Büro und vier

Office 21

Office 21Swan Panasia ist ein Verlag, der nicht nur deutsche Spiele nach Fernost bringt, sondern auch kleine, aber feine Spiele aus Fernost nach Deutschland. Einer der Verlage, deren Spiele Swan Panasia so 'importiert' ist Table Friends aus Taiwan, der keine eigene Webseite, sondern nur eine selten geupdatete Facebook-Seite hat. In Deutschland arbeitet Swan Panasia wiederum eng mit Smiling Monster Games zusammen, die den Vertrieb der Spiele hierzulande besorgen.

In die Geschäftswelt entführt uns der 'Neuimport' Office 21, das auf der Schachtel auch die Logos von Swan Panasia und Smiling Monster trägt. Es geht darum, mit den Mitarbeitern im Büro einen möglichst hohen Profit zu machen, ohne dabei aber 21 Millionen Profit zu übersteigen. Aber leider gibt es da auch noch die Chance, dass nicht der erfolgreichste Manager, sondern der erfolgloseste gewinnt, weil die Bürochefs auch nach den zu zahlenden Steuern gewertet werden könnten.

In der Schachtel findet man angesichts der geringen Größe (ca. 14 × 10 × 3 cm³) nochr echt viel Luft und folgendes Material:

  • 44 Karten
  • die Spielregel in Deutsch, Englisch und Französisch

Die Karten haben eine gute Qualität, sie zeigen jeweils den Charakter (in einer an 8-Bit-Grafiken angelehnten Darstellung), den Wert (in Millionen Profit), ein Symbol, das anzeigt, wie viele Karten dieser Art im Deck sind, und Symbole, die besondere Fähigkeiten anzeigen. Außerdem, aber das wird nicht im Spiel erklärt, stehen diese Charaktere jeweils vor eine Lifttüre – und eine rote LED am Lift sagt, dass die Karte eine Spielende-Situation auslösen kann, eine gelbe, dass die Karte nicht wieder entfernt werden kann und eine grüne markiert eine allgemeine Aktionskarte.

Das Spiel verläuft so, dass die Spieler je drei der gemischten Karten erhalten, und von diesen drei Karten eine verdeckt auslegen. Wenn alle eine Karte gewählt haben, wird aufgedeckt, und die gewählte Karte ist die erste Karte des eigenen Büros. Wer die Karte mit dem niedrigsten Ertrag gelegt hat, ist Startspieler. Bei Gleichstand des niedrigsten Ertrages legen alle Spieler eine zweite Karte und es wird wieder verglichen, notfalls kommt noch die dritte Karte hinzu. Wenn auch dann der Startspieler nicht bestimmt werden kann, werden die Karten zusammengeworfen und neu verteilt.

Wer am Zug ist, füllt seine Hand auf drei Handkarten auf, und muss dann eine ausspielen. Jede Karte hat eine Eigenschaft, die dann ebenfalls genutzt werden muss, auch wenn man das nicht will. So kann man eine Karte aus einem Büro entfernen, eine Karte nachziehen und nach Wahl behalten oder wirder auf den Nachzugstapel legen, eine Karte wieder auf die Hand nehmen, einen Angestellten mit dem Angestellten eines anderen Spielers tauschen, und so weiter. Ziel ist es, einen Gewinn von 21 Millionen zu erreichen, ohne zu überbieten. Wer nämlich über 21 Millionen kommt, scheidet sofort aus der laufenden Runde aus.

Wenn jemand 21 Millionen erreicht, wird die Runde noch fortgesetzt, bis dieser Spieler wieder an der Reihe ist. Hat er dann immer noch 21 Millionen, gewinnt er – auch wenn inzwischen noch ein Spieler 21 Millionen erreicht haben sollte. Aber es gibt noch mehr Möglichkeiten, das Spiel zu beenden und zu gewinnen.

Absolut der höchste Gewinn ist es nämlich, wenn man alle fünf Spion.Karten im eigenen Büro versammeln kann – hierzu muss man ggf. einige von anderen Spielern abwerben. In diesem Fall braucht man auch nicht nopch eine Runde zu warten, sondern gewinnt sofort. Zweithöchster Sieg ist der beschriebene Gewinn mit 21 Millionen. Wenn die Steuerprüfung kommt (der Taxman gelegt wird) wird ebenfalls noch die Runde gespielt – und wenn der Spieler, der den taxman gelegt hatte, diesen immer noch hat, wenn er wieder an die Reihe kommt, endet das Spiel ebenfalls, aber es gewinnt der Spieler mit dem niedrigsten Ergebnis. Wenn der Nachzugstapel verbraucht ist, endet das Spiel auch, und es gewinnt der Spieler mit dem höchsten Profit. (Der Taxman kann hier allerdings noch wieder Sand ins Getriebe werfen). Und zuletzt kann man noch 'strategisch wirtschaften‘: wenn alle Spieler bis auf einen durch Rekordgewinne ausscheiden (über 21 Millionen kommen), gewinnt ganz einfach der letzte übrig bleibende Spieler.

Dass man bei über 21 Millionen ausscheidet, erinnert, wie auch ein Teil des Spielmechanismus, an das berühmt-berüchtigte 17 & 4 (bzw. Blackjack). Allerdings wird durch die Sonderfähigkeiten der Karten das Spiel deutlich weniger glücksabhängig als beim Casinospiel, man kann mit den Karten den Mitspielern gut Steine in den Weg legen. Besonders gemein: während ich beim Tausch einer Bürokarte mit einem Mitspieler, diesen nicht über die 21 Millionen bringen kann, ist es sehr wohl möglich, ihn auf genau 21 Millionen zu bringen – aber da er die nicht in seinem eigenen Zug erreicht hatte, endet das Spiel nicht, wenn er an die Reihe kommt. Allerdings muss er in seinem Zug wieder eine Karte ins Büro legen – und nur Steuerprüfer und Spion erhöhen seinen Gewinn nicht weiter. Allerdings gibt es noch ein paar Karten, die beim Ausspielen wiederum Karten aus dem Büro entfernen können…

Als Beer-n-Pretzels-Spiel ist Office 21 sehr gut geeignet, auch als Absacker oder Lückenfüller bei größeren Spieleabenden. Interessant ist auch, dass Office 21 auch, anders als viele ähnliche Spiele, tatsächlich mit zwei Spielern gut spielbar ist, auch wenn der Glücksfaktor dann oftmals noch ein wenig höher ist.

Der Testrunde hat Office 21 gut gefallen, und es wird wohl auch häufiger einmal herausgeholt werden.

Hersteller Smiling Monster und Swan Panasia
Autor Jacky Huang
Künstler Jacky Huang
Spieler 2 bis 5
Denken 5
Glück 7
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 9,90 €

Office 21 bei Milan Spiele

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