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Lift it!

Lift It!Ursprünglich stammt die Game Factory aus der Schweiz: unter diesem Label verkauft der wesentlich bekanntere Verlag Carletto seine Spiele, seit neuestem auch außerhalb der Schweiz.

Auf der SPIEL war ein Spiel von Game Factory ein besonderer Hingucker. Zwar wirkte es auf die Betrachter erst einmal wie ein Kinderspiel, aber wer es ausprobierte, stellte fest, dass es das nicht unbedingt war. Genau diese Reaktion hatte auch ein Teil meiner Testrunde – ein Teil fand die Idee kindisch, der andere wollte es unbedingt sofort ausprobieren, weil, "das ist ja mal etwas ganz anderes“. Dabei wirkt weder die Schachtel noch der Name Lift it! ungewöhnlich.

In der Schachtel findet man:

  • ein Spielbrett
  • 78 Baukarten
  • 4 Duellkarten
  • 4 Kräne
  • 4 Haken
  • 4 Schnüre
  • 4 Stirnbänder
  • 4 Spielfiguren
  • 14 Bauteile (6 L-förmige, 2 Is, 2 Quadrate, 2 runde Säulen, 2 Kugeln)
  • ein Timer

Die Bauteile sind aus stabilem Plastik, die Baukarten und Duellkarten sind normale Karten. Aus Kränen (eigentlich Kranarme), Schnüren und Haken kann man eine Art 'Angel' bauen, die in die Stirnbänder eingehängt werden können. Wie genau, steht in der guten Spielanleitung, die man auch hier herunterladen kann.

Der Timer ist eine Art 'Eieruhr‘, die man mit einem Schieber auf ca. 40 Sekunden bzw. 60 Sekunden einstellen soll – allerdings kann das nur ungefähr klappen. Bei Tests lief die Uhr zwar grob geschätzt die richtige Zeit, aber bei 40 Sekunden kamen wir auf alles mögliche zwischen 30 und 45 Sekunden, bei 60 Sekunden kamen wir zwischen 50 und 68 Sekunden aus. Das sind schon große Schwankungen – wer genauer messen will, sollte sich beispielsweise eine digitale Eieruhr anschaffen oder auch eine Smartphone-App verwenden. Auch rattert der Timer während der Laufzeit ziemlich – andererseits klappt er am Ende der Laufzeit so heftig hoch, dass man sich sogar erschrickt.

Auf dem Spielbrett sind Ablageplätze für alle Bauteile eingezeichnet, zwei Bauzonen und eine doppelte Kramerleiste – zweimal die Bahnen von 1 bis 30, die Reihenfolge der Sonderfelder ist bei beiden gleich. Die Spielfiguren haben die Form einfacher Halmakegel, allerdings mit relativ großen, flachgedrückten Köpfen.

Auf den Karten findet man Baupläne, bestehend aus zwei bis sieben der Bauteile. Je nach Schwierigkeitsgrad werden Zeiten von 40, 60 und 120 Sekunden vorgegeben – für letztere muss man den Timer zweimal durchlaufen lassen.

Spielen kann man als Einzelspieler oder auch als Zweierteams – abhängig davon werden die Haken an einen oder an zwei Fäden gehängt.

Das Spiel verläuft in Baurunden. Reihum hat der Spieler, der an der Reihe ist, (beginnend mit dem jüngsten Spieler) grundsätzliche den Bauauftrag der obersten Karte auszuführen, das heißt, die angegebenen Bauteile in der angegebenen Form innerhalb der angegebenen Zeit zusammenzusetzen. Dabei dürfen die Bauteile nur mit dem Kran in der Bauzone zusammengesetzt werden.

Auf einigen Feldern werden noch Sonderregeln aktiv, nach denen man den Kran in ein Stirnband einhängen muss (ansonsten darf man sich aussuchen, ob man den Kran wie eine Angel mit der Hand oder über das Stirnband bedient), oder dass der aktive Spieler die Baukarte nicht sehen darf, sondern sie vom nächsten Spieler in der Reihenfolge beschrieben kriegen soll.

Ich sagte: 'grundsätzlich' – es gibt zwei Methoden, den Auftrag zu modifizieren. Wenn ein Spieler der Meinung ist, den Bauauftrag des vorherigen Spielers in der halben vorgegebenen Zeit schaffen zu können, wenn dieser ihn in der vorgegebenen zeit geschafft hatte, oder ihn zu schaffen, wenn der vorherige Spieler ihn nicht geschafft hatte, kann er auch einen Kokurrenzkampf fordern. Wer einen solchen Bau dann allerdings nicht in der benötigten Zeit schafft, erhält gar keine Punkte.

Punkte gibt es nämlich sowohl für jedes in der vorgegebenen Zeit korrekt gebaute Bauteil, und einen Bonus, wenn man alle Teile in der vorgegebenen Zeit aufgebaut bekommt.

Die zweite Möglichkeit ist das Duell. An bestimmten Stellen des Plans muss man ein Duell mit dem in Spielrichtung nächsten Spieler durchführen. Hierbei gibt es keine Zeitbeschränkung, es gewinnt das Duell, wer als erster den Bau fertig bekommen hat. Nur dieser Spieler erhält Punkte.

Das Spiel endet, wenn ein Spieler das Start/Zielfeld erreicht bzw. überschreitet, die Runde wird aber noch zu Ende gespielt. Es gewinnt, wer am weitesten vorne steht, also wer die meisten Punkte gewonnen hat.

Es gibt auch eine Solospiel-Version, hierbei muss man mit sechs Karten das Zielfeld zu erreichen – das ist einigermaßen leicht zu schaffen, wenn man ein paar Mal den Zeitbonus abstauben kann.

Das Spiel ist in erster Linie ein Geschicklichkeitsspiel – aber es kann schon interessant sein, einen Bauversuch vorzeitig zu stoppen, wenn man sieht, dass man, wenn man weiter macht, auf einem Feld landen wird, auf dem man nicht landen will – bei unserer Testrunde war das, wenn, dann das Feld, bei dem einem nur der Bauauftrag beschrieben werden soll.

Es ist überraschend, wie leicht das Bauen mit dem Kran am Kopf fällt – einigen Spielern fiel es deutlich leichter als mit dem Kran als Angel, schon weil der Kran wesentlich weniger wackelt.

Kinder haben es beim Bauen nicht schwerer als Erwachsene, aber leicht fallen ihnen manche der Aufgaben auch nicht. Man kann es gut gemischt spielen. Überhaupt ist das Spiel nur für Grobmotoriker ungeeignet – wer keine Geschicklichkeitsspiele mag, wird es allerdings auch nicht besser finden als andere. Wer diesen Spielen aber schon einigermaßen neutral gegenüber steht, dürfte an dem Spiel Spaß haben – in unserer Runde wurde es jedenfalls begeistert gespielt, und einige Spieler wollen es auch häufiger spielen.

Hersteller Game Factory
Autor Per Gauding
Künstler O. Freudenreich
Spieler 2 bis 4
Denken 3
Glück 5
Geschicklichkeit 9
Preis ca. 25 €

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