aber eben erst im Hafen, und vor allem rückt so der gegnerische Führer wieder auf den Kern vor.

Insgesamt ein schon komplexes Taktieren und Haushalten, das durch die Sondermanöver der einzelnen Elementarkrieger noch variabler wird – so hat z.B. ein Erdkrieger solange Deckung, bis ihn ein feindlicher Erdkrieger enttarnt, Luftkrieger können sich kostenlos sehr weit bewegen, wohingegen Feuerkrieger eigene Krieger, die mit ihnen in einer Hexlinie verbunden sind, schützen können – man muss also genau überlegen, wen man wann wo hinbewegt.

Solange niemand unter Analyse-Paralyse leidet, ist eine Partie in einer guten halben Stunde spielbar. Da man die Elementarkrieger im Hafen aufstellen kann, wie man möchte, wird auch jede Partie wieder etwas anders sein. Insgesamt ein schönes Spiel mit gutem, griffigen Material und Wiederspielwert. Einen Glücksfaktor gibt es nicht, was sicherlich vielen Strategiespielern sehr gut in den Kram passt.

Hersteller FableSmith
Autor Joost Das
Künstler Marlies Barends
Spieler 2
Denken 8
Glück 0
Geschicklichkeit 0
Preis ca. € 32,-

Ein Kommentar

  1. […] soll laut Reklame sehr lustig sein. Es stammt auf jeden Fall aus der Feder des Autora, von dem auch Ortus […]

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