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Carograma

CarogramaManche Spiele erinnern einen automatisch an andere Spiele. Das kann nützlich sein, wenn die Spiele einander tatsächlich ähneln, aber es kann auch ungünstig sein – wenn die Ähnlichkeit rein äußerlich ist. Letzteres gilt auf jeden Fall bei Carograma.

Rein äußerlich erinnert Carograma nämlich an das klassische Tangram, das ja in China mehrere hundert Jahre v.Chr. 'erfunden' wurde. Carograma hingegen wurde erst 2012 zum Patent angemeldet, der Erfinder ist lt. der Angaben im Heft dieses Jahr im Alter von 89 Jahren verstorben. Auf der SPIEL stand der Verlag, der ebenfalls Carograma heißt, meines Wissens zum ersten Mal.

Die Schachtel macht eigentlich nicht viel her: eine einfache, geklammerte, kleine Dose aus grauer Pappe (ca. 24 × 17 × 2 cm³) mit aufgerklebten Titel- und Rückenbildern, ohne Randmarkierungen. Auch ist die Schachtel ziemlich leicht, wenn auch gut gefüllt: drinnen steckt ein Heft, 20 Seiten in recht dickem Papier stark. In dem Heft eingeklebt ist eine Tasche, in der wiederum vier Exemplare des Faltpuzzles steckten – dass es vier Exemplare sind, fiel uns allerdings im ersten Augenblick nicht recht auf, es wirkte wie ein Ring aus recht dicker Pappe oder Kunststoff, so lange die Teile in der Folie steckten.

Für ein Faltpuzzle ist es natürlich besonders wichtig, dass es nicht zu dick ist, damit man die Streifen auch mehrfach übereinander falten kann, ohne dass sie sich verformen. Deshalb sollte man hier auch nicht überrascht sein, dass es im Endeffekt doch einfache schwarze Papierstreifen sind.

So ein Carograma besteht aus acht miteinander an den Seiten verbundenen geometrischen Formen, vier Parallelogrammen und vier Dreiecken, die in "platter Form“ einen quadratischen Ring bilden. Durch Übereinanderfalten der Teile in der richtigen Reihenfolge und Richtung lassen sich hiermit verschiedenste, Tangram-ähnliche Figuren bilden, die unterschiedlich schwierig zu formen sind. Das Heft zeigt 42 verschiedene Formen, die man bilden soll – laut Patentschrift sollen mindestens 75 Formen gebildet werden können.

Manche dieser Formen erfordern so gut wie kein Nachdenken, da man ihnen sofort ansieht, dass sie nur durch Falten eines einzelnen Dreiecks aus der Grundfigur zu erreichen sind, andere machen es doch recht schwierig, sie nachzubilden. Man darf nicht erwarten, ähnlich endlos knobeln zu können wie beim Tangram mit seinen vielen hundert Aufgaben (das berühmte Tangram-Buch von Dumont, das den Tangram-Boom Ende der 70er Jahre in Deutschland auslöste, hatte 1600 Silhouetten), aber für viele Stunden bietet es sicher Unterhaltung. Die Pappringe (Papierringe?) sind natürlich nicht unsterblich, von daher ist es schon schön, dass gleich vier Exemplare in der Schachtel sind.

In der Patentschrift wird auch ein therapeutischer Einsatz angegeben, durch Förderung der kognitiven Fähigkeiten und Stimulierung von räumlichem Denken und Feinmotorik. Leute mit mangelhafter Fingerfertigkeit (‚Grobmotoriker‘) können die Pappringe allerdings auch leicht kaputt machen, wie wir ebenfalls feststellen konnten.

Unter diesen Einschränkungen ist Carograma allerdings ein netter Zeitvertreib, der durch seinen Preis auch als Geschenk eine gute Figur macht.

Hersteller Carograma
Autor Esteban González Chueca
Künstler k.A.
Spieler 1
Denken 7
Glück 0
Geschicklichkeit 4
Preis ca. 17,90 €

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